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Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie Köpenick

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Erkrankungen der Gallenwege

Überblick

Die Gallenblase ist ein kleines, birnenförmiges Organ unterhalb der Leber. Sie speichert die von der Leber produzierte Gallenflüssigkeit, die über die Gallenwege in den Darm abgegeben wird und dort vor allem für die Verdauung von Fetten sorgt. Trotz ihrer geringen Größe kann die Gallenblase große Probleme bereiten: Von leichten Verdauungsbeschwerden bis hin zu ernsthaften Erkrankungen ist vieles möglich. Zu den häufigsten Erkrankungen der Gallenblase und Gallenwege zählen Gallensteine sowie Entzündungen der Gallenblase (Cholezystitis) oder der Gallengänge (Cholangitis). Den größten Anteil machen Gallensteine aus – etwa jede*r Zehnte in Deutschland hat Gallensteine, wobei Frauen fast doppelt so häufig betroffen sind. Seltener gibt es gut- oder bösartige Tumore in diesem Bereich. 

Gallensteine und ihre Folgen

Gallensteine (medizinisch Cholelithiasis) entstehen, wenn Bestandteile der Galle in der Gallenblase verklumpen und kristallisieren. Ungünstige Lebensgewohnheiten – z. B. sehr fettreiche Ernährung, Übergewicht und Bewegungsmangel – können die Entstehung von Gallensteinen begünstigen, zudem sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Auch Stoffwechselstörungen und erbliche Veranlagungen spielen eine Rolle. Viele Menschen tragen Gallensteine, ohne es zu merken, da diese oft keinerlei Beschwerden verursachen. Problematisch werden Gallensteine meist erst, wenn sie den Abfluss der Gallenflüssigkeit behindern. Typisch sind dann sogenannte Gallenkoliken: plötzlich einsetzende, krampfartige Schmerzen im rechten Oberbauch, die oft nach einer größeren Mahlzeit auftreten und in den Rücken oder die rechte Schulter ausstrahlen können. Solche Schmerzattacken gehen nicht selten mit Übelkeit, Völlegefühl und Erbrechen einher. 

Eine häufige Komplikation des Gallensteinleidens ist die akute Gallenblasenentzündung (Cholezystitis). Sie entsteht, wenn ein Stein den Ausgang der Gallenblase blockiert. Betroffene haben dann anhaltende starke Schmerzen im rechten Oberbauch, oft auch einen druckempfindlichen Bauch, Fieber und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl. In diesem Fall ist rasche ärztliche Behandlung wichtig, meist in Form einer baldigen Operation (Entfernung der Gallenblase). 

Auch die Gallengänge können in Mitleidenschaft gezogen werden: Wandert ein Stein aus der Gallenblase in den Hauptgallengang, kann er dort eine schmerzhafte Gelbsucht (Verschlussikterus) auslösen. Die Haut und das Weiße in den Augen verfärben sich gelb, weil der Gallenfarbstoff nicht mehr abfließen kann. Bleibt der Gallengang länger verlegt, staut sich die Galle bis in die Bauchspeicheldrüse zurück – ein zunächst harmloser Stein kann so eine gefährliche Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) verursachen. Zudem kann eine aufsteigende Gallengangsentzündung (Cholangitis) mit hohem Fieber, Schüttelfrost und Gelbsucht auftreten, die einen Notfall darstellt. 

Tumoren der Gallenblase und Gallenwege

Neben Gallensteinen können auch Gewebeneubildungen in der Gallenblase auftreten. Gutartige Veränderungen wie Gallenblasenpolypen oder eine sogenannte Porzellangallenblase (Verkalkung der Gallenblasenwand) sind selten, bergen aber ein gewisses Risiko, in Krebs überzugehen. Deshalb wird in solchen Fällen oft eine vorsorgliche Entfernung der Gallenblase empfohlen. Bösartige Tumoren der Gallenblase oder der Gallengänge (Gallengangskarzinom, Cholangiokarzinom) sind insgesamt sehr selten. Das Risiko steigt mit chronischen Entzündungen oder besonderen Vorerkrankungen, doch oftmals treten diese Tumoren ohne klare Vorwarnzeichen auf. Gallenkrebs verursacht lange Zeit keine spezifischen Symptome und bleibt daher häufig unbemerkt, bis die Erkrankung weit fortgeschritten ist. Nicht selten wird ein Tumor zufällig entdeckt, zum Beispiel bei einer Gallenoperation aus anderem Anlass. 

