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Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie Köpenick

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Sigmadivertikulitis

Symptome, Diagnose und Behandlung

Einleitung: Divertikulose und Sigmadivertikulitis

Divertikel sind kleine Ausstülpungen der Darmwand, die vor allem im Dickdarm auftreten – häufig im S-förmigen Abschnitt vor dem Enddarm, dem sogenannten Sigma. Finden sich mehrere solcher Ausstülpungen, spricht man von Divertikulose. Diese ist insbesondere in westlichen Ländern verbreitet („Zivilisationskrankheit“) und tritt bei etwa 30 – 50 % der Menschen im Laufe des Lebens auf, vor allem ab dem 40. Lebensjahr. Meist verursachen Divertikel keinerlei Beschwerden und werden oft nur als Zufallsbefund entdeckt (asymptomatische Divertikulose, CDD-Typ 0). Kommt es jedoch zu einer Entzündung eines Divertikels, spricht man von einer Divertikulitis. Betrifft dies – wie in rund 80 % der Fälle – das Sigma, nennt man es genauer Sigmadivertikulitis. Nur bei einem kleinen Teil der Betroffenen mit Divertikulose (etwa 10 – 20 %) entwickelt sich im Laufe des Lebens eine solche entzündliche Divertikulitis.

Eine Sigmadivertikulitis kann sehr unterschiedlich verlaufen. Viele Patient*innen haben lediglich milde Beschwerden, z.B. leichte Unterbauchschmerzen. In anderen Fällen kann jedoch ein schwerer Entzündungsschub mit Komplikationen auftreten. Mögliche Komplikationen sind etwa Abszesse (Eiteransammlungen), Darmdurchbruch (Perforation) mit Bauchfellentzündung oder Blutungen. Auch chronische Verläufe mit immer wiederkehrenden Beschwerden sind möglich. Zum Glück bleiben die meisten Divertikelentzündungen unkompliziert.

Symptome einer Sigmadivertikulitis

Eine einfache Divertikulose ohne Entzündung verursacht in der Regel keine Beschwerden. Entsteht jedoch eine Entzündung im Divertikel (akute Divertikulitis), macht sich dies typischerweise durch folgende Symptome bemerkbar:

  • Schmerzen im linken Unterbauch: Häufig plötzlich einsetzender, teils krampfartiger Schmerz links unten im Bauch – daher wird die Sigmadivertikulitis auch als „Linksseiten-Appendizitis“ bezeichnet. Die Schmerzen können durch Druck verstärkt sein und lassen manchmal nach, nachdem Darmwinde entweichen oder der Darm entleert wurde.
  • Verdauungsstörungen: Viele Betroffene bemerken Veränderungen beim Stuhlgang – zum Beispiel Verstopfung, Durchfall oder ausgeprägte Blähungen. Mitunter treten auch schleimige Stühle oder ein Gefühl der unvollständigen Darmentleerung auf.
  • Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl: Eine akute Sigmadivertikulitis geht oft mit Fieber, Abgeschlagenheit und erhöhter Entzündungsaktivität im Blut einher. Im Blutbild finden sich meist erhöhte Entzündungswerte, z.B. eine gesteigerte Zahl weißer Blutkörperchen (Leukozyten) und ein erhöhter CRP-Wert.
  • Druckschmerz und Verhärtung: Typisch ist ein deutlicher Druckschmerz im linken Unterbauch. Nicht selten lässt sich bei der Untersuchung eine verhärtete, druckempfindliche Walze ertasten, was auf die entzündete, verhärtete Darmwand zurückzuführen ist.

In schwereren Fällen einer komplizierten Divertikulitis können zusätzliche Alarmzeichen auftreten. Starke anhaltende Bauchschmerzen mit harter Bauchdecke (Abwehrspannung) – oft begleitet von hohem Fieber und Schüttelfrost – deuten auf einen akuten Bauchfellreiz hin. Dies kann beispielsweise bei einem Darmdurchbruch mit nachfolgender Bauchfellentzündung der Fall sein und stellt einen Notfall dar. Treten solche Symptome auf, sollten Sie umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Diagnose: Wie wird die Divertikulitis festgestellt?

