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DRK Kliniken Berlin | Westend

Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe

Brustzentrum

Spandauer Damm 130
14050 Berlin
Eingang F, Erdgeschoss

Wegbeschreibung

Tel.: (030) 3035 - 4924
Fax: (030) 3035 - 5929
E-Mail Kontakt

Chefarzt

Dr. med. Wolfgang Hartmann

Leitende Ärztin

Dr. med. Ursula Makowiec

Koordinatorin der Brustzentren

Dr. med. Anke Kleine-Tebbe

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AUSZEICHNUNG

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Brustvergrößerung (Brustaugmentation)

Wann und für wen ist eine Brustvergrößerung sinnvoll?
Es gibt viele Gründe für den Wunsch nach einer Brustvergrößerung. Die meisten Frauen halten ihre Brust aus persönlichen Gründen für zu klein und haben den Wunsch, ihre Körperform zu verbessern. Jedoch sind auch Brustasymmetrien oder der Verlust an Brustvolumen nach Schwangerschaft oder der Stillzeit  mögliche Motive für den Wunsch nach einer  Brustvergrößerung. In vielen dieser Fälle führt die Brustvergrößerung zu einer Verbesserung des Selbstwertgefühls und damit auch zu einer Erhöhung der individuellen Lebenszufriedenheit und des Wohlbefindens.

Wichtige Aspekte wie Allgemeinzustand der Patientin, Alter, Nikotinkonsum, Hautelastizität, Blutgerinnung, individuelle Wünsche u.v.a. müssen bei der Planung berücksichtigt werden.

Wie wird die Operation durchgeführt?
Eine Brustvergrößerung wird in unserer Klinik in Vollnarkose durchgeführt und die OP-Zeit beträgt in der Regel 1 bis 1,5 Stunden. Die Brust wird durch ein Implantat vergrößert. Dieses wird durch einen Schnitt eingesetzt, der später nur eine kleine und versteckte Narbe hinterlässt. Die Hautschnitte können entweder in der Brustumschlagsfalte, am Brustwarzenrand oder in die Achselhöhle gelegt werden. Das Implantat kann entweder vor oder hinter den Brustmuskel eingesetzt werden.

Für uns ist von besonderer Wichtigkeit, dass wir im Vorgespräch mit der Patientin ausführlich die Auswahl der am besten geeigneten Schnittführung und Platzierung des Implantates planen und besprechen.

Welche Implantate?
Alle Implantate bestehen aus einer Hülle aus Silikon, die Inhaltsstoffe variieren jedoch. Derzeit werden Implantate mit Silikongel von Herstellern angeboten.  Diese stehen in verschiedenen Größen und Formen zur Verfügung.
Wir verwenden Silikongel-Implantate, die in Bezug auf ihre Konsistenz und Formenvielfalt den anderen Implantaten überlegen sind. Durch die Entwicklung eines kohäsiven Silikongels ist ein "Auslaufen" kaum noch möglich.
 
Welche Risiken bestehen?
Eine Brustvergrößerung ist eine Operation, die gemeinhin mit wenig Risiken verbunden ist, jedoch die "üblichen" allgemeinen Operationskomplikationen zur Folge haben kann. Hierunter fallen u.a. Blutergüsse oder Blutungen, die nur in seltenen Fällen durch einen erneuten operativen Eingriff behoben werden müssen. Selten sind ebenfalls Infektionen oder Wundheilungsstörungen, die im Heilungsverlauf zu verbreiterten Narben führen können. Dabei spielen besonders äußere Faktoren wie Rauchen, Zuckerkrankheit oder eine Störung der Blutgerinnung eine Rolle.

Ein spezielles Risiko nach einer Brustvergrößerung mit Implantaten ist die Kapselfibrose. Der Körper bildet um das Silikongelimplantat, welches einen "Fremdkörper" darstellt, eine bindegewebige Hülle. Diese ist in der Regel so dünn, dass sie nicht zu ertasten ist. Bei einigen Patientinnen kann es in seltenen Fällen schon nach einigen Wochen oder auch erst nach mehreren Jahren zu einer Verdickung und Verhärtung dieser Bindegewebshülle kommen. Die Brust fühlt sich hart an, das Implantat kann sich nach oben in Richtung des Schlüsselbeines verschieben und es können Schmerzen auftreten. In solchen Fällen kann das ästhetische Ergebnis sowie die schmerzhafte Beeinträchtigung der Patientin nur operativ korrigiert werden. Dabei wird die vernarbte Bindegewebshülle entfernt und ein neues Implantat eingesetzt.
Bei manchen Frauen kann es nach der Operation zu einer verminderten oder aber auch vermehrten Sensibilität der Brustwarzen kommen. Die Stillfähigkeit wird durch das Einsetzen der Brustimplantate nicht beeinträchtigt.

Nach der OperationNoch während der Narkose werden Medikamente gegeben, die gegen die Spannungsschmerzen wirken. Nachdem die Narkose abgeklungen ist, können Sie mit Hilfe aufstehen. Die Drainagen werden meist am zweiten oder dritten Tag entfernt. Der stationäre Aufenthalt ist für ca. 1-2 Tage notwendig. Unmittelbar nach der Operation erhalten sie einen Stütz-BH mit Stuttgarter Gürtel, der für insgesamt 6 Wochen getragen werden sollte.

Brustverkleinerung

Sehr große und/oder hängende Brüste beeinträchtigen das Selbstwertgefühl einer Frau häufig. Die Brust passt nicht zum übrigen Erscheinungsbild und schränkt die Frau in vielen Situationen ein.
Eine übergroße Brust kann sogar Haltungsschäden an der Wirbelsäule und Schmerzen verursachen. Ziel der Operation ist eine Brustform, die in ihrer Größe den Körperproportionen entspricht.

Durch spezielle Techniken werden die Operationsnarben so gelegt, dass sie kaum sichtbar und sehr kurz sind. Zudem erreichen die heute verwendeten Techniken eine lang anhaltende, stabile Form der neuen Brust.

Wie wird die Operation durchgeführt?
Brustverkleinerungen werden in unserer Klinik in Vollnarkose durchgeführt und die OP-Zeit beträgt 2 bis 3 Stunden. Vor der Operation werden die notwendigen Schnitte, die neue Position der Brustwarze und der neuen Brust im Stehen festgelegt und angezeichnet. Die resultierenden Narben verlaufen um die Brustwarze herum und senkrecht nach unten in Richtung der Brustumschlagsfalte. Je nach der Brustgröße und Brustform kann auch eine zusätzliche Narbe in der Brustumschlagsfalte hinzukommen (Anker- oder umgekehrter T-Schnitt).
Während der Operation wird zunächst die Brustwarze in Ihre neue Position gebracht. Hierbei wird vor allem darauf geachtet, dass ausreichend Blutgefäße für die Durchblutung und Nerven für die Sensibilität intakt bleiben.
Danach wird das Brustdrüsengewebe und das Fettgewebe der Brust in die zuvor geplante neue Position verschoben. Bei einer Verkleinerung der Brust wird bei diesem Schritt Gewebe entfernt. Nachdem die Brust geformt wurde, kann die überschüssige Haut entfernt werden.
Die Hautnaht erfolgt mit selbstauflösendem Nahtmaterial. Am Rand der Wunde werden Drainagen eingelegt, um Wundsekret nach außen abzuleiten. Sie werden am zweiten oder dritten Tag nach der Operation entfernt. Am Ende der Operation wird ein Pflasterverband angelegt, der die Brust stützt.

