Symptome, Diagnose und Behandlung
In der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie der DRK Kliniken Berlin Köpenick behandeln wir alle gutartigen und bösartigen Erkrankungen des Bauchraums mit modernsten Methoden.
Einen besonderen Schwerpunkt bilden dabei Erkrankungen der Leber. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick zu häufigen Lebererkrankungen, ihren Symptomen, der Diagnostik und vor allem den Behandlungsmöglichkeiten – insbesondere den operativen Therapieverfahren (offen chirurgisch, laparoskopisch und robotisch), die in unserer Abteilung angeboten werden.
Symptome von Lebererkrankungen
Viele Erkrankungen der Leber – insbesondere Tumoren – machen zunächst keine eindeutigen Beschwerden. Typische Warnzeichen können jedoch im Verlauf auftreten. Diese Symptome sind häufig unspezifisch und ähneln den Beschwerden anderer Erkrankungen des Bauchraums:
- Allgemeine Schwäche und Müdigkeit – Betroffene fühlen sich körperlich erschöpft und weniger leistungsfähig.
- Appetitlosigkeit und ungewollter Gewichtsverlust – Ein nachlassender Appetit und Gewichtsabnahme können erste Hinweise sein.
- Druckgefühl oder Schmerzen im rechten Oberbauch – Vor allem größere Raumforderungen in der Leber können ein Völlegefühl, ein Druckgefühl oder Schmerzen unterhalb des rechten Rippenbogens verursachen.
- Gelbfärbung von Augen und Haut (Gelbsucht) – Wenn die Leberfunktion stark gestört ist oder ein Tumor den Gallenabfluss blockiert, kann sich eine Gelbsucht (Ikterus) mit gelblichen Augen und Haut entwickeln.
Dabei ist es wichtig zu beachten, dass keines dieser Symptome eine Lebererkrankung beweist. Umgekehrt schließen unauffällige Befindlichkeiten ein Leberleiden nicht sicher aus. Lebertumoren verursachen beispielsweise oft erst spät Symptome, sodass die Diagnose leider häufig in fortgeschrittenen Stadien gestellt wird.
Diagnose: Wie werden Lebererkrankungen festgestellt?
Die Diagnostik von Lebererkrankungen stützt sich auf moderne bildgebende Verfahren und Laboruntersuchungen. Zunächst erfolgt meist eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) des Bauches, bei der Auffälligkeiten in der Leber oft bereits sichtbar werden. Falls sich ein Verdacht ergibt, schließen sich weitere Untersuchungen an, zum Beispiel:
- Magnetresonanztomografie (MRT) der Leber (oft mit Kontrastmittel) – Sie liefert detaillierte Schnittbilder und kann gutartige von bösartigen Veränderungen häufig unterscheiden. Alternativ oder ergänzend kann auch eine Computertomografie (CT) zum Einsatz kommen.
- Blutuntersuchungen – Hierbei werden Leberwerte überprüft, um die Funktionsfähigkeit der Leber einzuschätzen. Bei Tumorverdacht werden auch spezielle Tumormarker (wie z.B. AFP beim Leberzellkrebs) im Blut bestimmt; diese können Hinweise auf eine Tumorerkrankung geben, sind aber alleine nicht beweisend.
- Gewebeprobe (Biopsie) – In manchen Fällen ist eine Entnahme von Lebergewebe notwendig, etwa wenn die Bildgebung keinen eindeutigen Befund liefert. Die Biopsie kann unter lokaler Betäubung durch die Haut erfolgen und das gewonnene Gewebematerial wird feingeweblich untersucht. Eine Biopsie ist jedoch nicht immer erforderlich, insbesondere wenn sich die Diagnose bereits durch MRT/CT eindeutig stellen lässt.
Zusätzlich zur Bildgebung der Leber selbst wird bei bestätigten Lebertumoren oft eine ausgedehntere Diagnostik durchgeführt. So wird z.B. bei einem neu entdeckten Leberkrebs empfohlen, auch eine CT des Brustraums anzufertigen, um mögliche Absiedlungen (Metastasen) in der Lunge auszuschließen. All diese Schritte erfolgen in enger Absprache zwischen verschiedenen Fachrichtungen. In unseren Tumorkonferenzen arbeiten Expertinnen der Chirurgie, Gastroenterologie, Radiologieund Onkologie*zusammen, um für jede Patientin und jeden Patienten den optimalen diagnostischen Fahrplan und anschließend ein individuelles Therapiekonzept festzulegen.
