Herzlich willkommen bei den DRK Kliniken Berlin

Zentrum für Schulische und Psychosoziale Rehabilitation Westend

Das ZSPR bietet für Kinder und Jugendliche, die im öffentlichen Schulsystem wegen schwerwiegender Probleme in der schulischen und sozial-emotionalen Entwicklung scheitern, ein integriertes und flexibles Hilfsangebot, das schulische und lerntherapeutische, sozial- und sonderpädagogische sowie psychiatrisch-psychotherapeutische und fachtherapeutische Maßnahmen bedarfsbezogen und alltagsnah verbindet und damit als ‚Hilfen aus einer Hand‘ definiert. Eine solche intensive, interdisziplinäre und kliniknahe Förderung und Therapie soll innerhalb eines Zeitraums von durchschnittlich zwei Jahren die Chancen für eine erfolgreiche Reintegration in das inklusive Schulsystem verbessern.

Das ZSPR will damit für Kinder und Jugendliche mit einem hohen und komplexen Entwicklungsrisiko Grundlagen für eine gelingende Bildungs-, Berufs- und Persönlichkeitsentwicklung bereitstellen und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Das ZSPR engagiert sich darüber hinaus mit zahlreichen Projekten in Lehre und Forschung.

Bildung

Die Schule am Westend ist eine staatlich anerkannte Ersatzschule mit sonderpädagogischen  Schwerpunkten und ermöglicht den aufgenommenen Schülerinnen und Schüler ihre Schullaufbahn im Klassenunterricht in allen relevanten Fächern fortzusetzen und positive schulische Lernerfahrungen zu machen.

Dabei sollen Wissenslücken gefüllt, Fertigkeitsdefizite und Teilleistungsschwächen gebessert, Stärken gefördert und soziale Kompetenzen im schulischen Lebensraum entwickelt werden. Alle Kinder erhalten individuell angepasste sonderpädagogische und lerntherapeutische Unterstützung in Verbindung mit kontinuierlicher Entwicklungs- und Lernverlaufsdiagnostik.

Schule am Westend

Der Unterricht in der Schule am Westend orientiert sich an der verbindlichen Stundentafel für die Grundschule und die Integrierte Sekundarschule im Land Berlin und strebt mit einem hohen Grad an individueller Lernunterstützung eine schulische Wiedereingliederung in die öffentliche Regelschule an.

In den Klassen lernen durchschnittlich 8 bis 12 Schülerinnen und Schüler in einem Doppeljahrgang unter sonderpädagogischen Unterrichtsbedingungen. Es werden analog zur Regelschule Bewertungen, Noten und Zeugnisse mit Versetzungsvermerk erteilt. Im 9. und 10. Schulbesuchsjahr können in der Schule am Westend auch Schulabschlüsse (BBR, eBBR und MSA) abgelegt werden. Zudem erhalten die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe 1 die Möglichkeit, im Rahmen des Berliner Programms "Vertiefte Berufsorientierung (BVBO 2.0)" durch interne Workshops des Forum Berufsbildung ihre individuellen Berufswahlperspektiven zu entwickeln.

Während des Aufenthaltes im ZSPR wird fortlaufend sonderpädagogische Lernstands- und Lernverlaufsdiagnostik durchgeführt, um den Lernstand zu ermitteln, die erforderlichen Fördermöglichkeiten zu bestimmen und anzupassen sowie eine passgenaue Schullaufbahnempfehlung zum Zeitpunkt der schulischen Re-Integration zu erstellen und die entsprechenden Schritte einzuleiten. Dies wird im Rahmen des mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie vereinbarten Bonusprogramms für Schulen in freier Trägerschaft unterstützt. Nach durchschnittlich zwei Jahren wird der schulische Re-Integrationsprozess eingeleitet und intensiv begleitet.

 

Erziehung

Die Tagesgruppen am Westend bieten als anerkannter Träger der Jugendhilfe ein pädagogisch-therapeutisches Lernumfeld, in dem das innere emotionale Befinden verbessert, Verhaltenskompetenzen geübt und die Beziehungen zu Gleichaltrigen und in der Familie gestärkt werden sollen.