Welche Risiken bestehen?
Eine Brustverkleinerung ist eine Operation, die in der Regel mit wenigen Risiken verbunden ist, jedoch die "üblichen" allgemeinen Operationskomplikationen zur Folge haben kann. Hierunter fallen u.a. Blutergüsse oder Blutungen, die nur in seltenen Fällen durch einen erneuten operativen Eingriff behoben werden müssen. Selten sind ebenfalls Infektionen oder Wundheilungsstörungen, die im Heilungsverlauf zu verbreiterten Narben führen können.

Dabei spielen besonders äußere Faktoren wie Rauchen, Zuckerkrankheit oder eine Störung der Blutgerinnung eine Rolle.
In seltenen Fällen kommt es zu asymmetrischen Brustwarzen oder auch zu einem Gefühlsverlust an den Brustwarzen und einer Einschränkung der Stillfähigkeit.
Eine Brustverkleinerung hinterlässt wie alle Operationen bleibende, mehr oder weniger sichtbare Narben. Diese werden jedoch gut durch einen BH oder Badekleidung verdeckt.
In einem ausführlichen Beratungsgespräch vor der Operation werden individuelle Möglichkeiten der Brustverkleinerung mit der Patientin besprochen.

Nach der Operation
Die Brüste werden in den ersten Tagen etwas empfindlich und geschwollen sein. Es werden regelmäßig Medikamente gegen Schwellung und Schmerzen gegeben. Allgemein wird der Schmerz nach Brustverkleinerungen oder -straffungen als gering empfunden. Ein paar Stunden nach der Narkose kann die Patientin mit Hilfe bereits aufstehen. Die Drainagen werden meist am zweiten oder dritten Tag entfernt. Der stationäre Aufenthalt ist für ca. 3-5 Tage notwendig. Die Brust muss über die nächsten Wochen jetzt ihren neue Position finden, sie wird sich bis zu einem gewissen Grad senken und weicher werden. Der Tapeverband wird nach 5-7 Tagen entfernt. Unmittelbar nach der Operation erhalten sie einen Stütz-BH, der für die Dauer von 6 Wochen getragen werden sollte.

Bruststraffung (Mastopexie)

Mit zunehmendem Alter, nach Schwangerschaft und Stillen oder Gewichtsabnahme kann es durch den Verlust der Hautelastizität zu einer Erschlaffung der Brust kommen. Diese Veränderungen führen im Regelfall nicht zu körperlichen Beschwerden, häufig leiden die Frauen jedoch sehr unter dem äußeren Erscheinungsbild.

Bei einer Bruststraffung kann eine abgesunkene Brust gehoben und neu geformt werden. Der tiefstehende und häufig vergrößerte Warzenhof wird in eine höhere Position gebracht und kann gleichzeitig verkleinert werden.

Wie wird die Operation durchgeführt?
Bruststraffungen werden in unserer Klinik in Vollnarkose durchgeführt und die OP-Zeit beträgt in der Regel 1,5 bis 2 Stunden. Vor der Operation werden die notwendigen Schnitte, die neue Position der Brustwarze und der Brust im Stehen festgelegt und angezeichnet. Die resultierenden Narben verlaufen um die Brustwarze und senkrecht nach unten in Richtung der Brustumschlagsfalte. Nachdem der Hautüberschuss entfernt worden ist, werden die Brustwarzen an die zuvor bestimmte Position gebracht, wobei der Warzenhof entsprechend verkleinert wird. Haut, die ursprünglich oberhalb der Brustwarze lag, wird nach unten gezogen und so zusammengenäht, dass eine ästhetisch ansprechende Brustform entsteht. Das Gefühl an der Brustwarze und die Möglichkeit zum Stillen bleiben normalerweise erhalten. Die Hautnaht erfolgt durch selbstauflösendes Nahtmaterial. Am Ende der Operation wird ein Pflasterverband angelegt, der die Brust stützt.

Welche Risiken bestehen?
Eine Bruststraffung ist eine Operation, die im allgemeinen mit wenig Risiken verbunden ist, jedoch die "üblichen" allgemeinen Operationskomplikationen zur Folge haben kann. Hierunter fallen u.a. Blutergüsse oder Blutungen, die nur in seltenen Fällen durch einen erneuten operativen Eingriff behoben werden müssen. Selten sind ebenfalls Infektionen oder Wundheilungsstörungen, die im Heilungsverlauf zu verbreiterten Narben führen können. Dabei spielen besonders äußere Faktoren wie Rauchen, Zuckerkrankheit oder eine Störung der Blutgerinnung eine Rolle.

In seltenen Fällen kommt es zu Asymmetrien. Eine Bruststraffung hinterlässt wie alle Operationen bleibende, mehr oder weniger sichtbare Narben. Diese werden jedoch gut durch einen BH oder Badekleidung verdeckt.
In einem ausführlichen Beratungsgespräch vor der Operation werden individuelle Möglichkeiten mit der Patientin besprochen.

Nach der Operation
Ausgeprägte Schmerzen sind nach einer Bruststraffung üblicherweise nicht zu erwarten. Ein stationärer Aufenthalt ist für ca. 3 Tage notwendig. Die Brust muss über die nächsten Wochen ihre neue Position finden, sie wird sich bis zu einem gewissen Grad senken und weicher werden.

Der Pflasterverband wird nach 5-7 Tagen entfernt. Unmittelbar nach der Operation erhalten sie einen Stütz-BH, der für insgesamt 4-6 Wochen getragen werden sollte.

