Herzlich willkommen bei den DRK Kliniken Berlin

Diabeteszentrum für Kinder und Jugendliche Westend

Stationäre Behandlung

Nach Manifestation der Erkrankung wird im Rahmen eines stationären Aufenthalts in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin die Diabetestherapie begonnen. Die Behandlung umfasst auch die Schulung der Patientinnen und Patienten und ihrer Familien. Eine Unterstützung durch die Psychologin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin ist ergänzendes Angebot während des Aufenthaltes auf der Station. Unterstützung und Beratung bei sozialen Problemen oder Fragen wird durch den klinikeigenen Sozialdienst gewährleistet.

Bei Therapieumstellungen und -optimierung sowie bei akuten Problemen werden die Kinder und Jugendlichen auf der Station der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin bzw. der Intensivstation vom Diabetesteam betreut.

Für unsere Patienten und deren Familien besteht in Notfällen eine 24-Stunden-Rufbereitschaft.

Ambulante Dauerbetreuung

Die ambulante diabetologische Dauerbetreuung erfolgt im Rahmen der ärztlichen Sprechstunde. Die Leiterin des Diabeteszentrums, Dr. med. Silvia Müther, besitzt die Zusatzqualifikation "Psychosomatische Grundversorgung". Bei Bedarf besteht eine enge Kooperation mit der am gleichen Standort angesiedelten Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik und des Vereins "die Insel e. V.“.

In regelmäßigen Abständen (i.d.R einmal im Jahr) werden Blut- und Harnuntersuchungen zum Ausschluss diabetesassoziierter Störungen durchgeführt. Zur Durchführung der notwendigen regelmäßigen Augenuntersuchungen besteht eine Kooperation mit niedergelassenen Augenärztinnen und Augenärzten.

Moderne Behandlungsmethoden

Kinder und Jugendliche mit Diabetes Typ-1 werden lebenslang mit Insulin behandelt. Dabei wird bei der modernen Diabetestherapie das basale Insulin getrennt von dem Mahlzeiteninsulin verabreicht. Entsprechend den individuellen Bedürfnissen der Patienten werden dafür alle zugelassenen Insuline einschließlich Insulinanaloga eingesetzt.

Neben einer Insulinpentherapie steht die Behandlung mit der Insulinpumpe zur Verfügung. Die Indikation zur Insulinpumpentherapie wird individuell in Absprache mit den Patientinnen und Patienten sowie ihren Angehörigen gestellt. Die Insulinpumpentherapie erfordert eine besonders intensive Schulung der Patientinnen und Patienten und ihrer Angehörigen.

Zusätzlich zu Blutzuckermessungen können Glucosesensoren zur kontinuierlichen Messung des Gewebezuckers durch einen in die Unterhaut gelegten Katheter (CGMS) zur Anwendung kommen.

Schulungen und Beratung

Eine adäquate Behandlung des Diabetes ist sowohl von fundiertem und für das eigene Leben relevantem Wissen als oft auch von technischen Hilfen und Möglichkeiten abhängig. Wir informieren Patienten und Eltern nicht nur über die essentiellen Schulungsthemen wie Insulininjektion, Ernährung und Stoffwechselkontrollen sondern auch über Neuerungen im Bereich der Messtechnik, Spritzhilfen etc.

Die Diabetesschulung wird durch qualifiziertes Personal (Diabetesberaterin DDG) nach den Richtlinien der deutschen Diabetesgesellschaft (www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de) durchgeführt. Für die Schulung werden altersgerechte, erprobte Programme in ihrer aktuellen Auflage verwendet. Für Therapieumstellungen und Gruppenschulungen wurden sie in eigene Konzepte integriert

  • Was ist Diabetes?

  • Ernährung

  • Insulin, Spritztechnik, Dosisanpassung, Insulinpumpen

  • Hyperglykämie, Keton

  • Hypoglykämie, Glukagon

  • Stoffwechselkontrollen, CGMS, FGM

  • Sondersituationen (Sport, Krankheit, Reise)

Zu allen Schulungsthemen und für individuelle Fragen können ambulante oder stationäre Schulungstermine mit den Diabetesberaterinnen vereinbart werden.

Die Schulung unserer Patienten erfolgt unter Berücksichtigung ihres Lebensalters nach folgenden didaktischen Prinzipien

  • Altersgerechte Vermittlung unter Berücksichtigung von entwicklungspsychologischen Grundlagen

  • Lernen am Modell

  • aktives Lernen (Übungen, Spiele, Erfahrungen sammeln)

Die Schulung verfolgt nicht nur das Ziel, Wissen zu vermitteln, sondern auch die Akzeptanz der Erkrankung zu fördern. Dazu sollen in Beratungsgesprächen folgende Ziele erreicht werden:

  • Psychische Entlastung

  • Abbau von Schuldgefühlen

  • Abbau von Ängsten

  • Entgegenwirken von negativem Selbstbild und Isolation

Diese Grundprinzipien gelten für alle Altersstufen und auch für die Eltern. Mit zunehmendem Alter können den Kindern bzw. Jugendlichen immer differenziertere Inhalte vermittelt werden.

Nach Manifestation der Erkrankung bleiben Patienten durchschnittlich 12 Tage auf der Station der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und werden geschult. Die Familie oder andere relevante Betreuungs- und Bezugspersonen werden in die Schulung einbezogen. Bei Kindern im Vor- und Grundschulalter steht die Schulung dieser Personen im Vordergrund.  