Bei Lebererkrankungen: Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie
Gutartige Lebertumoren (benigne Tumoren)
Nicht jede Raumforderung in der Leber ist bösartig – es gibt auch gutartige Lebertumoren, die in vielen Fällen harmlos sind. Gutartige Tumoren der Leber werden heute häufig zufällig entdeckt, z.B. im Rahmen einer Routine-Ultraschalluntersuchung, da sie selten Beschwerden verursachen. Beispiele für häufige gutartige Befunde sind Hämangiome (sogenannte Blutschwämmchen) und fokale noduläre Hyperplasien (FNH). Diese Veränderungen benötigen in der Regel keine Therapie, solange sie klein sind und keine Symptome machen.
Ein weiterer gutartiger Tumor ist das Leberzelladenom – eine Geschwulst, die vor allem bei jüngeren Frauen vorkommen kann. Adenome sind zwar gutartig, besitzen aber ein gewisses Entartungsrisiko von circa 15 % (das heißt, sie könnten in einen bösartigen Tumor übergehen). Daher werden Leberadenome engmaschig kontrolliert und ab einer bestimmten Größe oder bei ungünstiger Lage vorsorglich operativ entfernt, um Komplikationen zu vermeiden.
Auch Zysten (flüssigkeitsgefüllte Hohlräume) können in der Leber auftreten – entweder angeboren, durch Parasiten (z.B. Echinokokkose) oder im Rahmen anderer Erkrankungen. Darüber hinaus gibt es selten Leberabszesse, also abgekapselte Eiteransammlungen im Lebergewebe. Solche Befunde sind häufig gut behandelbar: Falls sie Beschwerden verursachen oder bestimmte Größenschwellen überschreiten, kann eine operative Entfernung oder Ablassen der Flüssigkeit nötig sein. In den meisten Fällen sind jedoch auch diese gutartigen Veränderungen ohne Operation beherrschbar, und es genügt, sie regelmäßig per Ultraschall oder MRT zu kontrollieren.
Wann ist bei gutartigen Tumoren eine Operation erforderlich? Generell müssen gutartige Lebertumoren nur in Ausnahmefällen entfernt werden – etwa wenn starke Beschwerden bestehen, die Diagnose unklar ist (d.h. nicht sicher gutartig erscheint) oder wenn ein Risiko der Entartung vorliegt.
Wir wägen hierbei sorgfältig Nutzen und Risiko ab und beraten Sie individuell, ob in Ihrem Fall ein Eingriff sinnvoll ist.
Bösartige Lebertumoren (Leberkrebs)
Bösartige Tumoren der Leber werden als Leberkrebs bezeichnet. Man unterscheidet primäre Lebertumoren (echter Leberkrebs, der aus Leberzellen entsteht) von sekundären Tumoren (Tochtergeschwülsten anderer Krebserkrankungen, siehe Abschnitt Lebermetastasen weiter unten). Primärer Leberkrebs ist vergleichsweise selten – in Deutschland erkranken pro Jahr rund 9.800 Menschen neu daran. Am häufigsten tritt das hepatozelluläre Karzinom (HCC) auf, ein bösartiger Tumor, der aus den eigentlichen Leberzellen entsteht.
Etwa 90 % der primären Lebertumoren sind HCCs. An zweiter Stelle steht das Gallengangskarzinom (cholangiocelluläres Karzinom, CCC), das seinen Ursprung in den Gallenwegen der Leber hat. Andere bösartige Tumoren in diesem Bereich, wie z.B. das Gallenblasenkarzinom, sind äußerst selten.
Risikofaktoren
Ein Leberkrebs entwickelt sich häufig auf dem Boden einer bereits geschädigten Leber. Chronische Virushepatitis B oder C sowie langjähriger Alkoholmissbrauch mit folgender Leberzirrhose gehören zu den wichtigsten Risikofaktoren für ein HCC. Auch eine nicht-alkoholische Fettleber (oft bedingt durch Übergewicht) und Erkrankungen wie Diabetes mellitus können das Risiko erhöhen. Bei Gallengangskrebs spielen oft chronische Entzündungen oder seltene angeborene Erkrankungen der Gallenwege eine Rolle.
Symptome
Primäre bösartige Lebertumoren bleiben lange unbemerkt, denn spezifische Symptome treten meist erst spät auf. Wenn Beschwerden entstehen, ähneln sie denen anderer Lebererkrankungen: Betroffene berichten z.B. über ungewollten Gewichtsverlust, anhaltende Oberbauchschmerzen, Übelkeit bis hin zu Erbrechen sowie gelegentlich Juckreiz oder eine Gelbsucht. Oft werden diese Anzeichen jedoch durch die Grundkrankheit (etwa die Leberzirrhose) verursacht, sodass der Tumor selbst zufällig im Rahmen von Kontrolluntersuchungen entdeckt wird.