Wiederherstellende Chirurgie nach Brustentfernung bei Brustkrebs

Die rekonstruktive Brustchirurgie ermöglicht den Wiederaufbau der Brust nach einer Brustamputation. Die Beratung ist wichtig bei der Entscheidung für oder gegen eine Brustrekonstruktion nach einer Tumoroperation und ob der Wiederaufbau sofort oder erst später durchgeführt werden soll.
Es sollen Ihnen zwei Hauptwege zur Brustrekonstruktion aufgezeigt werden:

  • Die Rekonstruktion mit Implantaten
  • Die Rekonstruktion mit körpereigenem Gewebe
  • Freie DIEP - Lappenplastik / TRAM - Lappenplastik

Rekonstruktion mit Implantaten
Eine Möglichkeit ist die Rekonstruktion mit fremdem Gewebe, also der Aufbau der Brust mit Silikongelimplantaten. Für die Formung einer normal fallenden Brust ist ausreichend Haut notwendig. Beim Aufbau der Brust mit Implantaten wird diese Haut durch Überdehnung gewonnen. Dazu ist es zunächst notwendig, einen Hautexpander einzusetzen. Hierbei handelt es sich um eine Silikonhülle, die über ein Ventil von außen mit Kochsalzlösung gefüllt werden kann. Dadurch wird in kleinen Schritten die Haut gedehnt. Dieser Expander kann entweder gleich nach der Tumoroperation oder auch erst später eingesetzt werden.
Nachdem die Haut ausreichend überdehnt ist muss sie für 2-3 Monate ruhen. Dann wird in einer weiteren Operation ein endgültiges Implantat eingelegt, welches immer kleiner als die Vordehnung ist. Erst bei dieser Operation wird die natürliche Brust geformt.
Vorteile: Die einzelnen Operationen sind kurz und dauern selten länger als 1 bis 1,5 Stunden.
Nachteile: Die rekonstruierte Brust wird immer fester zu tasten und auch mit der Zeit höher als die gesunde Brust lokalisiert sein, da das künstliche Gewebe das normale Fallen der Brust nicht mitmacht und auch nicht wie die gesunde Brust mitaltert. Daher wird von den Patientinnen häufig eine Korrektur der Gegenseite gewünscht.
Ebenfalls empfehlen wir bei Patientinnen, die ein Bestrahlung bekommen sollen oder bei denen bereits eine Bestrahlung stattgefunden hat, aufgrund der deutlich erhöhten Risiken keine Rekonstruktion mit Implantaten, sondern mit Eigengewebe. Des weiteren ist die Tumornachsorge aufgrund des eingebrachten Implantates schwieriger.
 
Rekonstruktion mit körpereigenem Gewebe
Durch mikrochirurgische Operationstechniken kann der Wiederaufbau der Brust mit körpereigenem Gewebe aus unterschiedlichen Körperregionen durchgeführt werden. Dabei kommt als "Gewebespender" der Rückenmuskel (Latissimus dorsi - Lappen), die Gesäßregion (S-GAP-Lappen) oder das Gewebe vom Unterbauch im Sinne eines freien TRAM - oder DIEP - Lappens in Frage.
Die am häufigsten bei uns durchgeführte Operation ist der Aufbau der Brust durch das Fettgewebe des Unterbauches durch einen freien TRAM - oder DIEP - Lappen. Bei diesem Operationsverfahren wird der bei vielen Frauen vorhandene Überschuss an Haut und Unterhautfettgewebe vom Bauch verwendet. Die Entfernung dieses Überschusses stellt einen positiven Nebeneffekt dieser Operation dar, da es sich um eine konsekutive Bauchdeckenstraffung handelt. Bei der DIEP-Lappen-Operation ist es heute nur noch notwendig, eine kleine Spindel Muskulatur (TRAM) oder sogar nur die versorgenden Gefäße selbst (DIEP) mit dem Gewebe zu entfernen. Durch diese Verfeinerung der Operationstechnik kann der negative Effekt im Sinne einer in der Zeit nach der Operation auftretenden Bauchwandschwäche oder auch eines Bauchwandbruches deutlich minimiert werden.
Die Operationszeit beträgt in unserer Klinik zwischen 4 und 6 Stunden.
Vorteile: Die rekonstruierte Brust verhält sich wie normales Brustgewebe, d.h. sie ist als "dynamischer" Brustaufbau zu verstehen und sie macht den natürlichen Prozess der Gewebeveränderung (z.B. bei Gewichtszu- oder abnahme) mit. Es besteht kein Fremdkörpergefühl und die Risiken, die die Implantation eines Brustimplantates mit sich bringen, entfallen. Diese Methode ergibt die natürlichste Form der Brust nach einer  Brustrekonstruktion. Gleichzeitige wird der Bauch Im Sinne einer Bauchdeckenstraffung gestrafft.
Nachteile: Lange Operationsdauer (bis zu 6 Stunden), eine Narbe an der Entnahmestelle und in seltenen Fällen eine Bauchwandschwäche.
 
DIEP - Lappenplastik  
DIEP-Lappen steht für Deep Inferior Epigastric artery Perforator flap.

Wie wird die Operation durchgeführt?
Die Operation erfolgt in Vollnarkose parallel durch 2 OP-Teams. Ein Team bereitet die Gefäße an der zu rekonstruierenden Brust zum Anschluss des Lappens an die Blutversorgung vor. Das andere Team präpariert den Unterbauchhautfettlappen, welcher vollständig von der Bauchwand gelöst und daraus anschließend die neue Brust geformt wird. Die für die Blutversorgung notwendigen Blutgefäße des Lappens werden unter dem Mikroskop mit den entsprechenden Gefäßen an der Brustwand verbunden. Der entstandene Defekt an der Bauchwand wird wie bei einer herkömmlichen Bauchdeckenstraffung verschlossen. Die Bauchmuskeln werden bei dieser modernen Operationstechnik nicht mehr beeinträchtigt.

Welche Risiken bestehen?
Das Hauptrisiko ist eine mangelnde Durchblutung des transplantierten Gewebes durch die Brustwandgefäße mit einem möglichen resultierenden Verlust des Unterbauchhautfettlappens bzw. der neu rekonstruierten Brust. Ansonsten gelten wie für andere Operationen allgemeine Operationsrisiken wie Wundinfektion, Gefühlsstörungen, Lymphabflussstörungen, Thrombose- und Embolierisiko, etc. In einem ausführlichen Aufklärungsgespräch werden wir Sie individuell über die Operation und deren mögliche Komplikationen informieren.

Nach der OperationDer stationäre Aufenthalt ist etwa für 10 Tage notwendig. Die Zeitdauer bis zur vollständigen Regeneration kann, je nach individueller Veranlagung, unterschiedlich sein. Sie sollten sich für 8 bis 12 Wochen körperlich schonen, danach können sportliche Betätigungen langsam wieder begonnen werden. Die Hautnähte bestehen aus resorbierbaren Nahtmaterial, dass sich von selbst auflöst und nicht gezogen werden muss. Eine Tumornachsorge kann nach der Operation problemlos sonographisch oder kernspintomographisch  bei Ihrem weiterbehandelnden Arzt erfolgen. BrustwarzenrekonstruktionDie Brustwarzenrekonstruktion wird erst dann durchgeführt, wenn die endgültige neue Brustform erreicht ist. Dies ist ca. 4-6 Monaten nach der Brustrekonstruktion der Fall. Der Eingriff erfolgt im Rahmen eines kurzen stationären Aufenthaltes von 2-3 Tagen. Hier wird für den Nippel eine kleine Lappenplastik aus der wieder aufgebauten Brust verwendet und der Brustwarzenvorhof aus einem Hauttransplantat aus der Leiste rekonstruiert.  Die gegenseitige BrustSollte nach der Brustrekonstruktion eine noch nicht voll zufrieden stellende Symmetrie zur Gegenseite erreicht worden sein, kann in einem zweiten Schritt eine Angleichung der gegenseitigen Brust durch eine Straffung erfolgen.Diese Operation wird als angleichende Straffung bezeichnet und wird meist von den Krankenkassen getragen.

