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Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie Köpenick

Schulterluxation

Auskugelung des Schultergelenkes

Ursache

Als Schulterluxation bezeichnet man die Ausrenkung des Schultergelenkes mit dem kompletten Kontaktverlust zwischen dem Oberarmkopf und der Gelenkfläche. (Abb. 1) Sie kann unfallbedingt oder auch anlagebedingt auftreten. Zu einer unfallbedingten Luxation kann es durch einwirkende Hebelkräfte bei einem Sturz auf den ausgestreckten Arm kommen. Der Oberamkopf kugelt dabei meist nach vorn, seltener nach hinten aus. In der Regel kommt es zu einer Verletzung der Gelenklippe mit Abscherung des Kapsel-Band-Apperates vom Pfannenrand.

Die Schulterinstabiltät ist meist folge einer Schulterluxation. Ursächlich kann aber auch eine angeborene, sog. Habituelle Instabilität sein. Durch eine angeborene Schwäche des Kapsel- Band Apparates hat das Schultergelenk zu viel Spiel. Durch geringe Gewalteinwirkungen oder auch nur die Aktivitäten des täglichen Lebens kann es bereits zu Luxationen oder Subluaxtionen des Gelenkes kommen. Symptome können Schmerzen bei bestimmten Positionen oder das Gefühl des Herausrutschens des Schultergelenkes sein. In manchen Fällen kann die Schulter bei einer ausgeprägten Instabilität selbständig ausgerenkt werden.

Beschwerden

Nach einem Unfall bei dem die Schulter ausgekugelt wurde kommt es zu einer schmerzhaften Schonhaltung der Schulter mit eingeschränkter oder auch aufgehobener Beweglichkeit. Da der Oberarmkopf nicht mehr in der Pfanne sitzt kommt es zu einem veränderten Hautrelief, typischerweise mit tastbarer leere Pfanne.

Diagnostik

Eine Schulterluxation wir durch Röntgenbilder der Schulter gesichert. Danach erfolgt unverzüglich die Reposition unter intravenöser Schmerztherapie. Bei frustranem Repositionsversuch wird unter Umständen eine Narkose nötig. Eine MRT-Diagnostik ist zur weiteren Planung immer obligat. (Abb. 2)

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Behandlung

Nach Einrenkung der Schulter erfolgt die Ruhigstellung der Schulter. Unter zu Hilfenahme von verschiedenen Kriterien kann errechnet werden wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer neuerlichen Schulterluxation und Schulterinstabilität ist. Je nach Schwere der Luxation und etwaigen Begleitverletzungen wird eine konservative oder operative Therapie eingeleitet. Fällt die Entscheidung zu Gunsten der konservativen Therapie wird die Schulter je nach Begebenheit in einer Schulterschlinge oder einer speziellen Schulterorthese für einige Wochen ruhig gestellt.

Operative Behandlung

Bei Abscherverletzungen der Gelenklippe vom Pfannenrand ohne größere Begleitverletzungen des Gelenkes, z.B. große Knochendefekte, kann die Gelenklippe im arthroskopischen Verfahren wieder rekonstruiert werden. (Abb. 3) Dazu erfolgt zunächst ein diagnostischer Rundgang durch das Gelenk zur Detektion des Ausmaßes der Gelenklippenverletzung, Schädigung des Kapsel-Band-Apparates und weitere Verletzungsfolgen. (Abb. 4) Wenn möglich erfolgt dann die Refixierung der Gelenklippe am Pfannenrand mit Raffung der Gelenkkapsel um eine ausreichende Stabilität zu erreichen. (Abb. 5)

Nachbehandlung

Der stationäre Aufenthalt nimmt ca. 2-4 Tage in Anspruch. Die Schulter wird für 6 Wochen auf einem Schulterkissen gelagert. In der 1. bis 3. Woche nach OP erfolgt ausschließlich eine passive limitierte Mobilisierung der Schulter, sowie Lymphdrainage und Kryotherapie. Ab der 4. Woche erfolgt eine Steigerung der passiven Mobilisierung und Beginn mit vorsichtigen aktiv-unterstützenden Übungsbehandlungen. Aktive Bewegungsübungen der Schulter werden ab der 7. Woche nach Operation begonnen. Ein sportspezifisches Training kann unter Rücksprache mit dem Operateur nach 3 Monaten begonnen werden.

Ergebnisse und Risiken

Bei richtiger Indikationsstellung zur konservativen oder operativen Therapie sind die Ergebnisse sehr gut. Als Hauptkomplikation muss eine erneute Schultergelenksluxation genannt werden. Nach operativer Versorgung kommt es in ca. 10% der Fälle zu einer neuerlichen Luxation des Schultergelenks. Sehr selten treten Nervenschäden der ausgekugelten Schulter auf. Es besteht ein gering erhöhtes Arthroserisiko der betroffenen Schulter im Vergleich zur gesunden Seite. Bei rezidivierenden Luxationen oder einer chronischen Instabilität liegt häufig ein größerer Substanzdefekt am Knochen vor, dieser wiederum begünstigen eine bleibende Instabilität. Eine Möglichkeit die Stabilität wiederherzustellen ist die anatomische Wiederherstellung der Gelenkpfanne. Dazu wird ein Knochenspan aus dem Beckenkamm gewonnen und in offener Operationstechnik an den vorderen Pfannenrand angelagert.

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