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DRK Kliniken Berlin | Westend

Darmzentrum Westend

Spandauer Damm 130
14050 Berlin
Wegbeschreibung

Rund um die Uhr erreichbar unter

0152 0157 4222

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Leitung

Prof. Dr. med. Thomas Steinmüller
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Auszeichnung

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Was ist Darmkrebs?

Ein Leitfaden der wichtige Fakten verständlicher machen soll.

Aufbau und Funktion des Darmes

Der Darm ist mit einer Länge von 7 Metern das größte Organ unseres Körpers. Der Dünndarm liegt in lockeren Schlingen umrahmt vom Dickdarm in unserem Körper.

Im Dünndarm werden die wichtigsten Nahrungsbestandteile herausgefiltert und in den Blutkreislauf abgegeben.
Der Dickdarm (Colon) ist etwa 120 bis 150 cm lang.
Im Dickdarm wird dem Nahrungsbrei Wasser entzogen, im Mastdarm (Rektum) wird der Stuhlgang dann bis zur Ausscheidung gespeichert und ausgeschieden.

Besonderes Augenmerk soll hier auf den Dick- und Enddarmkrebs gelegt werden. Dünndarmkrebs tritt sehr selten auf.

Fakten zum Darmkrebs

Jährlich erkranken etwa 68 von 100 000 Männern und 72 von 100 000 Frauen an einem kolorektalen Karzinom. Dies bedeutet ca. 66000 Neuerkrankungen in Deutschland im Jahr. Bei Männern ist es das dritthäufigste und bei Frauen das zweithäufigste Karzinom. Am häufigsten treten die Erkrankungen nach dem 50. Lebensjahr auf.

Risikofaktoren

Nachfolgend genannte Faktoren können das Auftreten von Darmkrebs begünstigen

  • primär gutartige Wucherungen im Darm (Polypen)
  • Ernährungsgewohnheiten: hoher Fettkonsum, rotes Fleisch u. a.
  • angjähriger Nikotin- und Alkoholkonsum
  • Colitis ulcerosa (chronisch entzündliche Darmerkrankung)
  • gehäuftes Auftreten in der Familie

Vorsorge, Diagnostik

Vorsorge 

Als Vorsorge ist die Darmspiegelung unerlässlich. Hierbei gelingt die Darstellung und Beseitigung von Polypen aus denen im weiteren Verlauf Darmkrebs entstehen kann.

Ab dem 50. Lebensjahr steigt das Risiko für die Entartung von Polypen.

Die vorsorgende Darmspiegelung ist vor allem deshalb so wichtig, weil Darmkrebs häufig erst in sehr fortgeschrittenen Stadien Symptome verursacht.

Frühzeitig erkannte Tumore können heute geheilt werden. Vorsorgeuntersuchungen werden im Netzwerk des Darmzentrums Westend von drei ambulant tätigen Gastroenterologiepraxen durchgeführt.

Prävention

Die Prävention umfasst Maßnahmen, dem Darmkrebs vorzubeugen. Es hat sich gezeigt, dass eine gesunde Lebensweise auch maßgeblich Prävention bedeutet.

Durch eine gesunde Lebensweise können Sie nicht nur das Risiko verringern Darmkrebs zu bekommen.

Führen Sie einen aktiven Lebensstil und treiben Sie Sport. Achten Sie auf eine gesunde Ernährung und ernähren Sie sich durch eine ballaststoffreiche Kost <s></s>

Symptome

Häufig beschriebene Symptome für Darmtumore sind

  • Stuhlunregelmäßigkeiten
  • Blutauflagerungen/- beimengungen zum Stuhl
  • unklare Blutarmut
  • Schmerzen im Bauchraum
  • Allgemeinsymptome wie ein Leistungsknick mit Verschlechterung des Allgemeinzustandes, Gewichtsabnahme, Nachtschweiß oder Fieber)

Diagnostik

Die sicherste Diagnostik stellt die Dickdarmspiegelung dar. Hier kann in auffälligen Bereichen eine Gewebeprobe entnommen werden, die dann feingeweblich analysiert wird. Wenn festgestellt wird, dass es sich um einen Darmkrebs handelt, werden der Bauch und die Lunge durch ein Computertomogramm (CT) auf Metastasen (Streukrebs) untersucht. Außerdem erfolgen besondere Blutuntersuchungen, in denen sogenannte Tumormarker bestimmt werden. Für den Darmkrebs sind diese Marker weniger für die Diagnose, sondern mehr für eine Verlaufsbeurteilung wichtig.