Brustwachstumstörungen / Brustfehlbildungen

Es gibt unterschiedlichste Ausprägungen von Brustwachstumsstörungen bzw. Brustfehlbildungen. Die ganze Brustdrüse oder auch nur ein Teil davon kann auf einer oder beiden Seiten fehlen, die Brustwarze oder der Warzenvorhof kann nur zum Teil oder gar nicht entwickelt sein. Des Weiteren kann auch ein Überschuss an Brustdrüsengewebe oder die Anlage mehrerer Brustwarzen bestehen. Meistens geht mit der Brustwachstumsstörung bzw. der Fehlbildung eine deutliche Asymmetrie der Brüste einher, die von den betroffenen Patientinnen mehr oder weniger gut "versteckt" werden kann.

Welche operativen Korrekturmöglichkeiten gibt es?
Aufgrund der Vielzahl an Formvarianten bei Brustwachstumsstörungen /Brustfehlbildungen ist bei jeder Patientin ein individuelles, auf das Problem abgestimmtes Behandlungskonzept notwendig.
Eine fehlende Brustanlage oder eine ungleichmäßige Ausbildung der Brust kann zum einen durch den Einsatz von Fremdmaterial ausgeglichen werden (z.B. Expander, Silikongelimplantate), welche das fehlende Volumen der zu rekonstruierenden Brust ersetzen. Zum anderen kann körpereigenes Gewebe (z.B. der Rückenmuskel oder ein Haut-Fettgewebslappen vom Unterbauch (freie DIEP- oder TRAM - Lappenplastik)) genutzt werden.
Ein einseitiger Überschuss an Brustdrüsengewebe kann durch eine Brustverkleinerung die gewünschte Symmetrie herstellen. Eine überschüssige Brustwarzenanlage kann meist operativ einfach entfernt werden.
In vielen Fällen ist eine einseitige oder beidseitige Straffung des Warzenvorhofes notwendig.

Wir bieten in unserer plastisch-chirurgischen Klinik die Korrektur aller Wachstumsstörungen und Fehlbildungen der Brust nach einem individuellen Beratungsgespräch mit der jeweiligen Patientin an.

Gynäkomastie

Bei der Gynäkomastie handelt es sich um eine Vergrößerung der männlichen Brustdrüse.. Diese tritt meist beidseitig auf, kann jedoch auch einseitig auftreten.
Während der Pubertät und im Jugendalter ist die Gynäkomastie bei vielen Jungen zu finden und meist nicht krankhaft. Oft bildet sich diese Gynäkomastie spontan zurück.
Bei erwachsenen Männern tritt eine Gynäkomastie ebenfalls häufig auf. Mögliche Ursachen können östrogenhaltige Medikamente, eine veränderte Leberfunktion, Übergewicht oder in seltenen Fällen ein Tumor sein. Ebenfalls kann übermäßiger Alkoholkonsum oder Marihuanagenuss sowie der Gebrauch anaboler Steroide zu einer Vergrößerung der männlichen Brust führen.
Vor einem möglichen chirurgischen Eingriff sollte eine Abklärung der möglichen Ursachen der Gynäkomastie, auch fachübergreifend durch Ihren Hausarzt oder spezialisierten Facharzt (z.B. Urologen), erfolgen.

Wie wird die Operation durchgeführt?
Bruststraffungen werden in unserer Klinik in Vollnarkose durchgeführt und die OP-Zeit beträgt in der Regel 1,5 bis 2 Stunden. Die Entfernung des Brustdrüsengewebes kann entweder allein durch eine Fettabsaugung (Liposuction) bei sehr fetthaltiger Brust oder zusammen mit der Entfernung des Restdrüsenkörpers über einen kleinen Schnitt im Bereich der Brustwarze erfolgen. Je nach Ausprägung des Befundes kann eine zusätzliche Hautstraffung notwendig werden, welche über einen Schnitt um die Brustwarze erfolgt. Am Ende der Operation wird ein Kompressionsverband angelegt.

Welche Risiken bestehen?
Wie bei jeder Operation kann es nach der Korrektur einer Gynäkomastie zu einer Schwellung, Blutergüssen oder Blutungen kommen, die nur in sehr  seltenen Fällen durch einen erneuten operativen Eingriff behoben werden müssen. Selten sind ebenfalls Infektionen oder Wundheilungsstörungen, die im Heilungsverlauf zu verbreiterten Narben führen können. Dabei spielen besonders äußere Faktoren wie Rauchen, Zuckerkrankheit oder eine Störung der Blutgerinnung eine Rolle.
In einzelnen Fällen kann es trotz sorgfältigster Operationstechnik zu vermehrter Narbenbildung, Farbveränderungen der Haut oder Einziehungen kommen. Diese können durch eine kleinere Korrekturoperation meist gut ausgeglichen werden.
Das Gefühl an der Brustwarze bleibt normalerweise erhalten.

In einem ausführlichen Beratungsgespräch vor der Operation werden individuelle Korrekturmöglichkeiten und etwaige Risiken mit dem Patienten besprochen.

Nach der Operation
Ausgeprägte Schmerzen sind nach einer Korrektur einer Gynäkomastie üblicherweise nicht zu erwarten. Ein stationärer Aufenthalt ist für ca. 2-3 Tage notwendig. Der Kompressionsverband wird nach 5-7 Tagen entfernt. Ein Kompressionsmieder sollte für 4-6 Wochen getragen werden.

Brusterhaltende Operationen

Heute ist es bei den meisten Brustkrebspatientinnen möglich, bei einer Operation die Brust zu erhalten. Durch große Studien konnte sicher nachgewiesen werden, dass die Brusterhaltende Operation mit anschließender Bestrahlung keine Nachteile hinsichtlich des Überlebens gegenüber der Entfernung der Brust (Mastektomie) aufweist. Eine Brusterhaltende Operation kann immer dann durchgeführt werden, wenn eine günstige Relation zwischen Größe des Brustkrebses und dem Volumen der Brust besteht. Insbesondere bei kleineren Tumoren erfolgt die komplette Entfernung mit einem mehrere Millimeter breiten Sicherheitssaum. Unmittelbar nach der Entfernung des Tumors ist dieser eindeutig zu markieren, so dass der Pathologe die Schnittränder exakt beurteilen kann. Ggf. muss nach Eingang der feingeweblichen Untersuchung nachreseziert werden, um den angestrebten Sicherheitssaum von mehreren Millimetern zu erzielen.
Nach der Operation erfolgt eine Bestrahlung der erhaltenen Brust.

Partielle Mastektomie mit Defektdeckung durch Latissimus-dorsi-Muskellappen

Ist der Tumor im Verhältnis zur Brustgröße zu groß, kann unter Umständen mit einer alleinigen Brusterhaltenden Therapie kein gutes kosmetisches Ergebnis erzielt werden. In diesem Fall wird der Verlust des Brustgewebes durch einen Hautmuskellappen ausgeglichen (Latissimus-dorsi-Muskellappen). Durch dieses Vorgehen können auch bei größeren Tumoren die onkologischen Aspekte (breite freie Schnittränder) beachtet und trotzdem die Brust erhalten werden.

