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Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie Köpenick

Kleinzehedeformitäten (Krallenzehen, Hammerzehen und Klauenzehen)

Formveränderungen der vier kleineren Zehen sind relativ häufig. Sie können einzeln oder im Zusammenhang mit anderen Fußveränderungen wie etwa einem Spreizfuß oder einem Hallux valgus auftreten. Die Fehlstellung kann einzelne Gelenke eines Zehs oder alle drei Gelenke betreffen, die betroffenen Gelenke können noch eine normale Beweglichkeit aufweisen oder schon in bestimmten Stellungen eingesteift sein. Am häufigsten sind Hammerzehen, bei denen das untere Zehengelenk nach oben gebeugt ist, was regelmäßig zu schmerzhaften Druckstellen („Hühneraugen“) führt.

Beschwerden

Die meisten Patienten mit Fehlstellungen der Kleinzehen klagen über Druckstellen, die im gewohnten Schuhwerk entstehen. Diese können je nach Art der Deformität an unterschiedlichen Stellen eines Zehs auftreten. Oftmals behindern sich auch eine fehlgestellte Großzehe (Hallux valgus) und die 2. Zehe, die dann nach oben oder unten ausweichen muss. Auch hier kann es zu chronischen Druckstellen und Blasen kommen, die sich im schlimmsten Fall entzünden. 

 

Diagnostik

Zur Beurteilung des Ausmaßes der Fehlstellung werden in der Regel zwei Röntgenbilder des betroffenen Fußes benötigt, die im Stehen aufgenommen werden, um die Situation bei Belastung zu zeigen. Hilfreich ist es, die Bilder schon vor der Vorstellung hier von einem Hausarzt oder Orthopäden anfertigen zu lassen und zur Untersuchung mitzubringen. Da eine Fehlstellung der Kleinzehen vielfältige Ursachen haben kann, wird der gesamte Fuß untersucht und das Gangbild beurteilt.

 

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Behandlung

Zunächst kann ein Versuch unternommen werden, das Schuhwerk so anzupassen, dass beispielsweise ein hochstehendes Mittelgelenk eines Zehs keinen Kontakt mehr zur Kappe des Schuhs oder ein zu langer Zeh vorn ausreichend Platz hat. Weist ein Zeh am Endglied eine schmerzhafte Druckstelle auf, kann eine Einlage verordnet werden, die an dieser Stelle besonders weich gearbeitet ist. Gleichzeitig können auch andere Fehlstellungen wie ein Spreizfuß mit einer entsprechenden Einlage behandelt werden. Hochstehende Zehen können gelegentlich auch mit einem Tapeverband „gebändigt“ werden.

Operative Behandlung

Sollten die konservativen Maßnahmen nicht zu einer anhaltenden Besserung führen, gibt es in Abhängigkeit von der Art der Fehlstellung der Kleinzehe spezielle Operationsmethoden zur dauerhaften Korrektur. Hierbei werden die betroffenen Zehengelenke entweder wieder beweglich gemacht oder auch versteift, wodurch jedoch die Funktion der gesamten Zehe keinen Schaden nimmt. Die Korrekturstellung wird oft mit einem Draht gehalten, der nach einigen Wochen ohne eine erneute Narkose oder Betäubung wieder entfernt wird. In schwereren Fällen muss zur Wiederausrichtung einer Zehe auch der Mittelfußknochen korrigiert werden, wozu manchmal auch kleine Schrauben verwendet werden. Sollten lediglich die Kleinzehen korrigiert werden müssen, lassen sich solche Eingriffe in der Regel ambulant durchführen, so dass Sie nicht auf eine Station aufgenommen werden und das Krankenhaus noch am Tag der Operation wieder verlassen können. Für die meisten Operationen ist es nötig, anschließend für einige Tage bis Wochen einen Spezialschuh zu tragen, der zuvor verordnet wurde.

Ergebnisse und Risiken

Die Operationsmethoden zur Korrektur der kleinen Zehen sind zuverlässig und werden häufig durchgeführt. Den meisten Patienten können ihre Beschwerden sicher genommen werden. Nach einer Operation der Zehen kann es allerdings in manchen Fällen zu einer länger anhaltenden Schwellung, in seltenen Fällen zum Verbleib von Beschwerden oder restlichen Fehlstellungen kommen, die sich in der Regel aber auch wieder beseitigen lassen.

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