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Berliner Adipositaszentrum Köpenick

Adipositas – eine chronische Erkrankung

Die Adipositas ist eine chronische Erkrankung, die durch eine Vermehrung des Körperfettanteils bedingt ist. Ursächlich für die Adipositas ist vor allem eine erhöhte Energieaufnahme, die den täglichen Energieverbrauch übersteigt. Aber auch genetische sowie sozioökonomische Faktoren spielen hier eine Rolle. In seltenen Fällen können auch Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder Depressionen und die Einnahme bestimmter Medikamente zur Entwicklung des Übergewichts beitragen.

Zur Einschätzung des Übergewichtes dient der Body-Mass-Index, der sich aus Kilogramm und Körpergröße berechnet.

Body-Mass-Index (BMI) = Gewicht in kg / (Größe in m)²

Einstufung des BMI (kg/m²)

  • Normalgewicht → 18,5 bis 24,9
  • Übergewicht → 25 bis 29,9
  • Adipositas Grad I → 30 bis 34,9
  • Adipositas Grad II → 35 bis 39,9
  • Adipositas Grad III → ≥ 40

Die Adipositas ist mit diversen Folgeerkrankungen wie beispielsweise dem Diabetes mellitus, dem Bluthochdruck oder dem Schlafapnoe-Syndrom assoziiert. Außerdem ist bei einer Adipositas das Risiko einer Krebserkrankung erhöht.

Folgeerkrankungen durch Adipositas

Herz- und Kreislauferkrankungen

  • Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit/Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Schlaganfall

Störungen des Zucker- und Fettstoffwechsels

  • Diabetes mellitus Typ II, Gicht, Hyperurikämie, Hyperlipoproteinämie

Erhöhtes Krebsrisiko

  • Gebärmutter, Eierstöcke, Brust, Dickdarm bei Männern: Prostata-, Dickdarm-, Leber- und Gallenblasenkrebs

Komplikationen der Lunge/Atmung

  • Ventilationsstörungen, Schlafapnoe-Syndrom

Magen-Darm-Erkrankungen

  • Gallensteine, Gallenblasenentzündung, Fettleber, Refluxkrankheit

Erkrankungen des Bewegungsapparates

  • Hüft-, Kniearthrose, Wirbelsäulensyndrome

In der Schwangerschaft

  • Erhöhtes Komplikationsrisiko für Eklampsie und Schwangerschaftsdiabetes

Hormonelle Störungen

Voraussetzungen zur OP

Wie behandeln? – Wann operieren?

Die wichtigste und erste Maßnahme zur Gewichtsreduktion ist und bleibt ein maßvolles Essverhalten in Kombination mit ausreichender Bewegung. Wenn Sie durch eine Umstellung Ihres Essverhaltens und regelmäßige Bewegung langfristig nicht ausreichend Gewicht verlieren können, sollten Sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Es lohnt sich in jedem Falle eine ärztlich geleitete, professionelle Ernährungsberatung und -umstellung durchzuführen. Gelingt es Ihnen nicht, durch angeleitete und fachkundige Ernährungsumstellung und regelmäßige Bewegung ausreichend Gewicht zu verlieren, sollte eine operative Therapie der Adipositas in Betracht gezogen werden. Entscheidend für den Verlauf der Adipositas und für das Risiko der entsprechenden Begleiterkrankungen ist die langfristige und anhaltende Gewichtsreduktion. Ein regelmäßiges Ab- und Zunehmen entsprechend des Jojo-Effektes bringt langfristig keine Besserung der Adipositas und führt nur zur Frustration.

Adipositas-chirurgische Maßnahmen sind in der Regel angezeigt, ...

  • wenn der BMI > 35 kg /m² ist und gleichzeitig
    schwerwiegende Begleiterkrankungen (z.B. Diabetes, Bluthochdruck) vorliegen oder

  • wenn der BMI > 40 kg /m² ist.

Die Entscheidung zur Operation und die entsprechende Vorbereitung erfolgt durch ein Team von Spezialisten aller beteiligten Fachabteilungen zusammen mit dem Patienten.

Entsprechend den Leitlinien der chirurgischen Arbeitsgemeinschaft für Adipositastherapie und den Forderungen der gesetzlichen Krankenkassen muss vor einer operativen Therapie einer Adipositas eine mindestens sechsmonatige ärztlich geleitete Ernährungsberatung erfolgen. Diese Ernährungsberatung wird durch uns oder unseren Kooperationspartner durchgeführt.

Wichtigste Bedingung für die Operation ist neben den medizinischen Voraussetzungen der Wille und die Erkenntnis, auch nach der Operation dauerhaft vor allem das Ess- und Bewegungsverhalten zu ändern.

Bei allen Fragen zu diesem Thema können Sie uns gerne kontaktieren.

Antrag auf Kostenübernahme

Erfüllt ein Patient die oben genannten Operations-Indikationen und wünscht eine Adipositas-Operation, wird von ärztlicher Seite ein Antrag auf Kostenübernahme an die Krankenkassen gestellt. Wird dem Antrag zugestimmt, wird der Eingriff geplant und zeitnah durchgeführt.

Was wird benötigt?

