Blasensprung und Infektionen

Infektionen und ein vorzeitiger Blasensprung sind in der Schwangerschaft ernstzunehmende Komplikationen, die ärztliche Abklärung – zum Beispiel bei den DRK Kliniken Berlin Westend – erfordern, um das Wohl von Mutter und Kind zu gewährleisten.

Infektionen

Während der Schwangerschaft ist das Immunsystem der Frau geschwächt, um die Entwicklung des Kindes zu unterstützen. Dies erhöht das Risiko für Infektionen, die sich auf Mutter und Kind negativ auswirken können. 

Besonders gefährlich sind Infektionen wie eine Harnwegsinfektion, die durch Bakterien in der Blase oder Harnröhre verursacht wird, sowie Vaginalinfektionen durch Pilze oder Bakterien (z.B. bakterielle Vaginose). Diese können unter Umständen aufsteigende Infektionen verursachen, die den Gebärmutterhals und das Fruchtwasser erreichen, was zu vorzeitigen Wehen, einer Fehlgeburt oder Frühgeburt führen kann.

Blasensprung

Ein Blasensprung bezeichnet den Riss der Fruchtblase, die das ungeborene Kind umgibt und es mit Fruchtwasser versorgt. 

Normalerweise tritt der Blasensprung kurz vor oder während der Geburt auf. Ein vorzeitiger Blasensprung vor der 37. Schwangerschaftswoche kann zu ernsthaften Problemen führen. Das Kind ist durch den Verlust des Fruchtwassers nicht mehr ausreichend geschützt und das Risiko einer Infektion steigt stark an, da Keime über die Scheide in die Gebärmutter eindringen können. Zudem kann ein vorzeitiger Blasensprung zu vorzeitigen Wehen führen, was das Risiko für eine Frühgeburt erhöht.

Sowohl Infektionen als auch ein Blasensprung erfordern sofortige ärztliche Untersuchung und Behandlung.

 Infektionen müssen rechtzeitig mit Antibiotika oder anderen Medikamenten behandelt werden, um eine Ausbreitung zu verhindern und Komplikationen zu vermeiden. Ein Blasensprung ist ein medizinischer Notfall, der im Krankenhaus überwacht werden muss. Die Ärztin oder der Arzt wird Maßnahmen ergreifen, um das Infektionsrisiko zu minimieren, das Baby zu schützen und eine eventuell notwendige Frühgeburt zu betreuen. Mit einer schnellen und richtigen Behandlung können schwerwiegende Komplikationen meist verhindert werden.

Sollten Sie bei uns entbinden, geben Sie bitte dem Team der Klinik für Geburtshilfe und Perinatalmedizin der DRK Kliniken Berlin Bescheid, sollten Sie an einer akuten Infektion leiden bzw. erst kürzlich die Therapie abgeschlossen haben.

Symptome bei Infektionen

Zu den häufigsten Infektionen zählen Harnwegsinfektionen und vaginale Infektionen, die durch Bakterien oder Pilze ausgelöst werden können. 

Zu den Symptomen können gehören: 

  • häufiger Harndrang, auch wenn nur kleine Mengen Urin abgehen
  • Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
  • Unterbauchschmerzen oder Druckgefühl im Beckenbereich
  • Trüber, dunkler oder übel riechender Urin
  • Fieber oder Schüttelfrost 
  • Dünner, grau-weißer Ausfluss mit fischartigem Geruch oder weißer, krümeliger Ausfluss, oft geruchlos
  • Jucken oder Brennen im Intimbereich
  • eventuell Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Rötung und Schwellung im Intimbereich

Wenn Sie den Verdacht auf eine Infektion haben, suchen Sie bitte zügig Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin auf, um die Infektion schnell zu behandeln und Folgeschäden zu vermeiden.

Diagnose der Infektion

Zunächst werden Sie nach den Beschwerden befragt (Anamnese) und davon ausgehend bestimmte Folgeuntersuchungen eingeleitet. Dies können Urintests oder vaginale Abstriche sein, durch die der Erregertypus im Labor genauer bestimmt werden kann. Auch mikroskopische Untersuchungen helfen bei der Klärung.

Beim Verdacht auf schwere Infektionen können zudem Bluttests oder Ultraschalluntersuchungen notwendig werden.

Behandlung von Infektionen

Die Behandlung von Harnwegsinfektionen (HWI) und vaginalen Infektionen in der Schwangerschaft muss sorgfältig erfolgen, um sowohl die Gesundheit der Mutter als auch die des ungeborenen Kindes zu schützen. Meistens erfolgt eine Behandlung mit Antibiotika. Bitte schließen Sie die Antibiotikatherapie vollständig ab, um ein Wiederauftreten der Infektion zu verhindern.

Pilzinfektionen werden mit antimykotischen Medikamenten behandelt, die lokal als Zäpfchen oder Cremes angewendet werden. Häufig verwendete Mittel sind z.B. Clotrimazol oder Miconazol. 

Daneben wird zur Unterstützung der Darm- und Vaginalflora die Einnahme von Probiotika empfohlen. Trinken Sie während der Infektionen viel Wasser oder Tee und achten Sie auf eine gute Hygiene.

Nachsorge

Die Nachsorge nach einer Harnwegsinfektion (HWI) oder vaginalen Infektion in der Schwangerschaft ist besonders wichtig, um sicherzustellen, dass die Infektion vollständig geheilt ist und keine Komplikationen für die Mutter oder das ungeborene Kind auftreten. 

Von besonders großer Bedeutung sind deswegen die Kontrolluntersuchungen. Bitte nehmen Sie diese Termine unbedingt wahr. Daneben kann die Stärkung des Immunsystems, z.B. durch eine vitaminreiche, gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und wenig Stress dazu beitragen, neue Infektionen zu verhindern. 

Prognose

Wenn die Infektionen frühzeitig erkannt und konsequent behandelt werden, besteht kaum ein Risiko für Mutter und Kind. Unbehandelt können sie jedoch zu einem vorzeitigen Blasensprung, einer Frühgeburt oder einem niedrigen Geburtsgewicht führen.

Prävention von Infektionen

Die Vorbeugung von Harnwegs- und vaginalen Infektionen in der Schwangerschaft ist besonders wichtig, da schwangere Frauen aufgrund hormoneller Veränderungen und des geschwächten Immunsystems anfälliger für Infektionen sind.

Durch einige Maßnahmen können diese Infektionen effektiv verhindert werden:

  • Ausreichend Wasser oder Tee trinken
  • Stärkung des Immunsystems durch gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und wenig Stress
  • richtige Toilettenhygiene
  • vermeiden Sie enge, synthetische Unterwäsche oder Hosen
  • täglicher Unterwäschewechsel
  • ggfs. Einsatz von Probiotika
  • Wahrnehmung aller Vorsorge- und Kontrolluntersuchungen

Bei Komplikationen in Ihrer Schwangerschaft nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

Klinik für Kinder- und Jugendmedizin - Neonatologie


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