Onkoplastische Operation

Eine weitere Operationsmethode im Rahmen der Brusterhaltenden Therapie sind die onkoplastischen Operationen. Hierbei werden bei großer Brust die verschiedenen Methoden der Reduktionsplastik, also die Verkleinerung der Brust angewendet, um nach Entfernung des Tumors weit im Gesunden die Brust neu zu formen. Dabei richtet sich die Operationsmethode nach der Lage des Tumors in der Brust. Auch nach solchen onkoplastischen Operationen muss die Brust nachbestrahlt werden.

Ablative Operationsverfahren

Ist aus onkologischen Gesichtspunkten die Brusterhaltende Operation nicht möglich oder wünscht die Patientin kein Brusterhaltendes Vorgehen, so kommen die Ablativen Operationsverfahren zur Anwendung, also die Entfernung der Brust. Die Brust kann im Sinne einer Sofort- oder Intervallrekonstruktion entweder während der Operation oder später wiederhergestellt werden.

Verfahren

Modifiziert radikale Mastektomie

Bei der modifiziert radikalen Mastektomie wird das gesamte Drüsengewebe, die Haut über der Drüse, die Brustwarze und der Warzenhof sowie die Muskelfaszie über dem Brustmuskel entfernt. Die Brustmuskeln selbst bleiben erhalten.

Hautsparende Mastektomie

Eine andere Technik der Ablativen Operation ist die Hautsparende Mastektomie. Dabei erfolgt die Entfernung der Brustdrüse, der Brustwarze und des Warzenhofes. Gegenüber der klassischen modifiziert radikalen Mastektomie bleiben jedoch die untere Brustfalte und die Haut über dem Drüsenkörper weitgehend erhalten, um den sofortigen Wiederaufbau durchführen zu können. Die Sensibilität der Brust bleibt dadurch teilweise erhalten. Der Wiederaufbau der Brust und des Warzenhofvorplatzes erfolgt in der derselben Operation.

Plastisch rekonstruktive Operationsverfahren zum Wiederaufbau der Brust

Falls aus onkologischen Gründen eine modifiziert radikale Mastektomie, eine Hautsparende Mastektomie oder die Entfernung von großen Anteilen der Brust erfolgen musste, wird mit der Patientin die Möglichkeit eines Wiederaufbaus der Brust bis hin zum Wiederaufbau der Brustwarze und der Pigmentierung des Warzenhofes besprochen. Dieser Prozess beinhaltet also in jedem Fall mehrere Schritte und kann als Sofort- oder Intervallrekonstruktion durchgeführt werden. Der Krankheitsverlauf wird dadurch nicht beeinflusst. Dabei gibt es verschiedene Verfahren, mit denen die Brust wieder aufgebaut werden kann,

zum Beispiel

  • mit einem Implantat
  • mit einem Implantat gemeinsam mit körpereigenem Gewebe
  • oder ausschließlich mit körpereigenem Gewebe, das vom Rücken oder vom Bauch (TRAM-Flap- oder DIEP-Flap) gewonnen werden kann

Bei der Sofortrekonstruktion
erfolgt der Wiederaufbau gleichzeitig mit der Entfernung der erkrankten Brust, also in einer Operation.

Bei der Intervallrekonstruktion
erfolgt der Wiederaufbau nach Abschluss der onkologischen Therapie. Falls im Rahmen der adjuvanten Therapie eine Bestrahlung der Brustwand durchgeführt werden musste, sollten mindestens 6 - 8 Monate nach Beendigung der Bestrahlung abgewartet werden.

Für viele Patientinnen ist es bei der Planung der primären Therapie aus psychischen Gründen zunächst nicht möglich, eine Entscheidung zur Sofortrekonstruktion zu treffen. Dann kann es besser sein, den Wiederaufbau später zu machen (Intervallrekonstruktion). In der Zwischenzeit können sich die Patientinnen ausführlich über die in Frage kommenden Operationsverfahren informieren.

Implantateinlage / Expandereinlage

Die Rekonstruktion der Brust kann durch Einlage von Implantaten unter den Brustmuskel erfolgen. Diese Implantate (Expander) werden in den Wochen nach der Operation über ein unter der Haut platziertes Ventil mit Kochsalzlösung aufgefüllt, bis sie die Größe der gegenseitigen Brust erreicht haben. Zum Abschluss der Behandlung kann es notwendig sein, den Expander durch eine endgültige Prothese auszutauschen oder das Ventil zu entfernen. In einigen Fällen ist auch eine Anpassung der gesunden Brust an die neue Form der operierten Brust erforderlich.

Latissimus dorsi-Hautmuskel-Lappen

Der Wiederaufbau einer Brust durch den Musculus latissimus dorsi des Rückens eignet sich sehr gut

  • zum Volumenersatz nach Entfernung von großen Teilen der Brust
  • zum Wiederaufbau der kleinen und mittelgroßen Brust
  • zum Wiederaufbau in Verbindung mit Implantaten oder Expandern
  • zum Gewebeersatz nach Rezidiven an der Brustwand

Der Latissimus-Muskel ist ein großer, dreieckiger, fächerförmig über dem Rücken ausgebreiteter Muskel. Dieser Muskel wird gegebenenfalls mitsamt einer Hautinsel ausgeschnitten und durch einen Tunnel nach vorn in den Brustbereich verlagert. Die Hautinsel wird dort mit den benachbarten Wundrändern vernäht. Eventuell wird ein Implantat unter den Muskel eingelegt, um so auch größere Brüste wieder aufbauen zu können.

TRAM = transverser Musculus rectus abdominis-Lappen

Dieser Haut-Muskel-Lappen stellt für die wiederherstellende Brustchirurgie eine wesentliche Bereicherung dar. Unterhalb des Bauchnabels findet sich häufig reichlich Gewebe, das zum Wiederaufbau der Brust verwendet werden kann.

Eine spindelförmige, quer verlaufende Gewebsinsel aus Haut, Fettgewebe und Muskel wird entnommen und in den Brustbereich eingepflanzt. Zum Verschluss der Bauchwunde wird die Bauchdecke gestrafft und der Nabel neu eingenäht. Eine Prothese oder Expander ist in der Regel nicht erforderlich.

DIEP-Flap = Deep inferior epigastric artery perforator flap

Eine weitere Möglichkeit, aus körpereigenem Gewebe die Brust wieder aufzubauen, ist die so genannte DIEP-Flap-Methode. Bei der Operation wird der Patientin ein ellipsenförmiger Haut-Fettgewebs-Lappen mit einem Blutgefäß aus dem Bauch entnommen und zur Brust geformt. In feinster mikrochirurgischer Arbeit werden die Blutgefäße freipräpariert und mit kleinsten Nähten an der Brustwand wieder angeschlossen. Weil dieses Verfahren sehr aufwendig ist, dauert die Operation länger (ca. 5 Stunden) als z.B. bei der TRAM-Flap Variante.

