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DRK Kliniken Berlin | Westend

Hedwig-von-Rittberg-Zentrum
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Spandauer Damm 130
14050 Berlin
Wegbeschreibung

Anmeldung Institutsambulanz
Tel.: (030) 3035 - 4545
Fax: (030) 3035 - 4519
E-Mail Kontakt

Chefarzt

Prof. Dr. med. Dipl.-Päd.
Michael von Aster

Abteilungsschwester des Pflege- und Erziehungsdienstes

Cornelia Frister

Wann helfen wir?

Es werden Kinder und Jugendliche im Alter von 4 bis 18 Jahren vorgestellt, die an bestimmten psychischen geistigen oder sozialen Entwicklungsaufgaben und Erwartungen ihrer Umwelt scheitern, unter diesem Scheitern leiden, in Konflikt geraten und zuweilen sich selbst oder andere gefährden. Die Vorstellung erfolgt in der Regel durch die Eltern und Bezugspersonen, meist auf Anregung niedergelassener Ärzte oder anderer Beratungs- oder Hilfsdienste aus den Bereichen Schule oder Jugendhilfe.

Probleme können sein

  • mangelnde Selbstregulation, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, unruhiges und impulsives Verhalten
  • schulische Lern- und Leistungsstörungen, Lese-Rechtschreibstörungen (Legasthenie) und Rechenstörungen (Dyskalkulie)
  • Depressivität und Selbstmordgefährdung
  • abnorme Ängste und soziale Isolation
  • Essstörungen wie Magersucht (Anorexie) oder Bulimie
  • soziale Fehlanpassungen mit oppositionellem Verhalten, Aggressivität und Delinquenz
  • Entwicklungsstörungen der Motorik, der Sprache und der Beziehungsfähigkeit
  • Störungen der Ausscheidungsfunktionen (Einnässen oder Einkoten)
  • zwanghaftes Verhalten, Tics
  • Störungen der Gemeinschaftsfähigkeit der Kommunikation und der Interaktion
    (z.B. Autismus)
  • psychosomatische Beschwerden wie Schlafstörungen, Kopf- oder Bauchschmerzen
  • psychotische Erkrankungen mit Störungen des Denkens, der Wahrnehmung und der Affektivität (z.B. Schizophrenie, manisch-depressives Kranksein)
  • Sucht (Rauschmittelabusus)
  • Pubertäts- und Ablösungskrisen
  • neurotische Störungen und familiäre Beziehungskonflikte
  • Zustand nach Vernachlässigung, Misshandlung oder sexuellem Missbrauch

Wenn eine zwingende Notwendigkeit für eine Krankenhausbehandlung besteht, kann für Patienten aus der Versorgungsregion jederzeit eine notfallmäßige stationäre Aufnahme erfolgen. In der Regel erfolgt zunächst eine ambulante Vorstellung in der Institutsambulanz (Link: Kontakt) mit einer Klärung der weiteren Behandlungsschritte inklusive möglicher Indikationen für eine Aufnahme in die Tagesklinik oder auf die Station.

Wer hilft womit?

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die spezifischen Aufgaben in Diagnostik und Therapie, die von den verschiedenen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie tätigen Berufsgruppen wahrgenommen werden.