  • Persönlicher Antrag an die Krankenkasse, in dem Sie ihre derzeitige Situation darlegen, Ihre Wünsche und Ziele formulieren und verdeutlichen, dass Sie um die Lebensveränderung und lebenslange Nachsorge nach der Operation wissen und bereit sind diese einzuhalten
  • Anschreiben/Gutachten aus dem hervorgeht, warum ein adipositas-chirurgisches Verfahren bei dem jeweiligen Patienten sinnvoll ist und warum eine konservative Therapie nicht mehr erfolgversprechend ist (wird durch den Arzt des Adipositaszentrums erstellt)
  • Atteste des Hausarztes sowie der behandelnden Ärzte wie zum Beispiel orthopädisches Gutachten, psychologisches Gutachten, internistisches Gutachten etc.
  • Beweis der Ausschöpfung aller konservativen Behandlungsmethoden, wie
    • Nachweis einer über 6 Monate dauernden Ernährungstherapie unter ärztlicher Leitung
    • Teilnahmebestätigungen von Sportgruppen oder Fitness-Studios
    • (Bescheinigung über verhaltenstherapeutische Maßnahmen)
    • Nachweis der Teilnahme an Selbsthilfegruppen, WeightWatchers etc.
    • Ernährungstagebuch (über mindestens 2 Wochen)

Ab einem BMI von 60 kg/m2 und mehr besteht eine dringliche Behandlungsindikation. Da bei einem solchen extremen Übergewicht jede Verzögerung einer wirksamen Behandlung das Risiko für den Patienten erhöht, kann und sollte auf die sechsmonatige Ernährungsberatung verzichtet werden. Der Antrag auf Kostenübernahme einer Operation wird dann von uns umgehend gestellt. Ärztliche Atteste zu eventuell bestehenden Begleiterkrankungen sollten sie dennoch mitbringen.

Operationsverfahren

Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Verfahren der Operation: die restriktiven sowie die kombiniert restriktiv, malabsorptiven Operationsverfahren.

Die rein restriktiven Verfahren vermindern hauptsächlich die Nahrungszufuhr. Bei den kombinierten Verfahren wird zum einen die Nahrungszufuhr eingeschränkt, zum anderen ein Teil der natürlichen Darmpassage ausgeschaltet, so dass auch die Nahrungsaufnahme im Darm eingeschränkt ist.

Wir operieren diese Verfahren in minimal-invasiver Technik („Schlüssellochchirurgie“).

Magenbypass

Bei diesem operativen Verfahren wird funktionell der Dünndarm verkürzt, indem eine Trennung vom Zwölffingerdarm vorgenommen wird. Anschließend wird dieser Dünndarmanteil mit einem künstlich angelegten kleinen "Vormagen" verbunden und der Zwölffingerdarm tiefer an den Dünndarm angeschlossen. Die Nahrungsaufnahme in den kleinen Vormagen und die Nahrungsverwertungsstrecke im Dünndarm sind reduziert.

Schlauchmagen (sleeve gastrectomy)

Bei dieser Operation wird ein größerer Anteil des Magens entfernt. Übrig bleibt ein etwa 2 bis 3 cm dicker Schlauchmagen. Es kommt zu einer erheblichen, dauerhaften Verringerung des Füllungsvolumens. Das bedeutet, dass ein Sättigungsgefühl entsteht, auch wenn nur geringe Nahrungsmengen aufgenommen werden. Das "Hungerhormon" Ghrelin wird ebenso vermindert ausgeschüttet, so dass sich auch weniger Hungergefühl bei Patienten nach einer Schlauchmagen-OP zeigt.

Ernährungsberatung

Patienten nach adipositas-chirurgischer Therapie benötigen eine intensive Nachbetreuung durch ein ernährungsmedizinisch geschultes Personal. Aufgrund des erhöhten Risikos postoperativ Mangelernährungserscheinungen auszubilden, muss das Essverhalten sowie die Nahrungsmittelauswahl der Patienten regelmäßig kontrolliert werden. In Abständen müssen Laborkontrollen erfolgen, um einen Mangel an Nährstoffen auszuschließen und gegebenenfalls eine Supplementierung vorzunehmen. Aber auch schon vor der Operation ist eine Ernährungsberatung sowie Ernährungsschulung unverzichtbar. Patienten müssen sich darauf einstellen, ihre Ernährung umzustellen und lebenslang nachbetreut zu werden.

Unsere Ernährungsberaterinnen stehen unseren Patienten im Vorfeld als auch nach der bariatrischen Operation beratend zur Seite.

Wir arbeiten mit einer Vielzahl hochqualifizierter Ernährungsberatern/Ernährungsberaterinnen in Berlin und Brandenburg zusammen. Sprechen Sie uns an.

Plastische Chirurgie

Nach einem adipositas-chirurgischen Eingriff mit der raschen und deutlichen Gewichtsabnahme bleiben häufig Hautüberschüsse in Form von Bauchschürzen aber auch Oberschenkel- und Oberarmlappen zurück. Das Fettgewebe geht zurück, die zuvor über Jahre mitgewachsene Haut ist aber nicht in der Lage, sich entsprechend zusammen zuziehen. Nicht selten ist dann etwa zwei Jahre nach der Adipositas-Operation eine plastische Operation zur Wiederherstellung der Körperkonturen erforderlich.

Hierfür arbeiten wir mit unserem Kooperationspartner Dr. med. Peter S. Pantlen (Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie) zusammen. Sollte sich der Bedarf einer plastischen Korrektur ergeben, erfolgt die Untersuchung, Operationsvorbereitung und Antragstellung auf Kostenübernahme der Krankenkasse durch Dr. Pantlen.

Die Operation erfolgt dann in unserer Klinik unter der Leitung von Dr. med. Peter S. Pantlen. www.wieners-pantlen.de

DRK Kliniken Berlin Köpenick

Berliner Adipositaszentrum

Salvador-Allende-Straße 2 – 8
12559 Berlin

Haupteingang über Müggelschlößchenweg

Leitung: Dr. med. Martin Kemps, Prof. Dr. med. Matthias Pross

Tel.: (030) 3035 - 3325
Fax: (030) 3035 - 3371

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