Nicht jede Frau ist geeignete "Kandidatin" für die DIEP-Flap-Art des Wiederaufbaus. Beispielsweise ist die lange Operation samt Narkosedauer für Patientinnen mit Herz- und Kreislaufproblemen ebenso wie für Diabetikerinnen nicht empfehlenswert.

Vorteil des DIEP-Flap oder TRAM-Flap ist ein sehr ansprechendes ästhetisches Ergebnis und eine straffe Bauchdecke.

Entfernung des Wächterlymphknotens (Sentinel-Lymphknotenbiopsie)

Für den Verlauf der Erkrankung ist es wichtig zu wissen, ob bereits Krebszellen ins Lymphsystem eingedrungen sind. In der Regel werden deshalb während der Operation auch zahlreiche Lymphknoten aus der Achselhöhle entfernt.
Um die Entnahme von unnötig vielen Lymphknoten zu vermeiden, hat man die Methode der Entnahme des Wächterlymphknotens (Sentinel-Lymphknoten) entwickelt. Finden sich bei der feingeweblichen Untersuchung in diesem Wächterlymphknoten keine Tumorzellen, kann man auf die Entnahme der übrigen Lymphknoten verzichten. Das muss aber im Einzelfall abgeklärt und entschieden werden. Durch dieses Verfahren wird die Operation komplikationsärmer.

Der Hintergrund
Jeder bösartige Brusttumor wird primär zunächst von nur einem oder zwei sog. Wächter-Lymphknoten drainiert. Untersuchungen haben ergeben, dass der mikroskopische Befund dieses Wächter-Lymphknotens zu ca. 96 % mit dem Befund der restlichen axillären Lymphknoten übereinstimmt. Daraus resultiert, dass man bei geeigneten Patientinnen auf eine vollständige Lymphknotenentfernung in der Achselhöhle verzichten kann, wenn der entnommene Wächter-Lymphknoten unauffällig ist. Dadurch können mögliche Begleiterscheinungen der vollständigen Lymphknotenentfernung (Taubheitsgefühl, Schmerzen, dicker Arm, Entzündungen) erheblich reduziert werden.

Ablauf der Untersuchung
Am Vortag der Operation erfolgt das Einspritzen von geringen Mengen einer radioaktiven Substanz (Technetium) um den Tumor herum (nicht in den Tumor!). Das Technetium wird über die Lymphbahnen in den Wächter-Lymphknoten transportiert und reichert sich dort an. Nach Aufsuchen des Wächter-Lymphknotens mit einer Gammasonde wird dieser bei der Operation entfernt und speziell mikroskopisch aufgearbeitet.

Stationäre Versorgung nach der Operation

  • Veranlassen von Staging-Untersuchungen
  • Physiotherapeutische Behandlung (Mobilisation, Bewegungsübung, Atemgymnastik)
  • Psychoonkologische Betreuung und Behandlung durch die Psychologin des Brustzentrums
  • Vermittlung des Kontaktes zu unseren Sozialarbeiterinnen, Selbsthilfe- und Sportgruppen
  • Vermittlung einer psychotherapeutischen Therapie in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kolleginnen
  • Einleitung nachfolgender Therapien

Staging-Untersuchungen

Wenn ein Brustkrebs festgestellt wurde, werden im Rahmen des stationären Aufenthaltes verschiedene Untersuchungen durchgeführt bzw. Termine für ambulante Untersuchungen vereinbart. Mit diesen Untersuchungen kann eine eventuell bestehende Ausbreitung des Brustkrebses im Körper durch den Nachweis von Absiedelungen (= Metastasen) festgestellt werden.

  • Röntgen-Thorax
  • Oberbauchsonografie
  • Knochenszintigrafie (Darstellung des Knochenstoffwechsels)
  • ggf. weiterführende Untersuchungen

Tumorkonferenz

In einem wöchentlichen interdisziplinären Expertentreffen mit Gynäkologen, Radiologen, Pathologen, Strahlentherapeuten und Onkologen werden die feingeweblichen Befunde sowie die Ergebnisse der Staginguntersuchungen diskutiert und das weitere Therapiekonzept für die Patientin erarbeitet.

Bestrahlung

Bei Brusterhaltender Operation des Brustkrebses muss das Restbrustdrüsengewebe in der Regel bestrahlt werden, um ein lokales Wiederauftreten des Brustkrebses zu verhindern. Eine Bestrahlung ist aber auch sinnvoll, wenn der Tumor besonders groß war und mehrere Lymphknoten (>=4) in der Achselhöhle befallen waren. Es erfolgt dann die Bestrahlung der Brustkorbwand und der Lymphabflusswege. Die Bestrahlung kann ambulant in Wohnortnähe in einer Praxis für Strahlentherapie durchgeführt werden.

Ansprechpartner und Telefonnummer unter Team + Kontakt

Chemotherapie

Durch große Studien wissen wir heute, dass sich zum Zeitpunkt der Entdeckung der Brustkrebserkrankung bereits einzelne Krebszellen im Körper verteilt haben können, aus denen sich später Tochtergeschwülste entwickeln können. Durch die Chemotherapie sollen diese Zellen zerstört werden. Es handelt sich somit um eine Vorsorgetherapie (adjuvante Chemotherapie) je nach individueller Risikoeinschätzung. Durch Zytostatika (Zellgifte) in Infusions- oder Tablettenform werden die im Körper eventuell vorhandenen Krebszellen in bestimmten Phasen der Zellteilung angegriffen und zerstört. Die einzelnen Gaben der Chemotherapieinfusion werden in der Regel in einem Rhythmus von 3 bis 4 Wochen und insgesamt 6 bis 8 Mal wiederholt. Die Chemotherapie wird vorwiegend ambulant durchgeführt.

Betreut werden die Patientinnen durch besonders ausgebildete Schwestern und die ärztlichen Kollegen und die Psychoonkologin, die die Patientin bereits während des stationären Aufenthaltes betreut haben. So besteht der Kontakt zwischen Arzt und Patientin auch nach Entlassung aus der stationären Behandlung fort und wir können schnell auf eventuell während der Chemotherapie auftretende Nebenwirkungen und Fragen reagieren. Gegen die am häufigsten zu erwartenden Nebenwirkungen wie z. B. Übelkeit und Blutarmut erhalten die Patientinnen bereits während der Therapie vorbeugende Medikamente. Ebenso wird jeder Frau, wenn es aufgrund des Chemotherapieregimes notwendig ist, schon vor Beginn der Chemotherapie ein Rezept über eine Perücke für den zu erwartenden Haarausfall ausgehändigt.

Primäre Chemotherapie

Bei besonders großen Tumoren kann es angezeigt sein, die Chemotherapie vor der Operation durchzuführen, um den Tumor zu verkleinern und ihn dann besser operativ entfernen zu können. In geeigneten Fällen ist nach der primären Chemotherapie sogar die Brusterhaltende Operation möglich.

