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DRK Kliniken Berlin erhalten erneut MRE-Siegel

Als einziger Klinikverbund in Berlin ausgezeichnet

Übergabe des MRE-Siegels u.a. mit Staatssekretär Martin Matz, Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung (3. v. li., 1. Reihe), Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Köck, Institut für Hygiene (4. v. li., 1. Reihe), Dr. med. Nicoletta Wischnewski, Amtsärztin Charlottenburg-Wilmersdorf (6. v. li., 1. Reihe) und Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Johannes Elias, Institut für Mikrobiologie, (1. v. li., 2. Reihe); Fotonachweis: DRK Kliniken Berlin
Übergabe des MRE-Siegels u.a. mit Staatssekretär Martin Matz, Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung (3. v. li., 1. Reihe), Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Köck, Institut für Hygiene (4. v. li., 1. Reihe), Dr. med. Nicoletta Wischnewski, Amtsärztin Charlottenburg-Wilmersdorf (6. v. li., 1. Reihe) und Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Johannes Elias, Institut für Mikrobiologie, (1. v. li., 2. Reihe); Fotonachweis: DRK Kliniken Berlin

Berlin, 11. April 2019. Die bezirklichen MRE-Netzwerke haben am 10. April 2019 den DRK Kliniken Berlin bereits zum zweiten Mal das MRE-Siegel verliehen. Damit bleiben die DRK Kliniken Berlin vorerst der einzige Krankenhausverbund in der Region, der mit dem Qualitätssiegel für die Vorbeugung und Bekämpfung von MRE (Multiresistente Erreger) ausgezeichnet ist.

„Seit Jahren nehmen deutschlandweit Infektionen durch antibiotikaresistente Erreger zu“, so Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Robin Köck, Leiter des Instituts für Hygiene der DRK Kliniken Berlin. „Der Verbreitung solcher Erreger vorzubeugen ist deshalb eines unserer wichtigsten Ziele im Bereich der Krankenhaushygiene. Dass wir für unser Engagement wiederholt ausgezeichnet wurden, freut uns daher besonders.“

Die MRE-Netzwerke der Berliner Gesundheitsämter vergeben das MRE-Siegel an Krankenhäuser und stationäre Einrichtungen, die durch umfangreiche qualitätssichernde Maßnahmen zur Vorbeugung und Bekämpfung von MRE und Krankenhausinfektionen beitragen und damit die Sicherheit für ihre Patienten erhöhen. Dabei werden im Rahmen der Siegelvergabe zahlreiche Qualitätskriterien überprüft, zu denen neben einer ausreichenden Anzahl von Hygienefachpersonal und regelmäßigen Präventions- und Schulungsmaßnahmen vor allem Strukturen und Standards zur Sicherstellung eines sachgerechten Antibiotikaeinsatzes (z. B. durch ein Antibiotic Stewardship) und zum frühzeitigen Erkennen von MRE im Krankenhäusern (z. B. durch MRE-Screenings) zählen.

Das MRE-Siegel als Qualitätsmerkmal im Bereich der Krankenhaushygiene

„Ziel des Siegels ist es zu zeigen, dass Krankenhäuser – auch über die gesetzlichen Vorschriften hinaus – ein sehr hohes Qualitätsniveau im Bereich der Krankenhaushygiene umsetzen“, so Dr. med. Nicoletta Wischnewski, Amtsärztin Charlottenburg-Wilmersdorf, die stellvertretend für die MRE-Netzwerke das Siegel an die DRK Kliniken Berlin übergab. „Über den außergewöhnlichen Einsatz der DRK Kliniken Berlin bei der Prävention von MRE freuen wir uns daher besonders“.

