DRK Kliniken Berlin gehen ins wirtschaftliche Risiko, um Schlaganfallversorgung in Charlottenburg-Wilmersdorf sicherzustellen

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Zum heute erschienenen Artikel in der B.Z.

Zum heute erschienenen Artikel in der B.Z. möchten wir wie folgt Stellung nehmen:

Die DRK Kliniken Berlin Westend sind ein Notfall-Krankenhaus und in der Notfallversorgung des Landes Berlin wesentlicher Bestandteil. Die DRK Kliniken Berlin Westend erfüllen alle medizinisch-fachlichen Qualitätsanforderungen für eine Stroke Unit, also die Notfallversorgung von Schlaganfällen, und beschäftigen eine ausreichend große Zahl von Mitarbeitenden sämtlicher notwendiger Fachrichtungen, u.a. interventionell tätiger Radiologen. 

Seit der Betriebsschließung der benachbarten Schlosspark Klinik haben deutlich mehr Patienten mit neurologischen Krankheitsbildern unsere Rettungsstelle aufgesucht. Da das absehbar war, haben wir uns darauf vorbereitet, um auf den gestiegenen Bedarf reagieren zu können. Wir betreiben seit April 2026 eine Stroke Unit (vgl. Meldung vom 26.3.2026 https://www.drk-kliniken-berlin.de/aktuelles/news/drk-kliniken-berlin-westend-erweitern-behandlungsspektrum-um-neurologische-und-neurochirurgische-versorgung ), für deren Zertifizierungsantrag die letzten internen Abstimmungen derzeit laufen. Wir halten eine Zertifizierung für sehr sinnvoll, auch wenn sie nicht die Voraussetzung für die Behandlung von Notfallpatienten in einer Stroke Unit ist. Im Gegenteil: Um eine Zertifizierung zu erreichen, müssen die entsprechenden Fallzahlen nachgewiesen werden – das geht nur auf dem von uns gewählten Weg, der für alle Häuser in Deutschland gilt. Wir gehen davon aus, dass der Zertifizierung-Prozess etwa ein halbes Jahr dauern dürfte. 

Unsere Berechtigung und Verpflichtung zur Versorgung ergibt sich (noch) nicht aus einer durch die Krankenhausplanungsbehörde ausgesprochenen Zuweisung für das Fachgebiet Neurologie oder aus einer Ausweisung unserer Stroke Unit im Krankenhausplan. Die DRK Kliniken Berlin Westend sind im aktuellen Krankenhausplan des Landes Berlin aber als Notfallkrankenhaus ausgewiesen. Wenn die Feuerwehr den DRK Kliniken Berlin Westend einen Patienten zur Notfallbehandlung zuweist, sind wir verpflichtet, diesen Patienten zu versorgen. Ein Notfallkrankenhaus darf sich bei dieser Versorgung gerade nicht ausschließlich auf die medizinischen Fachrichtungen berufen, für die ein Feststellungsbescheid vorliegt. Bei Schlaganfällen zählt jede Minute. Durch den Wegfall der Stroke Unit der Schlosspark Klinik verlängern sich die Fahrtwege erheblich, was zu nachhaltigen Schäden bei den Patienten führen kann. Deswegen dürfen und können die Rettungsdienste die Zentrale Notaufnahme der DRK Kliniken Berlin Westend anfahren. Eine Listung bei Ivena ist dafür nicht zwingend – wichtig ist, dass wir Schlaganfallpatienten notfallmäßig auf höchstem fachlichem Niveau behandeln können. Vor allem das, was medizinisch sinnvoll ist und für den Patienten die besten Überlebenschancen bietet, ist hier ausschlaggebend. Auch hier bemühen wir uns natürlich um die Aufnahme in die entsprechenden Systeme. Wir arbeiten exakt nach den Regeln und Vorgaben der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft, und erfüllen diese Voraussetzung für eine Zertifizierung und eine Listung bei Ivena.

