„Wenn Geburt Spuren hinterlässt – miteinander hinschauen, verstehen, heilen.“

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5. Kooperationstreffen zur Säuglingsgesundheit bei den DRK Kliniken Berlin Köpenick

Am 3. März 2026 fand das inzwischen 5. Kooperationstreffen zur Säuglingsgesundheit bei den DRK Kliniken Berlin Köpenick statt. Die Resonanz war wieder enorm und die Veranstaltung ausgebucht. Bei Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen lag der Fokus in diesem Jahr auf den ersten 1.000 Tagen ab Beginn der Schwangerschaft. Das Motto der Veranstaltung lautete: „Wenn Geburt Spuren hinterlässt – miteinander hinschauen, verstehen, heilen.“

Zusammen mit dem Kinder- und Jugendgesundheitsdienst des Bezirksamtes Treptow-Köpenick sowie dem Netzwerk „Frühe Hilfen“ hat die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, das verschiedene Perspektiven auf das Thema Geburt und deren Auswirkungen sowohl auf die Familien als auch auf die Geburtshelfer*innen beleuchtete und ein Bewusstsein für diese Themen schärfte.

Die Eröffnung der Veranstaltung erfolgte durch Carolin Weingart, Bezirksstadträtin und Leiterin der Abteilung Soziales, Gesundheit, Arbeit und Teilhabe, sowie durch den Chefarzt Dr. med. Rainer Wieth.

Im Anschluss stimmte eine traditionelle „Bauchgeschichte“ die Anwesenden auf den Abend ein. Die zertifizierte Krisenbegleiterin Franziska Schönfeld gab einen eindrucksvollen Überblick über die körperlichen Veränderungen während der Schwangerschaft, der Geburt und der Zeit danach. Sie thematisierte insbesondere die Erwartungen, denen Mütter ausgesetzt sind, und betonte immer wieder, wie wichtig eine wertschätzende Kommunikation mit unseren Patientinnen sei.

In einer weiteren „Bauchgeschichte“ begleitete das Auditorium eine junge Ärztin im Kreißsaal und erlebte die Herausforderungen, mehrere akute Ereignisse gleichzeitig zu bewältigen. Dabei wurde auch aufgezeigt, welche Auswirkungen Geburtserlebnisse auf das medizinische Personal haben können.

Die Thematik wurde durch einen sehr lebendigen Vortrag von Dr. med. Saskia Schmidt, Oberärztin an der Charité, und Christiane Scharf, Hebamme, weitergeführt. Sie diskutierten das Thema „Gebärende begleiten – ein Dialog über Sicherheit und Würde“. Dabei wurde deutlich, dass die Wahrnehmung von Ereignissen sehr unterschiedlich sein kann – was für die Patientin als „normal“ erscheint, hinterlässt Spuren beim Personal und umgekehrt.

In der dritten „Bauchgeschichte“ berichtete ein Vater von seinen Erfahrungen rund um die Geburt. Besonders intensiv wurde das Thema „Geburtsplan – Chance auf Selbstbestimmung oder Konkurrenz zur Natur“ diskutiert. Henrike Liesenborghs, Hebamme MSBW, und Julia Schmidt, Sozialpädagogin, verdeutlichten, wie wichtig es für die Patientinnen ist, als Individuen wahrgenommen zu werden. Auch die zunehmende Bedeutung der sozialen Medien und deren vielfältige Perspektiven wurden thematisiert.

Der Abend wurde von Annika Eisser abgerundet. Die Psychologin der Klinik für Neurologie, DRK Kliniken Berlin Köpenick sprach über die Veränderungen im Leben einer Frau nach der Geburt, deren Stellung in der Gesellschaft sowie in der Partnerschaft, und stellte verschiedene Hilfsangebote vor.

Zum Abschluss fand eine lebhafte und humorvolle Podiumsdiskussion statt, in der alternative Begrifflichkeiten zum „Geburtsplan“ sowie der wirtschaftliche Druck durch Personal- und Zeitknappheit thematisiert wurden.

Wir blicken schon jetzt gespannt auf das 6. Kooperationstreffen im Jahr 2027!