Auch Staatssekretär Martin Matz, der für die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung an der Verleihung teilnahm, betonte, wie wichtig es sei, ein Zeichen gegen MRE zu setzen. „Die Anzahl antibiotikaresistenter Erreger in Deutschland nimmt zu“, so Matz. „Daher ist es gerade in der Gesundheitsstadt Berlin sehr wichtig, dass Gesundheitseinrichtungen bei der Vorbeugung und Bekämpfung von MRE an einem Strang ziehen.“

MRE Siegel hat zwei Jahre Gültigkeit

Ab dem Zeitpunkt der Antragsstellung ist das MRE-Siegel für einen Zeitraum von zwei Jahren gültig. Danach muss das Siegel neu beantragt werden, wobei jedes Krankenhaus abermals hinsichtlich der Einhaltung der Qualitätskriterien überprüft wird. Intern wird dieser Prozess eng von den eigenständigen Instituten für Hygiene und Mikrobiologie betreut, die die DRK Kliniken Berlin als einziger Krankenhausverbund in Berlin seit 2015 und 2016 betreiben. „Eins und eins sind in diesem Fall mehr als zwei“, so fasst Priv.-Doz. Dr. med. Johannes Elias, Chefarzt des Instituts für Mikrobiologie, die überaus effektive Zusammenarbeit der beiden Institute zusammen. „Die Bündelung der Expertisen ermöglicht es uns, einen nachhaltigen Beitrag im Bereich der Infektionsprävention zu leisten und somit eine Vorbildfunktion für Qualität im Bereich der Krankenhaushygiene einzunehmen.“

Generelles MRSA-Screening als Maßnahme zur Bekämpfung von MRE

MRE sind eine Gruppe von bakteriellen Erregern, gegen die die meisten Antibiotika unwirksam geworden sind. Gesundheitseinrichtungen sehen darin eine enorme Herausforderung für die Behandlung von Patienten, die Träger von MRE Bakterien sind. Aktuelle Schätzungen der Europäischen Infektionsschutzbehörde ECDC (Stockholm) gehen davon aus, dass allein in Deutschland jährlich über 54.000 Fälle von MRE auftreten, mehr als 2.300 davon enden tödlich. Zu den bekanntesten MRE in Deutschland zählen sogenannte Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA), die vor allem über Wunden oder durch die Schleimhäute in den Körper gelangen und Infektionen auslösen.

Das Tückische an MRE ist vor allem, dass Patienten den Keim oft ohne ihr Wissen bereits in der Nase oder dem Rachen tragen, wenn sie ins Krankenhaus aufgenommen werden. Die DRK Klinken Berlin haben deshalb bereits 2017 als erster Klinikverbund in Berlin ein generelles „MRSA-Screening“ eingeführt. Das bedeutet, dass alle Patienten, die in den DRK Kliniken Berlin stationär aufgenommen werden, per Nasen-Rachenabstrich auf MRSA untersucht werden. „Dank des generellen Screenings bei der Patientenaufnahme können wir MRSA-Träger schnell identifizieren und diese Patienten gezielt behandeln, um den MRSA-Erreger zu beseitigen. Dadurch wir einerseits die Infektionsgefahr für den Patienten stark vermindert. Andererseits sinkt die Gefahr, dass der Erreger an andere Patienten weitergegeben wird“, erklärt Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Köck.

Bedachter Einsatz von Antibiotika als Präventionsmaßnahme

„Wenn man MRE effektiv verhindern will, muss man aber noch früher ansetzen“, ergänzt Priv.-Doz. Dr. med. Johannes Elias. „Die Entstehung von MRE wird begünstigt durch den unbedachten Einsatz von Antibiotika. An allen Standorten der DRK Kliniken Berlin entwickeln wir in interdisziplinärer Zusammenarbeit daher lokale Diagnostik- und Antibiotikatherapiestandards. So stellen wir sicher, dass unsere Patienten optimal behandelt werden. Zusätzlich begleiten wir Ärzte im Rahmen von Telefonaten, Konsilen und regelmäßigen Visiten bei der Anwendung von Antibiotika“.

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