<b>Ärzte</b>
(Fachärzte für Kinder- und
Jugendpsychiatrie, Ärzte in
Weiterbildung)
<b>Ärztliche Diagnostik und Therapie</b>
einschließlich körperliche und neurologische Entwicklungs- und Funktionsdiagnostik, biologisch-pharmakologische, tiefenpsychologische, verhaltens-, gesprächs- und spieltherapeutische sowie systemtherapeutische Behandlungsansätze
<b>Psychologen</b>
(psychologische Psychotherapeuten,
psychologische Psychotherapeuten
im Praktikum)
<b>Psychologische Diagnostik und Therapie</b>
einschließlich projektive, neuropsychologische und leistungsbezogene Testdiagnostik, Durchführung von Psychotherapie und Verhaltenstherapie im Einzel- und Gruppensetting, funktionelle neuropsychologische Übungsbehandlung, Lerntherapie, Neurofeedback
<b>Mitarbeiter des Pflege- und
Erziehungsdienstes</b>
(Fachkrankenschwestern/-pfleger,
Erzieher, Sozialpädagogen, HeilerziehungspflegerInnen)
<b>Pflege und Erziehung</b>
einschließlich Milieugestaltung, Bezugspflege, Freizeit- und Tagesstrukturierung, erlebnispädagogische und sportliche Angebote, Unterrichts- und Schularbeitshilfe, spezifische Einzel- und Gruppenförderung; Mitarbeit in Diagnostik, Therapie und Elternberatung
<b>Fachtherapeuten</b>
(Pädagogen, Ergotherapeuten, Logopäden,
Physiotherapeuten, Kunsttherapeuten,
Musiktherapeuten)
<b>Fachspezifische Diagnostik und Therapie</b>
Ergo- und Beschäftigungstherapie, Sport- und Bewegungstherapie, Psychomotorik, Kunst- und Musiktherapie, Logopädie, sprachheilpädagogische Förderung, Bibliotherapie (therapeutische Arbeit mit Kinder- und Jugendliteratur) im Einzel- und Gruppensetting
<b>Mitarbeiter des Sozialdienstes</b>
(Sozialarbeiter, Sozialpädagogen)
<b>Sozialarbeit, Sozialpädagogik</b>
einschließlich Kooperation mit außerklinischen Diensten, spezifische Beratung der Familien in sozialrechtlichen Angelegenheiten, Hausbesuche, Vermittlung von Hilfen zur Erziehung und Hilfen bei seelischer Behinderung (§27 35a KJHG), ambulante Unterstützung in der Familie, Training sozialer Kompetenzen in Gruppen
<b>Lehrer und Sonderpädagogen
der Klinikschule</b>
<b>Unterricht</b>
Die Klinikschule deckt alle Schulformen und Klassenstufen ab. Die integrierte Klinikschule gewährleistet die schulische Diagnostik und den individuell angepassten täglichen Unterricht mit Sonderförderung in Kleingruppen. Sie unterstützt darüber hinaus die schulische Reintegration und gewährleistet eine fundierte Schullaufbahnberatung.

Wie helfen wir?

Die Klinik gliedert sich in drei Bereiche

  • Institutsambulanz
  • Tageskliniken
  • Stationen

Die Institutsambulanz (Kontakt) arbeitet ähnlich wie eine niedergelassene Facharztpraxis. Ihre präventive Aufgabe besteht darin, Häufigkeit und Dauer vollstationärer oder tagesklinischer Behandlungen auf ein notwendiges Maß zu beschränken.

Im Rahmen der Erstvorstellung mit Eltern oder Bezugspersonen wird die Anamnese erhoben und es folgen ärztliche, psychologische und fachdiagnostische Untersuchungen. Auf der Basis der erhobenen Befunde erfolgt eine eingehende Beratung und gegebenenfalls Therapie oder Zuweisung zur tagesklinischen oder stationären Behandlung.

Zur Vorstellung kommen Kinder mit allen Arten von psychischen Symptomen. Spezialsprechstunden werden für Kinder- und Jugendliche mit Essstörungen sowie mit schulischen Entwicklungsstörungen angeboten. Besondere gruppentherapeutische Angebote gibt es für Kinder  und Jugendliche mit Störungen des Sozialverhaltens und der Beziehungsfähigkeit, für Kinder und Jugendliche mit psychosomatischen Erkrankungen und für Jugendliche mit Essstörungen und deren Eltern.

Bei der Terminvergabe kann es zuweilen zu mehrwöchigen Wartezeiten kommen. Dringende Fälle werden innerhalb einer Woche gesehen, sofortige Notfall- und Krisenintervention wird am selbigen Tag rund um die Uhr durch den Dienst habenden Arzt sichergestellt.

Die Tagesklink unterteilt sich in drei Gruppen für

  • jüngere Kinder im Alter von 4 bis 12 Jahren (T1)
  • ältere Kinder im Alter von 10 bis 15 Jahren (T2)
  • Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren (T3).

In allen drei Gruppen können bis zu maximal 8 Patienten tagesklinisch betreut werden. Zur Aufnahme in die Tagesklinik kommen Kinder und Jugendliche mit allen Formen psychischer Störungen und Entwicklungsauffälligkeiten, die jedoch nicht so schwergradige Probleme haben, dass eine vollstationäre Behandlung nötig ist. Die aktuelle Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen wird unmittelbar in die Therapie mit einbezogen. Dies setzt einen ausreichenden familiären und sozialen Rückhalt voraus. Die tagesklinische Betreuung erfolgt an allen Werktagen von 7.30 bis 15.30 Uhr und schließt den Unterricht in der Klinikschule sowie alle Formen ärztlicher, psychologischer und fachtherapeutischer Behandlungen ein. Die Tagesklinikgruppen werden von geschulten Erzieherinnen und Erziehern geleitet.

