Klima und Umwelt
Die Themen im Überblick
Gezielter Materialeinsatz
Große Teile der Treibhausgas-Emissionen von Krankenhäusern in Deutschland entstehen in den Lieferketten. Deshalb arbeiten wir daran, Nachhaltigkeitskriterien im Klinikeinkauf strukturell stärker zu verankern und setzen dazu ausgewählte Projekte um. Einige Beispiele finden Sie hier:
So viel wie nötig, so wenig wie möglich: Verantwortungsvoller Einsatz von Narkosegasen
Narkosegase haben eine unverzichtbare medizinische Funktion, belasten jedoch leider den Planeten: Sie sind aufgrund ihres hohen Treibhauspotentials sehr klimaschädlich. In den DRK Kliniken Berlin verzichten wir daher schon seit vielen Jahren auf das besonders klimaschädliche Narkosegas Desfluran.
Die Wahl des Narkosemittels ist stets eine medizinische Entscheidung, bei der das Patientenwohl an vorderster Stelle steht. Unsere Anästhesistinnen und Anästhesisten entscheiden daher in jedem Einzelfall über das geeignete Vorgehen.
In vielen Fällen werden intravenöse Narkosemittel eingesetzt, die im Vergleich zu den Narkosegasen einen deutlich geringeren CO2-Fußabdruck haben. Wenn Narkosegase zum Einsatz kommen, nutzen wir meist Verfahren, die den Verbrauch der Inhalationsanästhetika deutlich senken und so Treibhausgas‑Emissionen und andere Umweltbelastungen messbar reduzieren (das so genannte „Minimal Flow“- oder das „Low Flow“-Verfahren).
Weniger ist mehr: Einweghandschuhe gezielt einsetzen
Nicht-sterile Einweghandschuhe sind aus der modernen Medizin nicht wegzudenken – und das ist in vielen Fällen auch richtig so. Denn Einmalhandschuhe schützen die Trägerin oder den Träger vor dem Kontakt zu potentiell infektiösen Körperflüssigkeiten.
Wichtig ist jedoch, dass die Einweghandschuhe in den richtigen Situationen und nicht zu lange getragen werden. In vielen Situationen ist eine gründliche Händedesinfektion die bessere Wahl – sowohl für die Hygiene als auch für den Hautschutz und das Klima. Ein Paar Einweghandschuhe verursacht rund 52 Gramm CO2-Äquivalent – eine Händedesinfektion nur rund 0,9 Gramm.
Um das Bewusstsein für den indikationsgerechten Einsatz von Handschuhen und Händedesinfektion in den DRK Kliniken Berlin zu stärken, haben wir eine eigene Kampagne in unseren Einrichtungen ins Leben gerufen und vernetzen uns mit der Kampagne „Mit oder Ohne? – Handschuhe bewusst einsetzen“ des Kompetenzzentrums für klimaresiliente Medizin und Gesundheitseinrichtungen (KliMeG), in dem wir Mitglied sind.
Innovative Fasern: Unsere neue Dienstkleidung
Unsere Dienstkleidung besteht aus TencelTM-Mischgewebe auf Holzfaserbasis. Die Kleidung ist mit dem Siegel „Grüner Knopf“ zertifiziert – ein staatliches Siegel für nachhaltige Textilien, das soziale und ökologische Anforderungen an Unternehmen stellt. Das Material ist atmungsaktiv und unterstützt ein gutes Feuchtigkeitsmanagement: Feuchtigkeit wird von der Haut aufgenommen und nach außen abgegeben.
Energie – effizienter und erneuerbar
Für Krankenhäuser ist die nachhaltige Transformation der Energieversorgung besonders herausfordernd. Energie muss rund um die Uhr sicher, stabil und in erheblicher Menge zur Verfügung stehen. Energie effizient einzusetzen und zunehmend erneuerbare Energiequellen zu erschließen, sind daher die Kernziele unseres Energiemanagements.
Gemeinsam senken wir den Energieverbrauch
Energieeinsparungen erzielen wir, indem wir schrittweise auf effizientere Anlagen und Technologien umrüsten und unsere Mitarbeitenden gezielt schulen. So tauschen wir beispielsweise sukzessive sämtliche Leuchtmittel gegen energiesparende LED-Lampen aus und setzen dort, wo es möglich ist, gezielt Bewegungsmelder ein, um unnötigen Stromverbrauch zu vermeiden. Kleine Hinweisschilder in gemeinschaftlich genutzten Bereichen helfen uns als Gedächtnisstütze, die Zuhause oftmals ausgeprägte Energiesparmentalität auch am Arbeitsplatz gemeinsam zu leben. Ein schönes Beispiel, wie wir mit kleinem Aufwand für den Einzelnen gemeinsam viel erreichen können.
Erneuerbare Energie aus eigener Produktion
Der Einsatz von erneuerbaren Energien hat in den DRK Kliniken Berlin eine lange Tradition. Bereits Anfang der 1990er Jahre hat eine Solarthermie-Anlage am Standort Westend den Betrieb aufgenommen, um das Bettenhaus durch Sonnenenergie mit warmem Wasser zu versorgen. Die Sonne unterstützt dank eigener PV-Anlage auch die Stromversorgung am Standort Köpenick. Ein weiterer Ausbau der Solarkapazitäten an unseren Standorten ist bereits geplant.
Energiequelle der Zukunft: Forschungsprojekt zur Nutzung von Geothermie
Seit 2026 wird das Potential für die Nutzung von Geothermie an unserem Klinikstandort Westend untersucht. Dafür kooperieren wir mit dem Forschungsprojekt CO2OL ISLANDS, das gemeinsam von der Universität der Künste Berlin, der Technischen Universität Berlin, dem Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf und weiteren Partnern ins Leben gerufen wurde.