Die gezielte Förderung der Gemeinschaftsfähigkeit unterstützt eine erfolgreiche schulische und soziale Wiedereingliederung und gesellschaftliche Teilhabe.

Tagesgruppen am Westend

Die Tagesgruppe ist eine Jugendhilfemaßnahme nach § 32 und ggf. § 35a SGB VIII für Kinder und Jugendliche, deren persönliche, schulische und familiäre Situation durch eine besondere Problemdichte (komplexer Hilfebedarf) gekennzeichnet ist. Unter enger Einbeziehung der Familie soll das Verhalten und Erleben der Kinder und Jugendlichen durch pädagogisch-therapeutische Maßnahmen positiv verändert und stabilisiert und damit auch die schulische Lernentwicklung unterstützt werden, um die Chancen für eine erfolgreiche schulische und soziale Wiedereingliederung zu verbessern.

Die Aufgaben von Schule und Tagesgruppe sind im Tagesablauf des ZSPR eng miteinander verflochten und beziehen sich auf komplementäre Ziele des schulischen und sozialen Lernens.

Die engmaschige  Begleitung erfolgt lösungs-, beziehungs-  und ressourcenorientiert und schließt die folgenden Elemente ein:

  • Herstellen vertrauensvoller, anteilnehmender und tragfähiger Beziehungen zwischen den Kindern, Jugendlichen und Eltern sowie den pädagogischen Fachkräften
  • Sicherung einer verbindlichen Betreuung in einer Tagesstruktur sowie Durchführung von gruppen- und erlebnispädagogischen Aktivitäten einschließlich Gruppenreisen
  • Unterstützung der Kinder bei der Umsetzung alternativer Handlungsstrategien in einem geschützten pädagogischen Erfahrungsraum
  • Einüben von grundlegenden Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Alltagsbewältigung sowie zur Verhaltens-, Gefühls- und Beziehungsregulation
  • Prompte und angemessene Feedback-Kultur
  • Einbindung und Aktivierung von Eltern und Bezugspersonen zur Verbesserung der Eltern-Kind-Beziehung und Förderung der Erziehungskompetenz durch Gespräche, Interaktionsbeobachtungen sowie Gruppenrunden und Trainingskurse
  • Förderung der Persönlichkeitsentwicklung durch kreativtherapeutische, bewegungstherapeutische und pädagogisch-therapeutische Betreuung
  • Sicherstellung des Schutzauftrages bei Kindswohlgefährdung gemäß § 8a SGB VIII

 

Therapie

Das therapeutische Angebot im ZSPR unterstützt die Kinder und Jugendlichen dabei, die wesentlichen schulischen und sozialen Entwicklungsaufgaben besser zu bewältigen und dabei Gefühle und Verhalten angemessen regulieren zu lernen. Die Therapeutinnen und Therapeuten sind dabei in den alltäglichen Erfahrungsraum integriert und beziehen die sorgeberechtigten Eltern in Form von Beratungs- und Trainingsangeboten in den therapeutischen Prozess ein.

Das therapeutische Spektrum umfasst lerntherapeutische, fachtherapeutische und kreativtherapeutische Elemente ebenso, wie verhaltens- und tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie sowie bei Bedarf auch medizinisch-psychiatrische Behandlungen nach differentieller und individueller Indikation.

  • Integrative Lerntherapie zur Behandlung von schulischen Entwicklungsstörungen wie Legasthenie, Dyskalkulie und ADHS im Rahmen von Schule und Tagesgruppe
  • Kreativtherapie (Musik, Kunst), Bewegungstherapie (Sport, Psychomotorik, Yoga) und pädagogisch-therapeutische Begleitung im Rahmen der Tagesgruppe
  • Verhaltenstherapie und Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie als Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapien im Rahmen von Lehrambulanzen in Kooperation mit staatlich anerkannten Ausbildungsinstituten
  • Ggf. erforderliche medizinisch-psychiatrische Maßnahmen sind im Rahmen einer engen Kooperation mit der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik auf dem Campus der DRK Kliniken Berlin Westend geregelt

Aus-, Fort- und Weiterbildung

Das ZSPR engagiert sich vielfältig in der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften, Pädagogen, Integrativen Lerntherapeuten (berufsbegleitendes Masterstudium) und Psychotherapeuten.