Die Abklärung einer vermuteten Sigmadivertikulitis erfolgt durch eine Kombination aus Arztgespräch, körperlicher Untersuchung und bildgebenden Verfahren. Unsere Klinik legt Wert auf eine sorgfältige Diagnostik, um die Entzündung sicher zu bestätigen und Komplikationen auszuschließen. Typischerweise umfasst die Untersuchung:

  • Anamnese und klinische Untersuchung: Zunächst erhebt die Ärztin oder der Arzt Ihre Krankengeschichte und fragt nach typischen Beschwerden (z.B. Schmerzcharakter, Fieber, Stuhlgewohnheiten). Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung wird der Bauch abgetastet – ein lokaler Druckschmerz im linken Unterbauch stützt den Verdacht einer Sigmadivertikulitis. Oft wird auch Fieber gemessen und eine rektale Untersuchung durchgeführt, um eventuelle Blutspuren im Enddarm festzustellen.
  • Laboruntersuchungen: Eine Blutuntersuchung zeigt meist entzündliche Veränderungen. Typisch sind erhöhte Entzündungsmarker wie Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und CRP (C-reaktives Protein). Gegebenenfalls wird auch der Urin analysiert, um andere Ursachen (z.B. Harnwegsinfekt) auszuschließen, da Sigmadivertikulitis-Beschwerden manchmal unspezifisch sein können.
  • Bildgebende Verfahren: Um die Diagnose zu sichern, wird in der Regel eine Ultraschalluntersuchung des Bauches (Abdomensonographie) oder – insbesondere bei unklaren bzw. schweren Fällen – eine Computertomographie (CT) durchgeführt. Beide Verfahren können entzündete Divertikel zuverlässig nachweisen. Die Bildgebung ist auch wichtig, um etwaige Komplikationen zu erkennen: In der CT sieht man zum Beispiel sehr gut, ob sich ein Abszess gebildet hat oder Luft im Bauchraum auf einen Darmdurchbruch hindeutet. Ein einfaches Röntgenbild des Bauchraums wird heute seltener eingesetzt, kann aber freie Luft bei einer Perforation anzeigen. 
  • Darmspiegelung (Koloskopie): Im akuten Stadium einer Sigmadivertikulitis verzichtet man normalerweise auf eine Darmspiegelung, da dabei ein erhöhtes Risiko besteht, den entzündeten Darm zu verletzen (Perforationsgefahr). Allerdings wird in der Regel empfohlen, einige Wochen nach Abklingen des akuten Schubs (meist ca. 6–8 Wochen später) eine Koloskopie durchzuführen. So kann sichergestellt werden, dass die Symptome tatsächlich durch die Divertikelentzündung verursacht wurden und keine anderen Erkrankungen (etwa ein Tumor oder chronisch entzündliche Darmerkrankungen) vorliegen.

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Stadieneinteilung nach CDD

Mediziner teilen die Divertikelkrankheit heute anhand der CDD-Klassifikation (Classification of Diverticular Disease) in verschiedene Stadien ein. Diese Einteilung hilft, den Schweregrad der Erkrankung zu bestimmen und die richtige Therapie zu wählen. Im Wesentlichen wird unterschieden zwischen unkomplizierten und komplikationsbehafteten Verläufen sowie akuten und chronischen (wiederkehrenden) Formen. Die wichtigsten Kategorien der CDD-Klassifikation sind:

  • Typ 0 – Asymptomatische Divertikulose: Divertikel sind vorhanden, verursachen aber keine Beschwerden und stellen für sich genommen noch keine Erkrankung dar (Zufallsbefund).
  • Typ 1 – Akute unkomplizierte Divertikulitis: Ein einmaliger akuter Entzündungsschub im Divertikel ohne komplizierende Faktoren. Hierzu zählt man Typ 1a (Divertikulitis ohne entzündliche Umgebungsreaktion) und Typ 1b (Divertikulitis mit lokaler entzündlicher Umgebungsreaktion, sog. phlegmonöse Divertikulitis). Diese Formen entsprechen der einfachen Divertikulitis ohne Abszess oder Perforation.
  • Typ 2 – Akute komplizierte Divertikulitis: Eine akute Divertikelentzündung, bei der Komplikationen auftreten. Dazu zählen z.B. Eiteransammlungen (Abszesse) oder ein gedeckter Darmdurchbruch. Man unterteilt hier weiter in Typ 2a (Divertikulitis mit kleinem Abszess, Mikroabszess bis ca. 3 cm) und Typ 2b (mit größerem Abszess > 3 cm), sowie Typ 2c – die freie Perforation, also ein unbedeckter Darmdurchbruch in die Bauchhöhle. Letzteres führt unbehandelt zu einer Bauchfellentzündung (Peritonitis), die nochmals unterteilt wird in eitrig (2c1) oder fäkal (2c2), je nachdem ob „nur“ Bakterien oder auch Darminhalt in die Bauchhöhle gelangen. Eine komplizierte Divertikulitis (Typ 2) ist ein ernstes Krankheitsbild, das meist eine sofortige Klinikeinweisung erfordert.
  • Typ 3 – Chronische Divertikelkrankheit: Dies umfasst alle Formen, bei denen es zu chronischen bzw. wiederholten Beschwerden kommt. Manche Patient:innen leiden z.B. unter anhaltenden Darmbeschwerden durch Divertikel, ohne dass eine akute Entzündung nachweisbar ist (SUDD – symptomatische unkomplizierte Divertikelkrankheit; entspricht Typ 3a). Häufiger sind wiederkehrende akute Entzündungen, man spricht dann von rezidivierender Divertikulitis. Treten die Entzündungsschübe immer wieder auf, aber ohne Komplikationen, wird dies als Typ 3b klassifiziert; bei wiederkehrenden Entzündungen mit Komplikationen (etwa Fisteln oder narbigen Verengungen im Darm) als Typ 3c. In der Praxis wird bei rezidivierender Divertikulitis individuell entschieden, ob und wann eine Operation zur Vorbeugung weiterer Schübe erfolgen sollte (siehe unten).
  • Typ 4 – Divertikelblutung: Hierbei handelt es sich zwar nicht um eine Entzündung, aber um eine wichtige weitere Erscheinungsform der Divertikelkrankheit. Durch Verletzung eines Blutgefäßes an einem Divertikel kann es zu teils starken Darmblutungen kommen, die eine eigene Behandlungsstrategie erfordern. Eine Divertikelblutung erkennt man an frischem Blut im Stuhl oder an schwarz gefärbtem Stuhl (Teerstuhl) und sie muss von anderen Ursachen gastrointestinaler Blutungen abgegrenzt werden.

Die genaue Stadieneinteilung nach CDD hilft dem Behandlungsteam, die optimale Therapie für Sie zu planen. Eine unkomplizierte Divertikulitis (Typ 1) kann in vielen Fällen konservativ, d.h. ohne Operation, behandelt werden. Liegen Komplikationen vor (Typ 2) oder treten immer wieder Entzündungen auf (Typ 3), wird häufig zu einer operativen Therapie geraten, um schwere Verläufe zu verhindern.

Behandlung: Konservativ oder operativ?

Die Therapie der Sigmadivertikulitis richtet sich nach dem Schweregrad der Entzündung und dem Auftreten von Komplikationen. Grundsätzlich steht bei einer ersten, unkomplizierten Sigmadivertikulitis zunächst die konservative Behandlung im Vordergrund – also eine Therapie ohne chirurgischen Eingriff. Operationen werden vor allem bei Komplikationen oder wiederholten Entzündungsschüben empfohlen. 

