Frühgeburtlichkeit

Die Nachricht, dass Ihr Baby möglicherweise früher als erwartet zur Welt kommen wird, kann viele Gefühle in Ihnen auslösen – von Sorge und Angst bis hin zu Unsicherheit und einer Vielzahl von Fragen.

Wir verstehen Ihre Sorgen, und wir möchten Ihnen einige Ängste nehmen: 

Die meisten frühgeborenen Kinder entwickeln sich prächtig, auch wenn der Start ins Leben anders aussieht, als Sie es sich vielleicht erhofft haben.

Eine Frühgeburt liegt dann vor, wenn ein Baby vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren wird. Zwar sind Frühgeborene oft kleiner und schwächer, aber moderne Medizin und Pflege bieten eine großartige Unterstützung für diese Kinder. 

Unsere Klinik für Geburtshilfe und Perinatalmedizin sowie die Neonatologie bei den DRK Kliniken Berlin Westend sind speziell darauf vorbereitet, um Frühchen bestmöglich zu versorgen und ihnen den sanften Übergang ins Leben zu ermöglichen.

Sollte Ihr Baby tatsächlich früher auf die Welt kommen, wird es möglicherweise einige Zeit auf der Neonatologie der DRK Kliniken Berlin Westend verbringen müssen. Dort erhält es Unterstützung beim Atmen, bei der Regulierung der Körpertemperatur und der Nahrungsaufnahme, bis es stark genug ist, dies alleine zu tun. Unser Team verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung und wir arbeiten eng mit Ihnen zusammen, um die bestmögliche Versorgung sicherzustellen.

Sie werden als Eltern eine wichtige Rolle spielen. Ihre Anwesenheit, Ihre Stimme und Ihre Berührungen sind für Ihr Baby eine große Quelle der Geborgenheit und Stabilität – auch wenn es im Brutkasten liegt. Das sogenannte „Känguru-Kuscheln“, bei dem das Baby auf der nackten Brust liegt, hilft nachweislich bei der Stabilisierung der Herzfrequenz und Atmung und fördert die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Baby.

In dieser intensiven Zeit ist es wichtig, dass Sie auch auf sich selbst achten. Eine Frühgeburt fordert sowohl emotional als auch körperlich viel von Ihnen. Nehmen Sie sich Zeit für kleine Pausen, um Kraft zu tanken, und scheuen Sie sich nicht, Unterstützung von Familie, Freunden oder professionellen Beratern anzunehmen.

Auch wenn die erste Zeit nach einer Frühgeburt turbulent und herausfordernd sein kann, sind die Aussichten für Ihr Kind sehr gut. Dank der heutigen medizinischen Möglichkeiten und der individuellen Betreuung entwickeln sich viele Frühchen genauso gut wie termingerecht geborene Kinder. Geduld und Liebe sind hierbei die wichtigsten Begleiter – sowohl für Ihr Baby als auch für Sie.

Symptome

Wenn Sie zum Beispiel Zwillinge erwarten oder einen Schwangerschaftsdiabetes haben, kann es zu einer Frühgeburt kommen. Aber auch Frauen mit einer bislang normal verlaufenden Schwangerschaft können mit einer Frühgeburt konfrontiert sein. Bei den regelmäßigen Untersuchungen bei Ihrer Frauenärztin bzw. Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Hebamme, wird das Risiko einer Frühgeburt individuell eingeschätzt. Es gibt zudem einige Symptome, die auf eine Frühgeburt hinweisen können: 

  • Frühzeitige Wehen vor der 37. Schwangerschaftswoche
  • Vermehrter vaginaler Ausfluss bis hin zum Blasensprung
  • Sehr starke, krampfartige Schmerzen im unteren Bauchbereich oder Rückenschmerzen, die nicht durch normale Verspannungen oder Belastungen zu erklären sind
  • Starkes Druckgefühl im Becken vor der 37. Schwangerschaftswoche
  • Jede Form von Blutungen
  • Verändertes Bewegungsverhalten ihres Babys
  • Gebärmutterhalsverkürzung: Bei allen Untersuchungen in Ihrer Schwangerschaft wird der Gebärmutterhals gemessen. Ist dieser in der Mitte oder im letzten Drittel der Schwangerschaft verkürzt, kann das auf eine Frühgeburt hinwiesen. Ihre Ärztin/Ihr Arzt und Ihre Hebamme werden in diesen Fällen das weitere Vorgehen mit Ihnen besprechen.

Diagnose

Wenn Sie eines dieser Anzeichen bemerken, sollten Sie:

  • sofort Ihren Arzt oder Ihre Hebamme kontaktieren. Es ist besser, einmal zu viel nachzufragen, als Anzeichen zu übersehen.
  • Hinlegen und sich ausruhen. Versuchen Sie, so schnell wie möglich eine liegende Position einzunehmen, und bleiben Sie ruhig, bis Sie medizinische Hilfe erhalten.
  • Flüssigkeit zu sich nehmen. Manchmal können Kontraktionen durch Dehydrierung ausgelöst werden, also trinken Sie etwas Wasser, aber nicht zu viel.