In unserem Darmzentrum wird die Planung der Untersuchungen durch den Koordinator des Darmzentrums erfolgen. Die Spezialuntersuchungen können alle im Netzwerk des Darmzentrums Westend erfolgen. Je nach Allgemeinzustand des Patienten und Umfang der Untersuchungen sind diese Untersuchungen ambulant oder stationär möglich.
Die Ergebnisse dieser Untersuchungen führen zu einer prä-operativen Stadieneinteilung (TNM-Stadien) des Tumors.

Therapie

Bei der Therapie spielen vor allem die Operation, die Chemotherapie und die Bestrahlung eine wichtige Rolle.

Umfang und Reihenfolge ihrer Anwendung werden im Rahmen der wöchentlichen interdisziplinären Tumorkonferenz festgelegt. Diese Therapieentscheidung basiert auf den derzeit gültigen Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft.

Die Operation und die feingewebliche Untersuchung des Tumors (TNM-Klassifikation)

Die Operation dient der Entfernung des Tumors

  • bei Dickdarmkrebs: Entfernung des Dickdarmanteils, in dem sich der Tumor befindet (rechtsseitiger oder linksseitiger Dickdarm und/oder Querdarm) und des dazugehörigen Lymphgewebes.
  • bei Mastdarmkrebs: Entfernung des Mastdarms (Rektumresektion) mit Wiederherstellung der Darmpassage. In seltenen Fällen ist eine komplette Mastdarmentfernung (Rektumamputation) erforderlich

Dieser Teil der Behandlung wird in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie durchgeführt. Die Operationsstrategien unterscheiden sich je nach Erkrankung und Lokalisation des Tumors und können zum Teil minimalinvasiv in Form von „Schlüssellochchirurgie“ oder transanaler chirurgischer Behandlung durchgeführt werden. Jede Operation wird für den einzelnen Patienten dem diagnostizierten Tumorstadium angepasst.

Während des Aufenthalts in der Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie werden unsere Patienten neben der fachärztliche chirurgischen Behandlung intensiv und individuell durch die Pflegekräfte

Um die Operation herum kann ein Aufenthalt auf der Intensivstation der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin

Die feingewebliche Untersuchung des Operationspräparates erfolgt in der Pathologie

Liegt das abschließnde feingewebliche Ergbenis vor, erfolgt eine erneute Besprechung in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz. Alle Kooperationspartner legen hierbei die weitere Reihenfolge der noch nötigen Behandlungsschritte fest. Bei speziellen Fragestellungen werden weitere Fachexperten zu Rate gezogen (z.B. Genetiker, Gynäkologie, Urologie u.a.)

Die Chemotherapie

Die Medikamente, die bei der Chemotherapie gegeben werden, heißen Zytostatika (Zellwachstumshemmer). Diese Medikamente bremsen besonders das Wachstum von entarteten, bösartigen Zellen. Leider können diese Medikamente nicht zwischen gesunden Körperzellen und Krebszellen unterscheiden. So ist es möglich, dass manchmal Nebenwirkungen während der Chemotherapie auftreten. Diese werden durch Zusatzmedikamente behandelt. Die Chemotherapie wird entweder in Tablettenform oder als Infusion in die Vene verabreicht. Wenn die Chemotherapie über die Vene verabreicht wird, muss hierzu in bestimmten Fällen eine spezielle Kammer (Port) unter die Haut eingesetzt werden. Chemotherapie wird heute in der Regel ambulant durchgeführt. Um Ihnen eine möglichst wohnortnahe Behandlung zu ermöglichen, kooperieren wir in diesem Darmzentrum mit vier onkologischen Schwerpunktpraxen: Ambulantes Tumorzentrum SpandauOnkologische Praxis KurfürstendammOnkologische Schwerpunktpraxis MVZ TiergartenMVZ Ärzteforum Seestraße

Die Strahlentherapie

Die Bestrahlung ist Teil vieler Therapiekonzepte des Mastdarmkrebses. Dabei werden gezielt der Darmabschnitt und die Lymphabflusswege bestrahlt, in denen sich der Tumor befindet. Die Bestrahlung in diesem Bereich dient vor allem der Verhinderung eines Neuauftretens nach erfolgter Tumorbehandlung. Außerdem macht es bei nahe am Schließmuskel lokalisierten Tumoren in manchen Fällen eine Operation mit Schließmuskelerhalt möglich. Die Bestrahlung erfolgt im Zentrum für Strahlentherapie Westend.

Ob eine Bestrahlung nötig ist wird in der interdisziplinären Tumorkonferenz festgelegt.

In Abhängig der Tumorgröße und der Tumorlage können die Bestrahlung und/ oder die Chemotherapie auch vor der Operation (neoadjuvant) oder nach der Operation (adjuvant) erfolgen.