Unterwegs mit Fahrrad, Bus und E-Fahrzeug
Die eigene Mobilität ist einer der größten Hebel, den jede und jeder Einzelne für den Klimaschutz bewegen kann. Denn der Verkehrssektor ist einer der größten Verursacher von klimaschädlichen Emissionen in Deutschland. Dabei sind die emissionsärmsten Fortbewegungsmittel meist auch die gesündesten. Wer den Weg zur Arbeit zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegt, tut gleichzeitig sowohl Klima und Umwelt als auch Körper und Geist etwas Gutes.
Mitarbeitervorteile mit dem Jobrad und dem „Deutschlandticket Job“
Ob klassisches Rad oder E-Bike: Mit dem Jobrad-Leasing unterstützen die DRK Kliniken Berlin die Fahrradmobilität ihrer Mitarbeitenden. Wer lieber mit Bus und Bahn unterwegs ist, kann von einem vergünstigten Firmenticket profitieren. Das „Deutschlandticket Job“ für den deutschlandweiten Nah- und Regionalverkehr erhalten alle Mitarbeitenden auf Wunsch zu einem vergünstigten Preis.
Umstieg auf E-Mobilität
Unseren eigenen Fuhrpark stellen wir sukzessive auf E-Mobilität um. Aktuell ist rund ein Drittel unserer Fahrzeuge elektrisch oder als Hybridfahrzeug unterwegs. Das Älteste von ihnen, ein E-Transportfahrzeug auf dem Klinikgelände in Köpenick, sogar schon seit knapp 40 Jahren. Die klinikeigene Ladeinfrastruktur an den Standorten Westend, Mitte und Köpenick ist sowohl für Mitarbeitende als auch für Besucherinnen und Besucher rund um die Uhr nutzbar.
Lokale Biodiversität schützen
Der Dachgarten der Wiegmann Klinik an unserem Standort Westend ist ein kleines Refugium mitten in der Stadt. Insektenfreundlich gestaltet, trägt er zum Erhalt der lokalen Biodiversität bei, fördert die Klimaanpassung und verbessert das Mikroklima vor Ort.
Grüne Oasen unterstützen den Heilungsprozess
Der Dachgarten ist eine wertvolle Ruheoase für Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitende. Er bietet Raum zur Entspannung und ist zugleich Bestandteil des Therapiekonzepts unserer psychosomatischen Klinik. Hier werden Patientinnen und Patienten selbst aktiv – beim Pflanzen, Unkrautjäten oder bei der Apfelernte.
Unsere großzügigen Grünflächen an den Standorten Westend, Köpenick und Mariendorf werden ganzjährig von Gärtnerteams nutzerfreundlich und naturnah gepflegt. Dabei achten wir auf ausreichend und gut platzierte Sitzgelegenheiten ebenso wie auf die Auswahl biodiversitätsfördernder und klimaresilienter Pflanzen. Blühstreifen und Nistmöglichkeiten für Vögel und Fledermäuse und der konsequente Einsatz organischer Düngemittel unterstützen den Erhalt der Biodiversität weiter.
Abfälle vermeiden und Recycling stärken
Medizinische Versorgung bedeutet auch: einen hohen Materialverbrauch. Diese Materialien verantwortungsvoll zu entsorgen und einen möglichst großen Anteil in die Stoffkreisläufe zurückzuführen, ist uns wichtig. Wir trennen 27 Abfallfraktionen und haben in nahezu allen Bereichen unserer Kliniken Trennmöglichkeiten etabliert, in denen wir Verpackungen, Glas und Altpapier separat sammeln.
Reparieren und weiterverwenden statt wegwerfen
Der beste Abfall ist natürlich der, der gar nicht erst entsteht. Deshalb verfolgen wir ein ressourcenschonendes Nutzungskonzept und setzen technische Geräte und Mobiliar so effizient und lange ein wie möglich. Dabei gilt: Reparatur vor Entsorgung. Dank interner Werkstätten und Reparaturservices werden so zum Beispiel aus drei defekten Druckern zwei wieder funktionsfähige.
Ausrangierte Betten, Monitore und weitere Medizintechnik werden dank engagierter Kolleginnen und Kollegen teilweise andernorts weiterverwendet – zum Beispiel in Krankenhäusern in der Ukraine. Medizintechnik, die das Produktlebensende erreicht hat, ausgediente chirurgische Instrumente und andere hochwertige Metallprodukte geben wir an spezialisierte Recyclingfirmen ab, die daraus wertvolle Rohstoffe zurückgewinnen.
Abfalltrennung im OP: So stellen wir uns der doppelten Herausforderung
Im OP-Bereich ist es aufgrund der hohen hygienischen Anforderungen besonders kompliziert, Abfälle vor Kontamination zu schützen und getrennt zu entsorgen. Gleichzeitig fällt hier angesichts des hohen Materialbedarfs ein erheblicher Teil der Klinikabfälle an. Dieser doppelten Herausforderung begegnen wir in den DRK Kliniken Berlin mit einem umfassenden Maßnahmenpaket.
Verpackungsabfälle trennen wir auch im OP-Bereich konsequent und erproben verschiedene innovative Recycling- und Entsorgungskonzepte, zum Beispiel für OP-Flüssigkeiten. Selbst die ausgedienten OP-Schuhe sammeln wir in einem Recyclingprogramm. Angepasste Prozesse und geschulte Mitarbeitende sorgen dafür, dass Ressourcen geschont, Abfälle vermieden und hygienische Standards konsequent eingehalten werden.