Auf Wunsch werden auch andere Betreuungspersonen (Lehrer, Erzieher im Kindergarten oder Hort) sowie Mitschüler grundlegend oder und zu Einzelaspekten geschult. Das Ziel ist eine fachgerechte Information der Mitschüler, Lehrer, Erzieher etc. um einer möglichen Benachteiligung entgegenwirken und die Eltern zu entlasten.

Die Schulungen werden in altersgerecht zusammengestellten Gruppen über einige Tage, ambulant oder stationär organisiert. Mit diesen Schulungsangeboten sollen die Kinder und Jugendlichen im Gruppenprozess lernen, mit dem Diabetes gut zu leben und praktische Erfahrung in der täglichen Umsetzung der Therapie erfahren.

Zum Beispiel wird einmal jährlich für Schulanfänger eine spezielle Schulungswoche zur Vorbereitung auf den Schulbeginn durchgeführt. Ziel der Schulungsmaßnahme ist es, die Kinder auf die neue Lebenssituation vorzubereiten. Dazu gehören u. a. Training im altersentsprechend selbstbewussten Umgang mit der Stoffwechselkontrolle und Insulingabe und Sicherheit im Umgang mit Hypoglykämien.

Meist handelt es sich um eine Schulung zur Umstellung auf eine stärker flexible, mahlzeitenadaptierte intensivierte konventionelle Therapie (ICT) oder auf eine Insulinpumpentherapie (CSII). Wir beraten die Familien zu allen Fragen bezüglich der Insulinpumpentherapie und zeigen anhand verschiedener Modelle die Möglichkeiten und Grenzen der einzelnen Insulinpumpensysteme.

Geschult werden auch Patienten, bei denen auf Grund ihres Alters die Therapieverfahren vor allem durch die Eltern/Bezugspersonen umgesetzt wurden, und die nun lernen sollen, diese Therapieformen selber zu beherrschen.

Das Ziel ist die Verbesserung der Stoffwechsellage durch flexible Anpassung des Insulins an die Nahrung. Reflektiertes und eigenständiges Handeln im Umgang mit dem Diabetes soll dabei gefördert werden

Wir beraten die Patienten und Familien bezüglich der Vor- und Nachteile der einzelnen kontinuierlichen Messsysteme (CGM, FGM) und zeigen anhand verschiedenere Modelle die jeweiligen Funktionsmöglichkeiten und Grenzen der CGM Versorgung. Wir führen die technische Einweisung durch und beraten anhand der ermittelten Sensordaten.

Für die Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen steht eine Beratungsmöglichkeit durch eine Sozialarbeiterin zur Verfügung. Die Beratung gibt Unterstützung bei speziellen Problemen sowie Informationen zu allgemeinen sozialen Themen, die mit der Erkrankung in Zusammenhang stehen (z.B. Rehabilitation, Schwerbehinderung, Führerschein, Berufswahl, Wehrpflicht, Selbstbeteiligung).

Übergang in die Erwachsenenmedizin

Transition nennt man den Wechsel chronisch kranker Jugendlicher in die Erwachsenenmedizin. Er erfolgt in der Regel mit dem 18. Geburtstag. An unserem Zentrum ist das Berliner TransitionsProgramm etabliert, das Jugendlichen und ihren Familien hilft, den Übergang in die Erwachsenenmedizin erfolgreich zu gestalten.

Lesen Sie hierzu mehr auf der Webseite des Berliner TransitionsProgramms

Wissenswertes für Jugendliche und Eltern rund um das Thema Transition finden Sie außerdem auf der Webseite vom Kompetenznetz Patientenschulung im Kindes- und Jugendalter KomPaS e. V.

 

Weiterführende Informationen

Kooperationen

Beratungsstelle Die Insel / KOMPAXX e.V

Beratung, Information und Kontakte für chronisch kranke Kinder, Jugendliche, deren Familien und beratende Fachkräfte

Telefon: (030) 862 12 13
E-Mail-Kontakt

kompaxx.de/die-insel

ModuS

Modulares Schulungsprogramm für chronisch kranke Kinder und Jugendliche sowie deren Familien. Es wird spezielles Transitionsmodul „Fit für den Wechsel“ als ergänzendes Modul als Vorbereitung für den Übergang in die Erwachsenenmedizin angeboten.

www.kompetenznetz-patientenschulung.de/modus-transitionsschulung

Interessante links

Informationen für Lehrerinnen und Lehrer

Informationen für Erzieherinnen und Erzieher in Kindergärten

Selbsthilfeseite von Kinder und Jugendliche mit Typ 1 Diabetes und deren Eltern

Reisen für Kinder und Jugendliche mit Diabetes

Rechtliche Informationen zu sozialmedizinischen Themen

Informationen rund um Pflegegrad und Entlastungsbeitrag

Webseite für Jugendliche rund um das Thema Wechsel in die Erwachsenenmedizin

Gemeinnütziger Verein zur Förderung wissenschaftlicher Projekte, Unterstützung von Schulungen und Förderung von Weiterbildung der Betreuer

Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Diabetologie

DRK Kliniken Berlin Westend

Diabeteszentrum für Kinder und Jugendliche

Spandauer Damm 130
14050 Berlin

Zufahrt für Fahrzeuge über Fürstenbrunner Weg 21

Leitung: Dr. med. Silvia Müther

Tel.: (030) 3035 - 5713
Fax: (030) 3035 – 5709

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