Unter bestimmten Umständen ist ein stationärer Aufenthalt während oder nach der Krebstherapie empfohlen. Dazu steht die Klinik für Innere Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie mit hoch qualifiziertem Personal, schwesternseits als auch von ärztlicherseits, gerade auf dem Gebiet der Krebstherapie jederzeit zur Verfügung

Was passiert nach der Entlassung aus dem Krankenhaus?

Steht die Entlassung aus dem Krankenhaus an, werden alle nach dem Krankenhaus notwendigen Maßnahmen ausführlich mit unseren Patienten besprochen. Neben der bereits beschriebenen eventuell notwendigen Durchführung einer ambulanten Chemotherapie und/ oder Bestrahlung sind in der Regel spezielle Nachsorgeuntersuchungen

Nachsorge, Hilfen

Nachsorge

Ist Ihre Behandlung abgeschlossen, erfolgt die Nachsorge in der Regel über mehrere Jahre.

Hier sollen mögliche Rückfälle (Rezidive) oder Metastasen (Streukrebs) frühzeitig erkannt und behandelt werden.
Diese Nachsorge wird gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt durchgeführt. Spezialuntersuchungen werden im Netzwerk des Darmzentrums Westend durchgeführt.

Psychologische Betreuung

In der Auseinandersetzung mit der Erkrankung steht den Patienten und Angehörigen während der stationären und ambulanten Behandlungsphase eine psychoonkolgischen Betreuung zur Verfügung. Im Darmzentrum Westend ist ein Diplom-Psychologe tätig, der speziell in der Psychoonkologie ausgebildet wurde. Er kann Ihnen professionell Beistand und Begleitung während der Diagnoseeröffnung. möglichen Krisensituationen bis über die stationäre Krebsbehandlung hinaus anbieten. Weiterhin kann er Ihnen Beratungsstellen oder ambulant tätige Psychotherapeuten vermitteln.

Künstlicher Darmausgang (Stoma)

Wenn ein Stoma vorübergehend oder auf Dauer angelegt werden muss, werden Sie durch ausgebildete Stomaschwestern betreut. Hierbei werden Sie in den Umgang mit dem künstlichen Darmausgang eingewiesen und alles für Ihre häusliche Versorgung organisiert. Sie besuchen die Patienten auch zu Hause.

Ob die Anlage eines künstlichen Darmausgangs nötig ist hängt von der Art der notwendigen Operation ab. Diesbezüglich erfolgt vor der Operation ein ausführliches Aufklärungsgespräch.

Zusatzangebote

Auch Selbsthilfegruppen sind für viele Patientinnen und Patienten eine große Unterstützung. Wir arbeiten seit langem mit Selbsthilfegruppen zusammen. Patienten, die einen Kontakt wünschen, können unkompliziert Hilfe erhalten. Be-suche von bereits operierten Patienten mit speziellen postoperativen Situationen oder Gespräche vor einer Operation können begleitend zu den ärztlichen und psychologischen Maßnahmen im Einzelfall für Betroffene sehr hilfreich sein.

Nach der Operation werden Sie außerdem durch Physiotherapeuten betreut, die Ihnen helfen, so schnell wie möglich wieder selbstständig auf die Beine zu kommen. Die frühestmögliche Mobilisierung hat in der postoperativen Phase eine entscheidende Bedeutung und ist uns ein wichtiges Anliegen.

Wenn Hilfsmittel für die häusliche Weiterversorgung benötigt werden und/oder eine Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst erforderlich ist, unterstützt Sie im Krankenhaus unsere Seviceschwester.

Hilfe für Patienten mit fortschreitenden Erkrankungen

Auch wenn die Behandlung von Krebserkrankungen heute schon große Fortschritte gemacht hat, ist sie doch nicht immer heilbar oder zum Stillstand zu bringen. Hierbei spielt vor allem die Behandlung von Krankheitsbegleitsymptomen (z.B. Schmerzen, andauernde Übelkeit, Blähungen und Passagestörungen u.a.) eine wichtige Rolle. Neben dieser Behandlung, kommt auch der Beratung und Begleitung der Bezugspersonen eine große Bedeutung zu. Gemeinsam mit den Hausärzten, spezialisierten Hauskrankenpflegern und anderen Berufsgruppen (z. B. Sozialarbeitern) wird ein an den individuellen Bedürfnissen orientiertes Netzwerk gebildet, so dass die Betreuung im Falle des Fortschreitens der Erkrankung auch zu Hause sichergestellt werden kann. (SAPV Spezialisierte ambulante Palliativversorgung, früher Homecare)