Konservative Therapie (Antibiotika, Ernährung & Co.)

Eine unkomplizierte Divertikulitis (CDD-Typ 1) kann oft ambulant oder mit kurzem Krankenhausaufenthalt konservativ behandelt werden. Im Zentrum steht hierbei die Entlastung des Darms und die Bekämpfung der Entzündung. Konkret umfasst die konservative Therapie meist folgende Maßnahmen:

  • Schonung des Darms: Zu Beginn der Behandlung wird häufig eine vorübergehende Anpassung der Ernährung empfohlen. Je nach Entzündungsschwere erhält die/der Patient:in für ein paar Tage nur flüssige Kost oder leichte Schonkost, um den Darm nicht zu belasten. Wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. In milderen Fällen kann auch von Anfang an eine ballaststoffarme, leicht verdauliche Kost ausreichend sein. Sobald sich die Beschwerden bessern, erfolgt schrittweise der Kostaufbau zurück zu normaler Ernährung. Nach wenigen Tagen dürfen Betroffene meist schon wieder wie gewohnt essen – langfristig empfiehlt sich eine ballaststoffreiche Kost zur Vorbeugung weiterer Schübe. Eine spezielle Dauer-Diät ist laut aktuellen Leitlinien nicht erforderlich, entscheidend ist vielmehr eine generell darmgesunde Ernährungsweise.
  • Medikamentöse Therapie: Je nach Symptomstärke werden entzündungshemmende Medikamente und Schmerzmittel verabreicht. Antibiotika sind in unkomplizierten Fällen nicht immer zwingend nötig, werden aber häufig eingesetzt, insbesondere wenn die Entzündung stärker ausgeprägt ist oder Risikofaktoren vorliegen. Die Antibiotikatherapie kann oft oral (also in Tablettenform) erfolgen; bei schwereren Verläufen oder Risikopatienten wird das Antibiotikum im Krankenhaus über die Vene verabreicht (intravenös). Begleitend können krampflösende Mittel (Spasmolytika) gegeben werden, um die Bauchschmerzen zu lindern. Fieber und Schmerzen werden bei Bedarf auch mit fiebersenkenden Mitteln oder leichten Opiaten behandelt.
  • Beobachtung und ärztliche Kontrolle: Während der konservativen Therapie ist eine engmaschige ärztliche Betreuung wichtig. In unserer Klinik überwachen wir Laborwerte (Entzündungsparameter) und den klinischen Zustand sorgfältig. Bei ambulanter Behandlung erhalten Patient:innen klare Anweisungen, worauf zu achten ist, und regelmäßig Termine zur Kontrolle. Sollten die Beschwerden unter der medikamentösen Therapie nicht innerhalb von 2–4 Tagen deutlich zurückgehen, wird die Therapie entsprechend angepasst oder ein Wechsel zur stationären Behandlung erwogen.

Bei einer komplizierten Divertikulitis (CDD-Typ 2) ist stets eine Aufnahme ins Krankenhaus erforderlich. Die Patient:innen erhalten Antibiotika und Flüssigkeit über die Vene, da hier eine intensive Therapie und Überwachung nötig ist. Gegebenenfalls muss ein Abszess in der Bauchhöhle gezielt entleert werden – dies kann oft minimal-invasiv durch eine CT-gesteuerte Drainage erfolgen, bei der unter Bildkontrolle ein dünner Schlauch durch die Haut zum Abszess gelegt wird, um den Eiter abzulassen. Diese Maßnahme kann die akute Situation entschärfen und wird von unseren Radiolog:innen in Zusammenarbeit mit der Chirurgie durchgeführt (interventionelle Radiologie). Sobald die akute Entzündung unter Kontrolle ist, kann entschieden werden, ob und wann im Verlauf eine Operation sinnvoll ist, um weitere Komplikationen zu verhindern.

Wann ist eine Operation erforderlich?