Das gilt auch für die personelle Ausstattung: Mit der Schließung der Schlosspark Klinik haben wir über 80 Mitarbeitende, größtenteils aus dem Bereichen Neurologie, Neurochirurgie, Neuroradiologie, Intensivmedizin und Schlaganfallversorgung übernommen, dazu zählen sowohl hoch spezialisierte und eingespielte Pflegeteams als auch zahlreiche Ärztinnen und Ärzte, die z.T. auch von der damaligen Park-Klinik Weißensee zu uns gewechselt sind. Chefärztlich wird die Stroke Unit von Priv.-Doz. Dr. med. Axel Lipp geleitet, für den Bereich Neuroradiologie zeichnet Chefärztin Dr. med. Annette Förschler verantwortlich. Beide waren zuvor bei den Parkkliniken bzw. bei der Parkklinik Weißensee als Chefärzte in den jeweiligen Bereichen tätig, teilweise auch standortübergreifend und haben über viele Jahre eng zusammengearbeitet und dort zertifizierte Zentren geleitet. Sie und die meisten Mitarbeitenden ihrer Teams haben sich für eine Arbeit den DRK Kliniken Berlin Westend entschieden – weil die Voraussetzungen für die Patientenversorgung mit einer großen Rettungsstelle, einer guten technischen Ausstattung und einer interdisziplinären Versorgung hier in besonderer Weise gegeben sind.

Thrombektomien: 

Das gesamte 4-köpfige Team der interventionell tätigen Radiologinnen der Park-Kliniken Berlin, das zuvor die 24/7-Versorgung von zwei zertifizierten Stroke-Units (davon eine überregionale Stroke-Unit) an 356 Tagen im Jahr sichergestellt hat, ist geschlossen in die DRK Kliniken Berlin Westend gewechselt und ist Teil des Instituts für diagnostische und interventionelle Neuroradiologie.

Das neuroradiologische Team wird geleitet von zwei renommierten, in der gesamten interventionellen Neuroradiologie zertifizierten Radiologinnen mit Schwerpunktweiterbildung in Neuroradiologie: Chefärztin und leitende Oberärztin sind 

DeGIR-/DGNR-Spezialistin für minimal-invasive Schlaganfalltherapie (Modul E)

DeGIR-/DGNR-Spezialistin für neurovaskuläre Gefäßmalformationen (Modul F)

DeGIR-/DGNR-Spezialistin für neurovaskuläre Therapie (Module E und F).

(damit weisen sie z.T. höhere Qualifikationsniveaus auf als andere Berliner Häuser mit einer Stroke Unit)

Die Neuroradiologie der DRK Kliniken Berlin Westend stellt wie aus den vorigen Wirkungsstätten gewohnt, kontinuierlich seit dem 1. April rund um die Uhr Thrombektomie-Versorgung sicher und kann dies auch weiterhin an 365 Tagen im Jahr. 

Insbesondere für besonders komplexe neurovaskuläre Erkrankungen ist durch den Wegfall der Schlosspark Klinik als einem von nur 4 (!) DeGIR/DGNR-Zentren für neurovaskuläre Therapie in Berlin eine Versorgungslücke entstanden, die das hochspezialisierte eingespielte neurovaskuläre Expertenteam aus Neuroradiologen, Neurologen und Neurochirurgen der Parkkliniken routiniert behandeln kann.

Was auch zur Wahrheit gehört: 

Als DRK Kliniken Berlin gehen wir in ein finanzielles Risiko, um eine möglichst schnelle und kompetente Versorgung von Schlaganfallpatienten in Charlottenburg-Wilmersdorf zu ermöglichen. Bislang wurden in der Schlossparkklinik pro Jahr ungefähr 800 Schlaganfallpatienten behandelt, in den ersten Monaten unseres Versorgungsangebotes zeigt sich, dass wir mit ähnlichen Patientenzahlen rechnen müssen. Schon das belegt u.e. die Versorgungsrelevanz unseres Angebots. 

Feststellungsbescheide für die neue Krankenhausplanung ab dem kommenden Jahr oder eine Zuweisung der Leistungsgruppen Neurologie, Neurochirurgie und Stroke Unit liegen keinem Berliner Krankenhaus bislang vor. Bislang ist politisch völlig offen, wie die Krankenhauslandschaft generell und speziell die neurologische und neurochirurgische Versorgung in einem der größten Berliner Bezirke aussehen soll. 

Mit dem perspektivischen Zusammengehen der Häuser aus Mitte und Westend (ab 2028) gehen die DRK Kliniken Berlin Westend den Weg in Richtung Level-3- Haus bzw. Maximalversorger. Dazu müsste unserer Auffassung nach auch eine stationäre neurologische Versorgung gehören. Wir haben die Leistungsgruppenzuordnung deswegen beim Land Berlin auch beantragt. 

Über unser Angebot haben wir die umliegenden Feuerwachen informiert, allerdings zu keinem Zeitpunkt behauptet, es würde sich bereits um eine zertifizierte oder im Krankenhausplan ausgewiesene Stroke Unit handeln. Wir haben zu jeder Zeit wahrheitsgemäß informiert.