Dies erfolgt im Rahmen etablierter Kooperationen mit verschiedenen Hochschulen, Fachhochschulen und anerkannten Ausbildungsinstituten.

Institut für Integrative Lerntherapie

Das Institut für Integrative Lerntherapie am ZSPR bietet ab 2020 einen Masterstudiengang für Integrative Lerntherapie an und plant zudem für die Erbringung ambulanter lern-und psychotherapeutischer Leistungen bei komplexen Lern-Entwicklungsstörungen die Gründung einer Lernpsychotherapeutischen Institutsambulanz (LIA).

Kinder mit schulischen Lernstörungen (z. B. Legasthenie und Dyskalkulie) benötigen eine Form der Lerntherapie, die domänenspezifische didaktische Lerninhalte mit domänenübergreifenden Methoden der Förderung kognitiver Basisfunktionen und mit psychotherapeutischen Basiselementen adaptiv verbindet. Dementsprechend gliedert sich das dreijährige Masterstudium in Schwerpunktmodule, die sich mit den interdisziplinären wissenschaftlichen Grundlagen, mit den lerntherapeutischen Fachdidaktiken Deutsch und Mathematik sowie mit den domänenübergreifenden Komponenten therapeutischen Arbeitens in der praktischen Anwendung befassen. Das Studium wird in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd am Standort des ZSPR in Berlin durchgeführt. Der erste Studiengang beginnt im Oktober 2020.

Weitere Informationen unter www.integrative-lerntherapie.de


Kooperationen mit Studienstätten für Lehrerbildung und Pädagogik

Das ZSPR bietet Praktikumsstellen sowohl für Studierende mit Lehramtsoption Grund- und Sekundarstufe im sonderpädagogischen Bereich, als auch für Absolventen von sozialpädagogischen Fachschulen an.

Innerhalb eines Hochschul-Lehrauftrages für das Institut für Rehabilitationswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin unterstützt das ZSPR gezielt die Verknüpfung von theoretischen Grundlagen und praxisorientierter Anwendung für die Studierenden. Für Lehramt-Studierende bietet das ZSPR die Möglichkeit, das Praxissemester und das Referendariat zu absolvieren.

Im Auftrag des Erziehungsministeriums des Landes Luxemburg führt das ZSPR zudem seit mehreren Jahren Beratung und Fortbildung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sonderpädagogischer Einrichtungen mit ähnlichem Aufgabenprofil durch.


Psychotherapeutische Lehrambulanzen 

Derzeit sind Kooperationen mit anerkannten verhaltenstherapeutischen und psychodynamischen Ausbildungsinstituten in Vorbereitung.

Forschung

Das ZSPR bemüht sich zum einen um eine fortlaufende Evaluation der eigenen Arbeitsprozesse und Wirkeffekte, und zum anderen um die Entwicklung und Etablierung neuer und adaptiver Methoden in Erziehung, Unterricht und Therapie.

In diesem Rahmen ist Prof. Dr. med. Michael von Aster auch an mehreren multizentrischen und drittmittelgeförderten Forschungsvorhaben beteiligt.

Mehr Informationen zu den Forschungsvorhaben finden Sie hier

DRK Kliniken Berlin Westend

Zentrum für Schulische und Psychosoziale Rehabilitation

Spandauer Damm 130
14050 Berlin

Zufahrt für Fahrzeuge über Fürstenbrunner Weg 21

Leitung: Kerstin Schicke, Britt Holubec, Sören Buchheim

Tel.: (030) 3035 - 5981
Fax: (030) 3035 - 5979

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