Therapie
Die Behandlung von Leberkrebs richtet sich nach dem Tumorstadium und der Funktionslage der Leber. Wenn der Tumor auf einen Bereich begrenzt ist und das restliche Lebergewebe gesund genug ist, kommt eine operative Entfernung (Leberteilresektion) in Frage. Die Leber ist in Segmente unterteilt und verfügt über eine bemerkenswerte Regenerationsfähigkeit – bis zu etwa 75 % des Organs können entfernt werden, ohne die langfristige Funktion zu verlieren. Eine solche Teilresektion ist vor allem bei Patientinnen ohne Leberzirrhose oder mit nur leichter Zirrhose möglich. Ist die Leberfunktion stark eingeschränkt (z.B. bei fortgeschrittener Zirrhose), reichen die funktionellen Reserven für eine Operation oft nicht aus.
Neben der Chirurgie stehen bei Leberkrebs auch lokale und medikamentöse Therapieverfahren zur Verfügung. Kleine Tumorknoten können zum Beispiel mittels Ablation zerstört werden – hierbei wird der Tumor durch Hitze verödet, etwa per Radiofrequenzablation (RFA) oder Mikrowellenablation (MWA). Bei bestimmten Tumoren kommt eine Chemoembolisation (TACE) zum Einsatz, bei der ein Chemotherapeutikum gezielt in den Tumor eingebracht wird. Gallengangsnahe Tumoren erfordern unter Umständen kombinierte Eingriffe (z.B. partielle Entfernung der Leber mit gleichzeitiger Entfernung von Gallengängen oder angrenzendem Gewebe). Chemotherapie oder neuere medikamentöse Therapien (wie z.B. Immuntherapien) werden vor allem eingesetzt, wenn ein Tumor nicht operiert werden kann oder bereits Tochtergeschwülste außerhalb der Leber vorliegen. In jedem Fall bespricht unser interdisziplinäres Tumorkonferenzdie optimale Vorgehensweise – oftmals wird eine Kombination aus verschiedenen Verfahren gewählt, um die bestmögliche Behandlung zu erzielen.
Lebermetastasen (Absiedlungen in der Leber)
Als Lebermetastasen bezeichnet man Tumorabsiedlungen in der Leber, die von einem bösartigen Tumor in einem anderen Organ stammen. Die Leber ist ein Organ, das aufgrund seiner Filterfunktion im Blutkreislauf besonders häufig von Metastasen betroffen ist. Tatsächlich sind Lebermetastasen insgesamt häufiger als primärer Leberkrebs.
Die häufigste Ursache für Lebermetastasen ist ein Darmkrebs (kolorektales Karzinom). In diesen Fällen wird – sofern die Metastasen räumlich begrenzt sind – eine operative Entfernung angestrebt, um eine Heilung zu ermöglichen. In den letzten Jahren hat die Kombination aus wirksamen medikamentösen Therapien, chirurgischer Entfernung und ggf. lokalen Verfahren (z.B. Ablation) die Prognose von Darmkrebspatienten mit Lebermetastasen deutlich verbessert. Selbst mehrere Lebermetastasen können heute in spezialisierten Zentren oft vollständig entfernt werden – teilweise auch minimalinvasiv (laparoskopisch) – vorausgesetzt, die Tumoren liegen günstig und das verbleibende Lebergewebe ist leistungsfähig genug.
Aber auch Magenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Brustkrebs oder Hautkrebs (wie das maligne Melanom) können typischerweise in die Leber streuen. Ob Lebermetastasen operiert werden können, hängt von der Art des Ursprungstumors, der Anzahl und Verteilung der Metastasen und dem Allgemeinzustand der Patientin oder des Patienten ab. Bei manchen Metastasen (z. B. Magenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs) stehen medikamentöse Therapien wie Chemotherapie oder neue zielgerichtete Medikamente im Vordergrund
Unsere Klinik verfügt über langjährige Erfahrung in der Behandlung von Lebermetastasen. In enger Kooperation mit den onkologischen Fachkollegen beurteilen wir individuell, ob Metastasen operativ entfernt werden können. Ist eine Operation machbar und sinnvoll, stellt diese häufig die Therapie der Wahl dar – insbesondere bei kolorektalen Lebermetastasen, bei denen die chirurgische Entfernung die besten Aussichten auf eine langfristige Tumorfreiheit bietet. Falls eine Operation (noch) nicht möglich ist, können vorbereitende Maßnahmen wie eine Vorfeld-Chemotherapie oder gezielte Embolisationstherapien durchgeführt werden, um die Chancen für einen späteren kurativen Eingriff zu erhöhen. Auch hier gilt: Jeder Fall wird in unserer Tumorkonferenz besprochen, um die bestmögliche Behandlungsstrategie festzulegen.