Ob eine Operation bei Divertikulitis nötig wird, hängt vom Verlauf und vom individuellen Risikoprofil der Patientin oder des Patienten ab. Absolute Indikationen für eine sofortige Operation sind schwere Komplikationen wie ein freier Darmdurchbruch (Perforation) mit Bauchfellentzündung oder ein drohender Darmverschluss. Diese Situationen sind akute Notfälle – hier muss der erkrankte Darmabschnitt unverzüglich operativ entfernt werden, um lebensbedrohliche Folgen abzuwenden. Auch eine starke andauernde Blutung aus einem Divertikel, die sich nicht anders stoppen lässt, macht einen chirurgischen Eingriff notwendig (gegebenenfalls in Form einer Notfall-Operation).

Darüber hinaus gibt es relative Operationsindikationen, die im Einzelfall mit Ihnen besprochen werden:

  • Wiederkehrende Divertikulitis: Wenn die Entzündungsschübe immer wieder auftreten (rezidivierende Divertikulitis, z.B. CDD Typ 3b/3c), wird häufig zu einer geplanten Operation geraten. Insbesondere bei immer wiederkehrenden Beschwerden – etwa wenn Sie bereits mehrere Schübe hinter sich haben – kann eine sogenannte elektive (vorsorgliche) Sigmaresektion sinnvoll sein. Ziel ist es, zukünftigen Schüben und den damit verbundenen Risiken vorzubeugen. Die Entscheidung hängt aber auch von Ihrem Alter, Begleiterkrankungen und der Schwere der vergangenen Schübe ab. Wir beraten Sie hierzu individuell und wägen mit Ihnen Nutzen und Risiken ab.
  • Therapieversagen: Spricht eine akute Divertikulitis nicht auf die konservative Behandlung an – das heißt, die Beschwerden und Entzündungswerte bleiben trotz Antibiotika hoch oder verschlechtern sich sogar – sollte ebenfalls eine Operation erwogen werden. Ein solches Therapieversagen deutet darauf hin, dass der Körper die Entzündung nicht ohne chirurgische Hilfe überwinden kann. In der Regel empfiehlt sich dann zeitnah eine Operation während desselben Krankenhausaufenthaltes, bevor es zu einer weiteren Verschlechterung oder Komplikation kommt.
  • Komplikationen: Bestimmte Komplikationen, selbst wenn sie nicht akut lebensbedrohlich sind, erfordern eine baldige chirurgische Sanierung. Dazu zählen zum Beispiel größere Abszesse, die sich nicht ausreichend durch eine Drainage behandeln lassen, oder Fisteln – unnatürliche Verbindungsgänge, die sich z.B. zwischen Darm und Blase bilden können. Auch narbige Engstellen im Darm (Stenosen), die infolge wiederholter Entzündungen auftreten und zu chronischen Verdauungsproblemen führen, sind eine Indikation für eine Operation. In solchen Fällen spricht man von einer elektiven Operation, da sie geplant und zum optimalen Zeitpunkt durchgeführt wird, nicht als Notfalleingriff.

Unser Grundsatz lautet: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Nicht jede Divertikulitis muss sofort operiert werden. Dank moderner Antibiotikatherapie und schonender Ernährungskonzepte heilen viele Schübe ohne OP ab. Allerdings sollte die Entscheidung für oder gegen eine Operation immer individuell getroffen werden. Wir nehmen uns in unserer Sprechstunde Zeit, um mit Ihnen ausführlich über Ihre Befunde und Beschwerden zu sprechen. 