Hormontherapie

Östrogen, ein körpereigenes weibliches Geschlechtshormon, kann den Brustkrebs zum Wachsen anregen, wenn sog. "Rezeptoren" auf der Oberfläche der Tumorzellen vorhanden sind. 60 - 70 % der Patientinnen besitzen solche "Rezeptoren" und bringen damit die Voraussetzungen mit, um mit Medikamenten behandelt zu werden, die gegen das Östrogen gerichtet sind. Verschiedene Wirkstoffe in der Hormontherapie haben unterschiedliche Angriffspunkte. Die sog. GnRH-Analoga wirken in der Hirnanhangsdrüse auf die Steuerung der Hormonproduktion, die Aromatasehemmer blockieren Enzyme, die für die Östrogenbildung benötigt werden und die sog. Antiöstrogene besetzen die Östrogenrezeptoren und verhindern so die östrogene Wirkung. Die Hormontherapie ist sehr gut verträglich.

Antikörpertherapie

Bei etwa 25 - 30 % der Patientinnen haben die Brustkrebszellen auf ihrer Oberfläche Empfangsstellen (Rezeptoren) für Wachstumsfaktoren, die die Krebszellen zum schnelleren Wachstum anregen. Ziel der Antikörpertherapie ist es, diese Rezeptoren zu blockieren, sodass die Wachstumsfaktoren nicht mehr an die Zelle andocken und damit nicht mehr wirken können. Die Antikörpertherapie ist sehr gut verträglich, wird ambulant als Infusionstherapie durchgeführt und hat sich vor allem bei der Therapie des fortgeschrittenen Brustkrebses bewährt.

Schmerztherapie

Schmerzen - durch den Tumor selbst oder die Tochtergeschwülste verursacht - können durch unterschiedlich starke Schmerzmittel ausgeschaltet oder wirksam gelindert werden. Knochenschmerzen, die durch Metastasen hervorgerufen werden, können durch sog. Bisphosphonate in Tabletten- oder Infusionsform oder durch gezielte Bestrahlung deutlich gemildert werden. Bei Bedarf wird für die jeweilige Patientin in Absprache mit unseren Schmerztherapeuten ein individuelles Therapiekonzept erstellt.

Sozialdienst

Die Brustkrebserkrankung hat häufig erhebliche Auswirkungen auf die psychosoziale Situation unserer Patientinnen. Die Organisation von medizinischer Rehabilitation und Nachsorgeleistungen (z.B. Anschlussheilbehandlung, Kur) und die Wiedereingliederung in das Alltags- und Berufsleben wird zeitnahe nach der Entlassung aus dem Krankenhaus durch unseren Sozialdienst eingeleitet. Der Sozialdienst des Brustzentrums bietet allen Patientinnen und deren Angehörigen eine umfassende Beratung und Betreuung an, unter anderem bei der

  • medizinischen und beruflichen Nachsorge und Rehabilitation
  • Beantragung und Durchsetzung von Leistungen
  • Vorbereitung der Entlassung und Organisation von ambulanten Hilfen

Ansprechpartner und Telefonnummer unter Team + Kontakt

Psychoonkologische Betreuung

Die Diagnose "Krebs" stellt die Patientin und ihren Arzt nicht allein vor die Aufgabe, körperlich soweit zu gesunden, wie dies heute medizinisch möglich ist. In seelischer aber auch in familiärer und sozialer Hinsicht sehen sich die betroffenen Frauen häufig vor vollkommen neuen Anforderungen.

Wie spreche ich über meine Krankheit mit anderen?
Was bedeutet der Schwerbehindertenausweis?
Wie muss ich mich ernähren?
Was kann ich gegen die Angst tun?
Wie viel kann und darf ich noch leisten?

Dies sind nur wenige, oft gestellte Fragen im Zusammenhang mit der Krebserkrankung.

Wir möchten alle Betroffenen durch unser psychosomatisches Angebot dabei unterstützen, eine hilfreiche Einstellung zur Krankheit und deren Therapie zu finden.

Die Patientinnen können auf Wunsch durch die Psychologin des Brustzentrums betreut werden.

Sie hat besondere Erfahrung bei der Behandlung von Frauen mit Brustkrebs und bietet

  • Beistand und unterstützende Gespräche nach Diagnoseeröffnung und in Krisensituationen
  • Begleitung während der Krebsbehandlung und darüber hinaus
  • Unterstützung bei der Bewältigung krankheitsbedingter Einschränkungen
  • Hilfe bei familiären Problemen
  • Vermittlung von Informationen über ambulante psychosoziale Hilfs- und Betreuungsangebote, zum Beispiel Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen etc.
  • Einübung von Entspannungsverfahren
  • Vermittlung zu ambulant tätigen Psychotherapeuten

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Brustkrankenschwester (Breast Care Nurse)

Die Brustkrankenschwester ist eine examinierte Krankenschwester mit einer Zusatzweiterbildung auf dem Gebiet der Brusterkrankungen.

Wie eine Art Lotsin begleitet sie die Patientinnen, sowie deren Angehörigen als Ansprechpartnerin durch die schwierige Zeit der Erkrankung.

Ihre Hauptaufgaben sind

  • Kontinuierliche, individuelle Betreuung vor, während und nach dem stationären Aufenthalt
  • Ansprechpartnerin in allen Phasen der Erkrankung
  • Teilnahme an der Tumorkonferenz und den Fallbesprechungen auf der Station
  • Unterstützung und Begleitung im medizinischen Fahrplan
  • Orientierungshilfe beim Aufbau eines persönlichen Netzwerkes
  • Vermitteln von Kontakten im interdisziplinären Team
  • Angehörigenbetreuung

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Maltherapie

Das Angebot der Maltherapie ermöglicht den Patientinnen, ihren Fragen und Problemen auf eine besondere Weise Ausdruck zu verleihen. Das gemalte Bild als momentanes Wirkungsfeld zeugt Perspektiven auf und hilft, Belastungen zu ertragen.

Atemtherapie

Atem - Bewegung - Entspannung
Der Atem reagiert auf alle Einflüsse, seien sie innerer oder äußerer Natur, wie z.B. auf Bewegungen, Schmerzen, Gefühle, Gedanken, Umwelteinflüsse. Genauso wie der Atem den körperlichen und seelischen Zustand widerspiegelt, kann er auch unser Befinden positiv verändern. Ein freier Atem mobilisiert die Selbstheilungskräfte des Körpers und wirkt damit auf unsere Gesamtverfassung harmonisierend und stabilisierend ein. Mögliche Therapieschwerpunkte werden auf die individuellen Bedürfnisse der Gruppe abgestimmt.

Ansprechpartner und Telefonnummer unter Team + Kontakt

Gesprächskreis Brustkrebs

Offene Gruppe, die durch eine Ärztin/einen Arzt, eine Sozialarbeiterin und eine Psychologin geleitet wird. Das Ziel der Gruppe besteht in Information und psychische Unterstützung, die den Frauen die Krankheitsverarbeitung erleichtern kann. Außerdem soll dadurch die verständliche Angst vor den Behandlungsformen sowie vor der Erkrankung selbst reduziert werden.