Die Stationen gliedern sich in

  • eine Akut- und Aufnahmestation mit 5  Behandlungsplätzen (Station 15 A)
  • eine Station für jüngere Kinder im Alter von 4 bis 12 Jahren (15B S1)
  • eine Station für ältere Kinder im Alter von 10 bis 15 Jahren (15B S2)
  • eine Station für Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren (15B S3)
  • eine Station mit Schwerpunkt Neurofeedback für ältere Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren (15C)

Diese drei Stationen (S1, S2, S3) haben je maximal 6 Behandlungsplätze. Das therapeutisch-pädagogische Milieu auf den drei Stationen ist dem jeweiligen Alter der Kinder angepasst. Alle Formen von schwergradigen psychischen Störungen und Entwicklungsauffälligkeiten kommen zur Aufnahme. Bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung oder bei Notwendigkeit zu intensiver Beobachtung und Überwachung ist die Behandlung auf der Akutstation erforderlich. Alle ärztlichen, psychologischen, psychotherapeutischen und fachtherapeutischen Behandlungen kommen im Einzel- oder Gruppensetting in alters- und störungsspezifischer Ausgestaltung zur Anwendung. Der Schulunterricht wird durch unsere Klinikschule gewährleistet und verfolgt Ziele der schulischen Rehabilitation und Reintegration.  Eltern und Bezugspersonen werden eng in die Behandlung mit einbezogen.

Behandlungsgrundsätze

Die Behandlung erfolgt nach eingehender medizinischer, psychologischer und fachspezifischer Diagnostik, Befundaufklärung und Beratung. Sie basiert auf der Klärung der Erwartungen und den Zielsetzungen des Patienten selbst, seiner Angehörigen und der Zuweiser. Es wird stets versucht, die vorhandenen Kräfte und Ressourcen des Patienten und seiner Familie zu aktivieren und ein angemessenes und differenziertes Problemverständnis zu erarbeiten. Die Auswahl der therapeutischen Methoden erfolgt alters- und störungsspezifisch, dem Patienten und seinen Eltern gegenüber transparent. Auf den Stationen und in der Tagesklinik erfolgt die Behandlung in einem altersgerechten therapeutisch-pädagogischen Milieu mit strukturiertem Tagesablauf und Wochenplan, Bezugspflege und begleitendem Schulbesuch. Die Behandlung wird vom fallführenden Arzt oder Psychologen geleitet und durch ein multiprofessionelles Team getragen. Sie schließt die sozialdienstliche Beratung und Einleitung weiterführender und flankierender  Maßnahmen ein.

Die ärztlich-psychologischen und psychotherapeutischen Konzepte beinhalten immer die Aufklärung, Information und Beratung der Eltern und Bezugspersonen. Die Durchführung verhaltens- und psychotherapeutischer Behandlungen (Verhaltenstherapie, personenzentrierte Psychotherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie) orientiert sich an den wissenschaftlich evaluierten und überprüften Wirkprinzipien und haben die Verbesserung von inneren Regulationsprozessen im Verhalten und emotionalen Erleben zum Ziel. Bei entsprechender Indikation werden auch psychopharmakologische Behandlungen, Übungs- und Lerntherapien sowie EEG-Neurofeedback-Behandlungen eingesetzt. Kreativtherapeutische Methoden wie Kunst- und Musiktherapie sowie ergotherapeutische, physio- und sporttherapeutische, logopädische und bibliotherapeutische Ansätze dienen der Unterstützung psychischer Ausdrucksformen, der Stärkung von Selbstwertgefühl und Selbstreflexion und der Entwicklung angemessener Fähigkeitskonzepte. Sie fördern außerdem die Aktivierung und verbessern die sensorisch-integrativen und motorischen Funktionen.

Im Rahmen interdisziplinärer Fallbesprechungen und Visiten werden aktuelle Befunde diskutiert und in die Gestaltung des individuellen Behandlungskonzepts eingebracht. Die Teilnahme aller Mitarbeiter an regelmäßiger Supervision trägt dazu bei, dass stets ein hoher Qualitätsstandard gewährleistet werden kann.