Die Behandlung von Gallenblasen- und Gallengangskrebs richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. Wenn machbar, versucht man den Tumor operativ zu entfernen – oft müssen dabei auch Anteile der umliegenden Gewebe wie Teile der Leber oder Lymphknoten mitentfernt werden. In der interdisziplinären Tumorkonferenz wird für jede Patientin und jeden Patienten individuell besprochen, ob und welche Operation sinnvoll ist und ob zusätzliche Therapien wie eine Chemotherapie notwendig sind. Ist eine Heilung nicht mehr möglich, steht die Linderung der Beschwerden im Vordergrund. So kann etwa mittels Endoskopie ein dünnes Röhrchen (Stent) in den Gallengang eingelegt werden, um einen durch Tumor verlegten Gallengang offen zu halten und Symptome wie Gelbsucht und Juckreiz zu bessern.

Symptome

Erkrankungen von Gallenblase und -wegen machen sich häufig durch folgende Symptome bemerkbar:

  • Rechter Oberbauchschmerz: 
    Typisch sind heftige Schmerzen unterhalb des rechten Rippenbogens. Sie können kolikartig (in Wellen) auftreten, insbesondere nach dem Genuss fettreicher Mahlzeiten, und bis in den Rücken oder die rechte Schulter ausstrahlen.
  • Verdauungsbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen: 
    Gallenkoliken gehen oft mit Übelkeit, Völlegefühl oder Erbrechen einher, insbesondere nach dem Essen. Betroffene klagen auch über Druck- und Völlegefühl im Oberbauch.
  • Gelbsucht (Ikterus): 
    Bei Abflussstörungen der Galle kann sich der im Blut angestaute Gallenfarbstoff in Haut und Augen einlagern – diese verfärben sich gelblich. Begleitend hellt sich der Stuhl auf (lehmfarbener Stuhl) und der Urin wird dunkel, da bestimmte Gallenbestandteile nicht wie üblich über den Darm, sondern vermehrt über die Nieren ausgeschieden werden.
  • Juckreiz: 
    Eine gelbliche Haut kann mit quälendem Juckreiz einhergehen. Dieser entsteht durch Gallensäuren, die sich bei Gallestau im Gewebe ablagern.
  • Fieber und Schüttelfrost: 
    Treten hohes Fieber und Schüttelfrost auf, weist dies auf eine Infektion (Entzündung) hin – zum Beispiel eine eitrige Gallenblasenentzündung oder Gallengangsentzündung. In solchen Fällen ist unverzüglich ärztliche Hilfe notwendig.
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme: 
    Besonders Tumorerkrankungen in diesem Bereich können unspezifische Allgemeinsymptome wie anhaltenden Appetitverlust, Leistungsabfall und ungewollten Gewichtsverlust verursachen. Diese entwickeln sich meist schleichend und sollten ernstgenommen werden.

Diagnostik

Um Erkrankungen der Gallenblase und Gallenwege festzustellen, stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Zunächst wird die Ärztin oder der Arzt ein Gespräch führen (Anamnese) und eine körperliche Untersuchung vornehmen. Dabei wird zum Beispiel der Bauch abgetastet, um druckempfindliche Bereiche oder Verhärtungen festzustellen (oft ist bei einer Gallenblasenentzündung ein deutlicher Druckschmerz unter dem rechten Rippenbogen auslösbar). Anschließend geben Blutuntersuchungen wichtige Hinweise: Sind Entzündungswerte erhöht? Liegen veränderte Leberwerte vor, die auf einen Gallenstau hindeuten? Auch bestimmte Tumormarker können analysiert werden, um bösartige Prozesse auszuschließen.

Die Bildgebung spielt eine zentrale Rolle. In den meisten Fällen genügt eine Ultraschalluntersuchung des Bauches, um Gallensteine oder andere Veränderungen zu erkennen. Ultraschall ist schmerzlos und kann selbst sehr kleine Steine sichtbar machen. Falls die Ultraschallbefunde nicht eindeutig sind oder der Verdacht auf kompliziertere Veränderungen besteht, können weitere Verfahren eingesetzt werden: Dazu zählen die Magnetresonanztomographie (MRT) – insbesondere in Form der MRCP (Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie), einer speziellen MRT-Aufnahme der Gallenwege – oder eine Computertomographie (CT). Diese liefern detaillierte Bilder von Leber, Gallenblase, Gallengängen und umliegenden Organen und helfen, z. B. Tumore oder sehr kleine Steine aufzuspüren.

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Tel.: (030) 3035 - 3317

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Diagnose und dem Schweregrad der Erkrankung. Grundsätzlich ist das Ziel, den ungestörten Abfluss der Galle wiederherzustellen, Schmerzen zu lindern und Komplikationen zu verhindern. Oftmals kann durch minimalinvasive oder endoskopische Eingriffe schon eine deutliche Besserung erreicht werden.