Frühzeitige Behandlung kann oft helfen, eine Frühgeburt zu verzögern oder zumindest die bestmögliche Vorbereitung auf eine frühere Geburt zu ermöglichen. Zögern Sie also nicht, bei ungewöhnlichen Symptomen rasch ärztlichen Rat einzuholen.

Behandlung

Bei einem verkürzten Gebärmutterhals gibt es unterschiedliche Methoden, um die Geburt hinauszuzögern und das Risiko einer Frühgeburt zu verringern:

  • Besonders wichtig sind die regelmäßigen ärztlichen Kontrollen. Bitte halten Sie die vereinbarten Termine unbedingt ein. 
  • Mit dem Hormon Progesteron oder speziellen „Wehenhemmern“ stehen Medikamente zur Verfügung, die die Schwangerschaft stabilisieren können. 
  • Bettruhe kann helfen, den Druck auf den Gebärmutterhals zu verringern und Wehen zu reduzieren.
  • Bei einem stark verkürzten Gebärmutterhals kann ein Cerclage (eine Art von Halsring) eingesetzt werden. Hierbei handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff, bei dem der Gebärmutterhals durch einen Faden oder ein Band stabilisiert wird, um eine vorzeitige Öffnung zu verhindern. Dies wird in der Regel in der 12. bis 14. Schwangerschaftswoche durchgeführt und kann bis zur 37. Woche bestehen bleiben.
  • Außerdem sollten Sie sich gesund ernähren, ausreichend Wasser trinken, Stress reduzieren und Alkohol und Zigaretten vermeiden. 

Bei Anzeichen von Wehen oder anderen Symptomen sollten Sie sofort medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Denn eine frühe Intervention kann helfen, die Situation zu stabilisieren und eine Frühgeburt zu verhindern.

Nachsorge

Kinder, die mit einem sehr geringen Geburtsgewicht von weniger als 2.500 Gramm zur Welt kommen, benötigen in der Regel eine besondere medizinische Nachsorge, da sie anfälliger für gesundheitliche Komplikationen sind. Die Nachsorge variiert in Abhängigkeit von Faktoren wie Geburtsgewicht, Reifezustand und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Kindes.

Von zentraler Bedeutung ist die intensive Betreuung direkt nach der Geburt auf der Neonatologie, wie wir sie bei den DRK Kliniken Berlin Westend mit unserem Perinatalzentrum Level 1 bieten. Hier werden lebenswichtige Funktionen wie Atmung, Kreislauf und Ernährung unterstützt und mithilfe eines Inkubators eine konstante Temperatur gewährleistet. Auch die Atmung überwachen wir hier, genauso wie die Gewichtsentwicklung. 

Frühgeborene Kinder sollten auch langfristig medizinisch durch einen Kinderarzt bzw. eine Kinderärztin betreut werden. Denn sie haben ein erhöhtes Risiko für Entwicklungsverzögerungen, für Netzhauterkrankungen des Auges und Hörprobleme. Bitte nutzen Sie deswegen alle angebotenen U-Untersuchungen und sprechen Sie Auffälligkeiten vertrauensvoll an. So kann ggfs. mit frühzeitiger Förderung und therapeutischer Unterstützung (z.B. Physio- oder Ergotherapie, Logopädie) begonnen werden.

Prognose

Dank moderner neonatologischer Versorgung haben Kinder mit einem geringen Geburtsgewicht heute eine sehr hohe Überlebenswahrscheinlichkeit. Bei Kindern mit einem Geburtsgewicht von 1.500 bis 2.500 Gramm liegt die Überlebensrate in den Industrieländern bei über 95 %.  Die allermeisten Kinder mit geringem Geburtsgewicht entwickeln sich im Laufe der Zeit zu gesunden Erwachsenen. Einige haben jedoch langfristige Gesundheitsprobleme, die von milden Lern- und Verhaltensproblemen bis hin zu schwereren Beeinträchtigungen reichen. Regelmäßige medizinische und entwicklungspsychologische Nachsorge kann dabei helfen, frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen und die Prognose in diesen Fällen zu verbessern.

Prävention

Die beste Vorgehensweise zur Vorbeugung einer Frühgeburt besteht darin, proaktiv auf Ihre Gesundheit zu achten und eng mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme zusammenzuarbeiten. Jeder Fall ist einzigartig, daher ist es wichtig, die geeigneten Maßnahmen basierend auf Ihren spezifischen Risiken und Umständen zu besprechen. 

Eine Frühgeburt kann oft nicht vollständig verhindert werden, da sie durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden kann, die nicht immer kontrollierbar sind. Dennoch gibt es einige Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um das Risiko einer Frühgeburt zu verringern oder die Wahrscheinlichkeit zu minimieren. Es ist wichtig, die Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig wahrzunehmen, auf einen gesunden Lebensstil zu achten und auf Alkohol und Nikotin zu verzichten.

Bei Fragen zur Frühgeburtlichkeit, nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

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