Ansprechpartner und Telefonnummer unter Team + Kontakt

Einzelgespräch

Jede Krebserkrankung wird von individuellen Sorgen, Ängsten oder Problemen begleitet. Diese können im Rahmen eines Einzelgespräches bei einer erfahrenen Psychotherapeutin in unserem Hause besprochen werden. Anlass für ein Einzelgespräch kann sowohl eine persönliche Krise, der Wunsch nach Beratung, aber auch bloß Neugier sein.

Nachsorgesprechstunde

Im Zusammenhang mit dem niedergelassenen Frauenarzt betreuen wir die Patientin auch im Rahmen der Nachsorge der Brustkrebserkrankung. Bei den Nachsorgeuntersuchungen sollten alle 3 Monate eine genaue Befragung des Befindens und eine exakte körperliche Untersuchung erfolgen. Wenn die Patientin brusterhaltend operiert werden konnte, so ist alle 6 Monate eine Mammografie der erkrankten Brust (für 3 Jahre) und alle 12 Monate der Gegenseite erforderlich. Danach ist nur noch eine jährliche beidseitige mammografische Kontrolle notwendig. Weiterführende Untersuchungen sind nur bei entsprechenden Beschwerden oder Verdachtsmomenten erforderlich.

Physiotherapie

Schon am ersten Tag nach der Operation erlernen die Patientinnen mithilfe der Physiotherapeutinnen Übungen, mit denen das normale Bewegungsausmaß in Schulter- und Armgelenk erhalten und Fehlhaltungen vermieden werden sollen. Die Frauen erhalten Empfehlungen für die Bewältigung des häuslichen Alltages nach einer Operation und für die Prophylaxe eines Lymphödems falls Lymphdrüsen entfernt wurden. Diese Übungen sollen auch zu Hause weitergeführt werden. Außerdem können auch ambulante Lymphdrainagen und physiotherapeutische Behandlungen vermittelt werden.

Genetische Beratung

Bei Patientinnen mit Brustkrebs, bei denen ein genetisches Risiko nicht auszuschließen ist, kann in unserem Brustzentrum nach entsprechender Beratung eine genetische Untersuchung durchgeführt werden. Das sind zum Beispiel sehr junge Patientinnen, Patientinnen mit Brustkrebs in beiden Brüsten oder gleichzeitig bestehendem Eierstockkrebs. Mit der Untersuchung wird getestet, ob eine erblich bedingte Veränderung an bestimmten Genen nachzuweisen ist, die mit einem erhöhten Risiko für die Entstehung von Brust- und Eierstockkrebs verbunden ist. Bevor sich eine Patientin zu dieser Untersuchung entscheidet, erhält sie eine ausführliche genetische Beratung, die sich auch mit den eventuellen therapeutischen Konsequenzen befasst. Eine Vorbereitung dieser wichtigen Entscheidung ist auch durch unsere Psychoonkologin möglich.

Studienteilnahme

In der Krebstherapie werden mit Hilfe von Studien neue Therapie- und Diagnosemöglichkeiten entwickelt, die es zum Ziel haben, die Therapie des Brustkrebses stetig zu verbessern. Wir sind darum bemüht, möglichst viele unserer Patientinnen in Studien einzubringen. Die Teilnahme an einer Studie ist jedoch freiwillig. Entscheidet sich eine Patientin gegen eine Studienteilnahme, entsteht ihr dadurch kein Nachteil. Welche Studienteilnahme für eine Patientin in Betracht kommt, hängt von der Gesamtheit der Befunde der einzelnen Frau ab und wird im Vorfeld ausführlich mit ihr besprochen. Nur durch die Durchführung von Studien ist es möglich, die Therapie des Brustkrebses voranzubringen und für die Frauen auch in Zukunft eine optimale Therapie zu ermöglichen.

Gesundheitssport für Brustkrebspatientinnen

Bewegung hilft dem Körper und der Seele

Wir bieten kostenlos Gesundheitssport für Frauen nach einer Brustkrebserkrankung unter Anleitung geschulter Physiotherapeutinnen an.

Bewegung hat einen nachgewiesenen positiven Effekt auf das Wohlbefinden und die körperliche Rehabilitation von Brustkrebspatientinnen.

Sport ist in jeder Phase der Erkrankung möglich. Auch während Chemotherapie und Bestrahlung kann das körperliche Wohlbefinden positiv beeinflusst werden.

Unser Trainingsprogramm besteht aus einer Kombination von verschiedenen Gymnastikübungen und einer Walkinggruppe mit dem Ziel, Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit, Koordination und Schnelligkeit zu verbessern.

Unsere Angebote:

  • Jeden Montag von 13.00-14.00 Uhr Gymnastik

Ort: Elternschule Haus 9, 2. OG

Bitte bringen Sie ein Handtuch, bequeme Sportkleidung und saubere Schuhe bzw. ABS mit.

  • Jeden Mittwoch von 13.15-14.15 Uhr Walking

Treffpunkt: 13.15 Uhr  vor dem Medianzentrum Haus 9 auf dem Klinikgelände

Unsere Sportangebote sind kostenlos. Bevor Sie das erste Mal kommen, Anmeldung bitte unter Team und Kontakt.


Gesundheitskurse Elternschule Haus 9, 2. OG

Die Elternschule ist ein Angebot der Gynäkologie und Geburtshilfe.
Neben vielen Informationen für werdende Eltern finden auch Gesundheitskurse statt.
Diese verschiedenen Kursangebote stehen den Frauen aus dem Brustzentrum ebenfalls offen.

Kursangebote:

  • Progressive Muskelentspannung
  • Yoga
  • Cantienica-Rückenprogramm
  • Pilates
  • Beckenbodenschulung

Diese Kurse sind als Präventionskurse anerkannt. Es besteht die Möglichkeit der Teilnahmekostenerstattung durch die gesetzliche Krankenkasse.

Hier finden Sie Aktuelle Termine und weitere Informationen oder erfragen Sie bitte telefonisch unter Team und Kontakt.

Haar- und Kosmetik-Workshops

In Zusammenarbeit mit einem großen Berliner Perückenstudio und einer Kosmetikfirma möchten wir den betroffenen Frauen helfen, ihr Selbstwertgefühl zu stärken und sich wohler und sicher zu fühlen.

In einem Workshop gibt eine erfahrene Kosmetikerin Tipps zur Gesichtspflege und zum Schminken:

  • Verschiedene Möglichkeiten zur optischen Ergänzung von Wimpern und Augenbrauen
  • Empfehlungen zur Hautreinigung und Hautpflege
  • Make-up und Puder für einen frischen Teint und Kaschieren von Hautirritationen
  • Bindetechniken und Haarergänzungen für Tücher, Turbane und vieles mehr

Jede Teilnehmerin erhält hierfür eine Auswahl der notwendigen Kosmetikprodukte. Ansprechpartner und Telefonnummer unter Team und Kontakt.