Offene und minimalinvasive Leberchirurgie
Leberresektionen (operative Teilentfernungen der Leber) können auf zwei Weisen erfolgen: konventionell-offen durch einen Bauchschnitt oder minimalinvasiv mittels Bauchspiegelung. Welche Methode angewendet wird, hängt von vielen Faktoren ab – unter anderem von der Lage und Größe des Tumors, eventuellen Voroperationen und der individuellen Anatomie. Früher war ein großer Bauchschnitt die einzige Möglichkeit, um an die Leber heranzukommen. Heute dagegen können viele Leberoperationen schonender per „Schlüsselloch-Chirurgie” (Laparoskopie) durchgeführt werden. Dabei werden über kleine Hautschnitte eine Kamera und feine Instrumente in die Bauchhöhle eingeführt, mit denen der Eingriff präzise vorgenommen wird. Für Patient*innen bedeutet dies eine deutlich geringere Belastung.
Die Vorteile der minimalinvasiven Technik liegen auf der Hand: Kleinere Schnitte bedeuten kleinere Wunden – damit sinken das Risiko für Wundinfektionen und die postoperativen Schmerzen erheblich. Patienten berichten nach Schlüsselloch-Eingriffen über ein besseres Befinden und freuen sich über ein kaum sichtbares Narbenbild.
Ein besonderer Schwerpunkt bei uns ist die robotisch-assistierte Chirurgie. Hierbei handelt es sich um eine Weiterentwicklung der laparoskopischen Technik. Der Operateur sitzt an einer Steuereinheit (Konsole) und bedient Roboterarme, die mit miniaturisierten Instrumenten ausgestattet sind. Das System (zum Beispiel der daVinci-OP-Roboter) liefert ein hochauflösendes 3D-Bild des Operationsfeldes und übersetzt die Handbewegungen des Chirurgen in ultrapräzise Bewegungen der Instrumente im Körper. Verwacklungen werden herausgefiltert, und die Instrumente sind so beweglich wie eine menschliche Hand – jedoch auf kleinstem Raum und mit hoher Präzision. Dies ermöglicht es, bestimmte Eingriffe noch schonender und genauer durchzuführen. Sogar Operationen, die früher nur offen möglich waren, können dank Robotik minimal-invasiv erfolgen.
Natürlich gibt es Situationen, in denen eine offene Operation weiterhin notwendig ist – etwa bei sehr ausgedehnten Tumoren, ungünstiger Lage oder wenn Verwachsungen im Bauchraum vorliegen. Doch dank modernster Technik und hoher Expertise unseres Teams ist dies seltener geworden. Wichtig für Sie als Patientin oder Patient ist: Wir beherrschen alle Techniken der Leberchirurgie und passen das Vorgehen individuell an. Ob konventionell-offen, laparoskopisch oder robotisch – gemeinsam mit Ihnen entscheiden wir das Verfahren, das die höchsten Erfolgschancen bietet und gleichzeitig so schonend wie möglich ist.
Fazit
Erkrankungen der Leber – von gutartigen Tumoren über Leberkrebs bis hin zu Metastasen – können heute sehr effektiv behandelt werden. Eine präzise Diagnose bildet die Grundlage dafür, die beste Therapie auszuwählen. Unser Team in den DRK Kliniken Berlin Köpenick steht Ihnen mit Erfahrung und modernster Technik zur Seite, um Ihre Lebererkrankung optimal zu versorgen. Dank minimalinvasiver Verfahren und robotischer Chirurgie können viele Eingriffe mit geringer Belastung und schneller Erholung durchgeführt werde. Dabei verlieren wir nie den Menschen hinter der Diagnose aus dem Blick: Wir begleiten Sie mit Empathie und klarer Kommunikation durch jeden Schritt – von der ersten Untersuchung bis zur Nachsorge. Zögern Sie nicht, bei Fragen oder Sorgen auf uns zuzukommen. Ihre Gesundheit und Ihr Vertrauen stehen für uns an erster Stelle.
Auszeichnungen
DRK Kliniken Berlin Köpenick
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie
Salvador-Allende-Str. 2 – 8
12559 Berlin
Haupteingang über Müggelschlößchenweg
Leitung: Prof. Dr. med. Matthias Pross
Tel.:
(030) 3035 - 3317
Fax:
(030) 3035 - 3328