Minimalinvasive Sigmaresektion (Schlüsselloch-Chirurgie)

Falls eine Operation erforderlich wird, sind Sie bei uns in erfahrenen Händen. Der chirurgische Eingriff der Wahl bei Sigmadivertikulitis ist die laparoskopische Sigmaresektion – dabei wird der erkrankte Abschnitt des Sigma-Darms operativ entfernt und die beiden Darmenden wieder zusammengenäht bzw. geklammert (Anastomose). Durch die Entfernung des divertikelreichen Darmsegments wird die Ursache der wiederkehrenden Entzündung beseitigt. In unserer Klinik führen wir eine Sigmaresektion in der Regel minimalinvasiv durch, also in Schlüsselloch-Technik. Das bedeutet, die Operation erfolgt mittels Bauchspiegelung (Laparoskopie) über wenige kleine Schnitte, durch die eine Kamera und feine Instrumente eingeführt werden. Dies gilt auch für komplizierte Stadien. Dieses Vorgehen ist für die Patient:innen besonders schonend: Die postoperativen Schmerzen sind geringer, die Genesung verläuft schneller und der Krankenhausaufenthalt kann deutlich kürzer gehalten werden. 

Der Eingriff selbst findet unter Vollnarkose statt. Nachdem der befallene Darmabschnitt herausgelöst und entfernt ist, verbinden wir die Darmenden in aller Regel sofort wieder miteinander. Dadurch kann meist ein künstlicher Darmausgang vermieden werden. Ein dauerhafter künstlicher Darmausgang (Stoma) ist nur in Ausnahmefällen nötig, etwa wenn es im Notfall zu einer schweren Bauchfellentzündung gekommen war. In über 90 % der geplanten Sigmaresektionen in unserer Klinik gelingt die primäre Darmnaht ohne Anlage eines Stomas. Sollte in seltenen Notfallsituationen doch vorübergehend ein schützender Darmausgang erforderlich sein, können wir diesen in einer späteren Operation zumeist zurückverlegen, sodass wieder eine normale Darmpassage hergestellt ist.

Die minimalinvasive Sigmaresektion dauert in etwa 1–2 Stunden, je nach Befund. Nach dem Eingriff bleiben Sie zur Überwachung einige Tage in unserer Klinik. Schon kurz nach der Operation dürfen Sie behutsam wieder mit dem Trinken und Essen beginnen. Unser Pflegepersonal und die Ernährungsberatung unterstützen Sie dabei, zügig zu einer normalen Kost zurückzukehren. Die Mobilisation erfolgt ebenfalls früh: Bereits am ersten Tag nach der Operation helfen wir Ihnen, behutsam aufzustehen und ein paar Schritte zu gehen, denn Bewegung fördert die Heilung. Insgesamt ist der Heilungsverlauf nach einer laparoskopischen Darmoperation deutlich schneller als bei einem offenen Bauchschnitt. Die meisten unserer Patient:innen können innerhalb einer Woche das Krankenhaus verlassen. Nach der Operation ist die Divertikulitis in aller Regel geheilt – das heißt, die entfernten Darmabschnitte machen keine Probleme mehr, und neue Divertikelentzündungen treten in dem operierten Bereich nicht auf. Sie haben durch die Operation normalerweise keine dauerhaften Einschränkungen in Ihrer Lebensweise. Vielmehr kann die Lebensqualität oft erheblich steigen, wenn immer wiederkehrende Schmerzen und Unsicherheiten durch die Divertikulitis endlich beendet sind.

Fazit

Die Sigmadivertikulitis ist eine häufige Darmerkrankung, die heute sehr gut behandelbar ist. Von konservativen Maßnahmen bis zur schonenden Schlüsselloch-Operation bieten wir in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie der DRK Kliniken Berlin Köpenick das gesamte Spektrum der modernen Therapie an. Dank unserer Spezialisierung auf minimalinvasive Verfahren profitieren Sie von einer schnellen Erholung und besten Heilungschancen. Und durch unsere interdisziplinäre Zusammenarbeit stellen wir sicher, dass Sie in jeder Phase – von der Diagnose bis zur Genesung – optimal betreut werden. 

Zögern Sie nicht, uns anzusprechen – wir sind für Sie da und begleiten Sie kompetent und einfühlsam auf dem Weg zur Besserung.

Auszeichnungen

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Leitung: Prof. Dr. med. Matthias Pross

Tel.: (030) 3035 - 3317
Fax: (030) 3035 - 3328

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