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Diabeteszentrum für Kinder und Jugendliche Westend

Moderne Behandlungsmethoden

Die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes, insbesondere mit Typ-1-Diabetes, hat in den letzten Jahren einen tiefgreifenden Wandel erfahren. Moderne Technologien, neue wissenschaftliche Erkenntnisse und ein ganzheitlicher Behandlungsansatz ermöglichen heute eine individuell angepasste und alltagsnahe Therapie. Ziel ist es nicht nur, den Stoffwechsel optimal zu regulieren, sondern auch die Lebensqualität und Selbstständigkeit der jungen Patient**innen nachhaltig zu fördern.

In unserem Zentrum bieten wir alle modernen Therapieformen an. Die Auswahl richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten der Patient*innen sowie ihrer An- und Zugehörigen.

Intensivierte Insulintherapie (Basis-Bolus-Therapie / ICT)

Bei der intensivierten Insulintherapie spritzen Kinder und Jugendliche mehrmals täglich Insulin: ein lang wirksames Insulin zur Abdeckung des Grundbedarfs (Basalinsulin) sowie ein schnell wirksames Insulin zu den Mahlzeiten (Bolus).

Insulinpumpentherapie

Bei der Insulinpumpentherapie wird das Insulin nicht gespritzt, sondern kontinuierlich über eine kleine Pumpe abgegeben. Diese wird entweder mit einem dünnen Schlauch oder als Patch direkt am Körper getragen. Die Pumpe gibt rund um die Uhr kleine Mengen Insulin ab (Basalrate). Zu den Mahlzeiten wird zusätzlich Insulin per Knopfdruck abgegeben (Bolus).

Kontinuierliche Glukosemessung (CGM

CGM steht für „Continuous Glucose Monitoring“. Ein kleiner Sensor im Unterhautfettgewebe misst kontinuierlich den Glukosewert und überträgt die Daten in Echtzeit auf ein Lesegerät oder Smartphone. Dadurch können Schwankungen frühzeitig erkannt und Unter- oder Überzuckerungen besser vermieden werden.

Automatisierte Insulinpumpensysteme (AID-Systeme / Hybrid-Closed-Loop)

Bei automatisierten Insulinpumpensystemen (auch AID-Systeme genannt – Automated Insulin Delivery) werden CGM und Insulinpumpe miteinander verbunden. Ein Algorithmus berechnet auf Basis der gemessenen Glukosewerte, individueller Nutzerdaten und eingestellter Therapieziele automatisch die benötigte Insulindosis. Die Insulinpumpe gibt diese in kurzen Zeitabständen ab oder stoppt die Abgabe vorübergehend, um einen definierten Zielwert bzw. Zielbereich zu erreichen und aufrechtzuerhalten.

Diese Systeme werden häufig als „Hybrid-Closed-Loop-Systeme“ (HCL) bezeichnet. Der Begriff „Hybrid“ weist darauf hin, dass die basale Insulinzufuhr automatisiert erfolgt, während der Bolus zu den Mahlzeiten weiterhin manuell abgegeben werden muss. Etwa 70 % unserer Kinder und Jugendlichen nutzen ein solches System.

Ganzheitlicher Ansatz

Dank kontinuierlicher Glukosemessung und zunehmend automatisierter Insulindosierungssysteme ist die Insulintherapie heute präziser, sicherer und besser in den Alltag integrierbar. Die telemedizinische Beratung mit cloudbasierter Beurteilung aktueller Glukoseverläufe ermöglicht auch zwischen den Sprechstunden jederzeit Kontakt. Gleichzeitig gewinnen pädagogische Begleitung, psychosoziale Unterstützung und digitale Hilfsmittel zunehmend an Bedeutung – denn eine erfolgreiche Therapie berücksichtigt stets auch die Lebenswelt der Kinder, Jugendlichen und ihrer Familien.

Behandlung auf den Stationen

Nach der Diagnosestellung (Manifestation) der Erkrankung beginnt die Diabetestherapie im Rahmen eines stationären Aufenthalts in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. In dieser ersten Phase werden die betroffenen Kinder und Jugendlichen sowie ihre Angehörigen umfassend geschult, um den Umgang mit der chronischen Erkrankung zu erlernen.

Während des Aufenthalts steht neben dem medizinischen Team auch eine Psycholog*in unterstützend zur Seite. Sie bietet bei Bedarf Gespräche an, um die seelische Verarbeitung der Diagnose zu begleiten. Bei sozialen Fragen oder Herausforderungen – zum Beispiel im Alltag, in Kita oder Schule – unterstützt der klinikeigene Sozialdienst mit Beratung und praktischer Hilfe.

Sollten im weiteren Verlauf der Erkrankung Therapieanpassungen notwendig werden oder akute Probleme auftreten (z. B. schwere Überzuckerungen oder schwere Unterzuckerungen mit Krampfanfall), erfolgt die Betreuung ebenfalls durch das erfahrene Diabetesteam – entweder auf der Kinderstation oder, falls erforderlich, auf der Intensivstation.

