Von Storchenschnabel über Jugendhilfe bis Baustelle
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Staatssekretärin Ellen Haußdörfer besuchte die Wiegmann Klinik und die DRK Kliniken Berlin Westend
Regelmäßig besuchen Politikerinnen und Politiker die Einrichtungen der DRK Kliniken Berlin. Meist geht es um Finanzierungsfragen, Bauvorschriften, Reformprogramme und deren Auswirkungen auf die Patientenversorgung. Ab und an erkennt man aber auch den Menschen hinter der Aufgabe. So geschehen beim Besuch von Staatssekretärin Ellen Haußdörfer am vergangenen Freitag. Als studierte Biologin war sie begeistert über das Grün auf der Dachterrasse der Wiegmann Klinik und lobte den „Storchschnabel“ als besonders insektenfreundlich. Nicht nur Bienen, auch viele Falter sind dankbar für diese rot blühende Staude. Was als kleine „Atempause“ zwischendurch gedacht war, entpuppte sich als fachlich hochinteressanter Rundgang mit Biologie-Expertise.
Aber natürlich ging es noch um viel mehr: Der Bedarf an psychosomatischer Versorgung ist seit Jahren sehr hoch und er steigt weiter, wie der Chefarzt der Wiegmann Klinik, Priv.-Doz. Dr. med. Tobias Hofmann, berichtete. Therapiert werden hier u.a. Menschen mit Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie – und das mit einem vielfältigen Programm: Einzel- und Gruppentherapien, gemeinsames Essen, Kunst- und Musikangebote, Bewegungsübungen. Eine weitere Spezialisierung stellt die Behandlung von Menschen dar, die kardiologische Probleme haben – bei denen allerdings keine körperliche Ursache gefunden wurde.
Nach der Wiegmann Klinik ging es in die noch recht junge Eltern-Kind-Tagesklinik der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der DRK Kliniken Berlin Westend. Hier berichteten Chefarzt Ottmar Hummel und sein engagiertes Team, wie die ersten Monate verliefen und welche Erfolge sie bereits verzeichnen konnten. Da es nur sehr wenige solcher Behandlungsansätze gibt, ist die Warteliste lang und das Interesse sehr groß. So habe es schon Anfragen aus Rheinland-Pfalz und anderen Bundesländern gegeben. Das Besondere bei uns: Es wird nicht nur auf die Kinder geschaut, sondern auf die Familie insgesamt: „Unser Patient ist die Beziehung“, erklärte eine Mitarbeiterin.
Zum Abschluss des Besuchs ging es noch auf eine Baustelle. Ellen Haußdörfer konnte live erleben, wie mit Hochdruck an der Fertigstellung der neuen Herzkatheterlabore gearbeitet wird. In allen Ecken wird gewerkelt, auch am Freitagnachmittag und bei hohen Temperaturen. Macherorts hängen noch Kabel aus der Decke, an anderen Stellen werden schon die Möbel aufgebaut. Denn bis zum August soll alles fertig sein. Und wer weiß, vielleicht ist die Eröffnung dann auch wieder ein Anlass für Besuche aus der Politik.