Im Folgenden sind die wichtigsten Therapieansätze zusammengefasst:

Laparoskopische Gallenblasenentfernung (Cholezystektomie): 

Die operative Entfernung der Gallenblase ist die Standardtherapie bei wiederkehrenden Gallensteinbeschwerden, Gallenblasenentzündungen oder bestimmten Risikokonstellationen (z. B. Gallenblasenpolypen oder Porzellangallenblase). In den DRK Kliniken Berlin Köpenick wird dieser Eingriff in der Regel minimalinvasiv in Schlüsselloch-Technik durchgeführt – über wenige kleine Schnitte in der Bauchdecke, unter Vollnarkose. Der Vorteil dieser Methode ist eine schonende Behandlung mit geringeren Wundschmerzen und einer schnelleren Erholung für die Patienten. Nur in Ausnahmefällen (bei komplizierten Entzündungen oder Verwachsungen) ist ein größerer Bauchschnitt erforderlich. Da die Gallenblase hauptsächlich ein Speicherorgan ist, entstehen durch ihre Entfernung meist keine dauerhaften Einschränkungen: Die Verdauung funktioniert weiterhin normal, und nach der Operation kann man in der Regel wieder alles essen, ohne Koliken befürchten zu müssen.

Endoskopische Steinentfernung und Gallengangsdrainage: 

Befinden sich Gallensteine im Gallengang oder verursachen sie einen Gallestau, kommt häufig eine ERCP zum Einsatz. Dabei kann der Gastroenterologe den blockierenden Stein direkt entfernen und so den Gallefluss wiederherstellen. Falls eine Entzündung der Gallenwege (Cholangitis) vorliegt, wird durch diesen endoskopischen Eingriff das gestaute Sekret abgeleitet, was eine rasche Besserung der Beschwerden bewirkt. Gelegentlich wird ein kleiner Stent in den Gallengang eingelegt, um ihn dauerhaft offen zu halten – dies ist vor allem bei Tumorerkrankungen wichtig, um Gelbsucht und Juckreiz zu lindern.

Operative Tumorentfernung: 

Bei bösartigen Tumoren der Gallenblase oder Gallengänge ist eine Operation oft die einzige Chance auf Heilung. Ziel ist die vollständige Entfernung des Tumors, soweit möglich. Häufig müssen auch umliegende Strukturen wie ein Teil der Leber, die Gallenwege oder regionale Lymphknoten mitoperiert werden, um alle Tumorzellen zu erfassen. Solch umfangreiche Eingriffe werden im Vorfeld im interdisziplinären Team genau geplant. Falls der Tumor bereits weiter fortgeschritten ist, kann zusätzlich zur Operation eine Chemotherapie oder Bestrahlung in Zusammenarbeit mit der Onkologie erfolgen. Ist keine vollständige Entfernung mehr möglich, werden wie oben erwähnt palliative Maßnahmen ergriffen (etwa das Einlegen von Stents), um Beschwerden zu vermindern. Die Entscheidung über die geeignete Therapie wird immer individuell und in Absprache mit Ihnen getroffen.

Minimalinvasive Eingriffe und interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Klinik der Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie der DRK Kliniken Berlin Köpenick legen wir besonderen Wert auf schonende, minimalinvasive Behandlungsmethoden. Wann immer möglich, führen wir Operationen als Schlüssellochchirurgie durch. Diese modernen Techniken ermöglichen es, die Gallenblase oder erkrankte Anteile der Gallengänge über kleinste Zugänge zu entfernen, wodurch große Bauchschnitte vermieden werden. Für unsere Patienten bedeutet das in der Regel weniger Schmerzen und eine schnellere Genesung. Sollte doch einmal ein offener Eingriff nötig sein, steht selbstverständlich ebenfalls die Expertise unseres Teams zur Verfügung.

Ein weiterer Grundpfeiler unseres Behandlungsansatzes ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Wir arbeiten eng mit den Fachkolleginnen der Gastroenterologie, Radiologie und (bei Tumorerkrankungen) der Onkologie zusammen. Bereits bei der Diagnosestellung beziehen wir die jeweils nötigen Spezialist*innen mit ein – zum Beispiel werden unklare Oberbauchbeschwerden in Zusammenarbeit mit der Inneren Medizin (Gastroenterologie) abgeklärt. Komplexe Krankheitsfälle, insbesondere Tumorerkrankungen, besprechen wir gemeinsam in regelmäßig stattfindenden Tumorkonferenzen, um für jede Patientin und jeden Patienten die bestmögliche Therapiestrategie festzulegen. Durch diese enge Verzahnung verschiedener Fachdisziplinen stellen wir sicher, dass Sie in den DRK Kliniken Berlin Köpenick eine optimale, ganzheitliche Betreuung erhalten – von der ersten Diagnose bis zur Nachsorge. 

Auszeichnungen

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Leitung: Prof. Dr. med. Matthias Pross

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