Gruppenschulungen in der Tagesklinik

In der Tagesklinik finden regelmäßig Gruppenschulungen statt, die an das jeweilige Alter der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen angepasst sind. Diese Schulungen basieren auf wissenschaftlich geprüften (evaluierten) Programmen und vermitteln wichtiges Wissen sowie praktische Fähigkeiten im Umgang mit Diabetes. Ein besonderer Fokus liegt auf der Förderung der Selbstständigkeit und des Vertrauens in die eigenen Fähigkeiten (Selbstwirksamkeit). Die jungen Patient*innen sollen motiviert werden, zunehmend Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen – immer in ihrem eigenen Tempo und mit Unterstützung ihrer Bezugspersonen. (link -> Gruppenschulungen in der Tagesklinik)

Behandlung in der Ambulanz des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ)

Die ambulante diabetologische Langzeitbetreuung findet in unserem Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) statt. Hier begleiten wir Kinder und Jugendliche mit Diabetes kontinuierlich und individuell.

Unser interdisziplinäres und multiprofessionelles Team besteht aus Ärzt*innen, Diabetesberater*innen, Therapeut*innen, Psycholog*innen, medizinischen Fachangestellten, Ernährungsberater*innen und Sozialarbeiter*innen. Wir bieten eine umfassende medizinische, therapeutische und psychosoziale Betreuung. Patient*innen, An- und Zugehörige sowie Lehrkräfte und Erzieher*innen erhalten bei uns nicht nur fundierte Antworten auf ihre Fragen, sondern auch praktische Unterstützung und Begleitung im oft herausfordernden Alltag mit Diabetes.

Wir arbeiten eng und vertrauensvoll mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin sowie mit wohnortnahen Einrichtungen zusammen. Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen stets das Wohl und die Lebensqualität der Kinder und Jugendlichen.

Zur Früherkennung und Vorbeugung diabetesbedingter Folgeerkrankungen führen wir regelmäßig – in der Regel einmal jährlich – Blut- und Urinuntersuchungen durch. Die notwendigen augenärztlichen Kontrollen erfolgen in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Augenärzt*innen.

Patientenzentrierte Schulungen

Die regelmäßige Schulung der Patient*innen ist ein zentraler Bestandteil der Behandlung. Sie erfolgt altersgerecht auf entwicklungspsychologischer Grundlage und orientiert sich an didaktischen Prinzipien wie Lernen am Modell sowie aktivem Lernen durch Übungen, Spiele und eigene Erfahrungen. Neben der Wissensvermittlung steht die Förderung der Akzeptanz der Erkrankung im Mittelpunkt. Mit zunehmendem Alter der Patient*innen werden die Inhalte erweitert und differenzierter vermittelt.

Die Familie sowie weitere Betreuungs- und Bezugspersonen werden aktiv einbezogen. Bei Kindern im Vorschul- und Grundschulalter richtet sich die Schulung vor allem an diese Personen, da sie die tägliche Versorgung übernehmen. Ergänzend können auch Lehrkräfte, Erzieher*innen oder Mitschüler*innen zu ausgewählten Aspekten geschult werden. Ziel ist eine sachgerechte Information des sozialen Umfelds, um einen sicheren Umgang mit der Erkrankung zu gewährleisten, Benachteiligungen vorzubeugen und die Eltern im Alltag zu entlasten. (link -> Online Schulungen)

Psychologische und psychotherapeutische Unterstützung

Kinder und Jugendliche mit Diabetes stehen vor zahlreichen Herausforderungen, die häufig mit altersentsprechenden Entwicklungsaufgaben in Konflikt geraten können. Unser Team aus Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen bietet daher vielfältige Unterstützung an, unter anderem in Form von Einzel- und Familiengesprächen, psychologischer Diagnostik, Coaching für Jugendliche im Hinblick auf einen eigenverantwortlichen Umgang mit der Erkrankung sowie Beratung für Eltern zu Erziehungsfragen und zur Krankheitsbewältigung

Beratung und Unterstützung in sozialen Fragen

Die Sozialarbeiter*innen des SPZ bieten Patient*innen sowie deren An- und Zugehörigen individuelle Beratung und gezielte Informationen zu sozialen Fragestellungen im Zusammenhang mit der chronischen Erkrankung an. Die Unterstützung umfasst unter anderem Informationen zu Themen wie Rehabilitation, Schwerbehindertenausweis, Führerschein, Berufswahl, Wehrpflicht sowie Regelungen zur Selbstbeteiligung. Auch bei der Antragstellung leisten unsere Sozialarbeiter*innen Hilfestellung. In enger Zusammenarbeit mit dem ärztlichen Team koordinieren sie zudem weiterführende Unterstützungsangebote und helfen dabei, passende Hilfen zu organisieren.

Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit

Für Patient*innen und ihre Familien steht in Notfällen eine 24-Stunden-Rufbereitschaft zur Verfügung. So ist auch außerhalb der regulären Behandlungszeiten jederzeit eine medizinische Beratung möglich.

Übergang in die Erwachsenenmedizin

Transition nennt man den Wechsel chronisch kranker Jugendlicher in die Erwachsenenmedizin. Er erfolgt in der Regel mit dem 18’ten Geburtstag. An unserem Zentrum ist das Berliner TransitionsProgramm etabliert, das Jugendlichen und ihren Familien hilft, den Übergang in die Erwachsenenmedizin erfolgreich zu gestalten. 

Lesen Sie hierzu mehr auf der Webseite des Berliner TransitionsProgramm

Wissenswertes für Jugendliche und Eltern rund um das Thema Transition finden Sie außerdem unter: 
between-kompas.com

DRK Kliniken Berlin Westend

Diabeteszentrum für Kinder und Jugendliche

Spandauer Damm 130
14050 Berlin

Zufahrt für Fahrzeuge über Fürstenbrunner Weg 21

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Leitung: Dr. med. Silvia Müther

Tel.: (030) 3035 - 5713
Fax: (030) 3035 – 5709

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