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JCI Zertifiziert

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DRK Kliniken Berlin als einzige deutsche Klinikgruppe JCI-zertifiziert.

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DRK Kliniken Berlin

Qualitätsmanagement

Brabanter Str. 18 - 20
10713 Berlin
Wegbeschreibung

Tel.: (030) 3035 - 5070
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Internationales Zertifikat für hohe Qualität – JCI

Im April 2002 wurden unsere vielfältigen Bemühungen um Qualität in der Patientenversorgung in besonderer Weise belohnt: Die DRK Kliniken Berlin erhielten als erster Krankenhausverbund in Deutschland die Akkreditierung der Joint Commission International (JCI) aus den USA. Im vorgeschrieben dreijährigen Turnus wurde die Zertifizierung 2005 und 2008 erneuert. Im Oktober 2011 wurden die DRK Kliniken Berlin erneut rezertifiziert.

Die Entscheidung für diese Zertifizierung hatte historische und inhaltliche Gründe:

Historisch: Als wir uns für die Zertifizierung vorbereiteten, gab es kein weiteres krankenhausspezifisches Zertifizierungsverfahren. Die Zertifizierung nach KTQ (Kooperation für Transparenz und Qualität im Krankenhaus) ist erst seit 2003 möglich. Erfahrungen der DRK Kliniken Berlin mit der EFQM Selbstbewertung (European Foundation for Quality Management) haben die Entscheidung, sich nach JCI zertifizieren zu lassen, gefördert.

Inhaltlich: Die JCI Zertifizierung stellt das anspruchsvollste Verfahren einer Zertifizierung dar. Es werden insbesondere Patientensicherheit und Beteiligung der Patienten an Behandlungsentscheidungen überprüft. Diese Ziele stimmen besonders gut mit dem Leitbild der DRK- Schwesternschaft Berlin und dem zentralen Grundsatz „Menschen helfen Menschen“ überein.

Die gemeinsame Zertifizierung aller Einrichtungen wurde bewusst gewählt, um die „Corporate Identity“, die gemeinsame Unternehmensidentität, zu verstärken. Dazu nahmen wir in Kauf, dass die Zertifizierung zu erlangen, deutlich komplizierter war und auch weiterhin ist. Die JCI fordert nämlich, dass in gemeinsam zertifizierten Einrichtungen die Qualität der Versorgung unabhängig von Ort und Zeit identisch ist und Abläufe zumindest gleichwertig organisiert sind.

Joint Commission International
Joint Commission International (JCI) ist eine internationale Tochterorganisation von Joint Commission (JC) in den USA. JC ist eine unabhängige Non Profit Organisation. JC existiert seit 1951 und zertifiziert gegenwärtig etwa 16000 Gesundheitseinrichtungen in den USA und ist damit mit weitem Abstand Marktführer. In den USA müssen Krankenhäuser eine JC Zertifizierung vorweisen können, damit sie mit den größten nationale Krankenkassen („Medicare“ und „Medicaid“) abrechnen können. Somit können es sich nur wenige sehr spezielle Einrichtungen erlauben, keine Zertifizierung zu haben.

Um Krankenhäuser überprüfen zu können, hat JC Standards entwickelt, die die Qualität von Versorgung beschreiben. Diese Standards sind in Gremien von Experten aus dem Gesundheitsbereich entwickelt worden. Die Standards sind kein Katalog, der primär Interessen von einzelnen Gruppen –Stakeholder- (Regierung, Krankenkassen, Patienten-verbänden, Arbeitgeber, Gewerkschaften) widerspiegelt, sondern eine Beschreibung, wie Experten sich ein qualitativ hochwertiges Krankenhaus mit angemessener Versorgung vorstellen.

In den USA finden seit ein paar Jahren die Überprüfungen unangekündigt statt, damit vermieden wird, dass lediglich die Fähigkeit, sich für einen begrenzten Zeitraum auf eine Überprüfung einzustellen, zertifiziert wird.

Um die JC Standards auch international anwenden zu können, wurden sie verändert und an die Gegebenheiten angepasst, ohne dass sich die Ziele der Organisation geändert haben.

Standards, Absichten und messbare ElementeUm die zentralen Qualitätskriterien zu beschreiben, hat die JCI Standards erarbeitet. Diese Standards sind von medizinischen Fachexperten verschiedener Berufsgruppen und Fachdisziplinen in Arbeitsgruppen entwickelt worden. Zu allen Standards gibt es eine Erklärung, warum diese wichtig sind. Um deren Einhaltung zu überprüfen, gibt es für jeden Standard messbare Elemente. Die Erfüllung dieser messbaren Elemente wird in einem Survey mit Hilfe der Tracermethode überprüft.

Patientensicherheitsziele
Die JC veröffentlicht seit Jahren in jährlichen Abständen Patientensicherheitsziele. Die JCI hat Patientensicherheitsziele in die Standards aufgenommen. Es geht dabei um wichtige einfach umzusetzende Prozesse, die die Sicherheit für Patienten deutlich erhöhen, wie Vermeidung von Verwechselungen im OP, sicherer Umgang mit konzentrierten Elektrolyt-lösungen oder Verbesserung der Händehygiene.

Tracermethode
In einem Survey werden die konkreten Behandlungen zufällig ausgewählter Patienten systematisch nachvollzogen (individueller Tracer). Es ist dabei allen bewusst, dass es sich um eine sehr kleine Stichprobe aller behandelten Patienten handelt. Es wird deutlich, dass auf diese Art die Organisation der Betreuung von Patienten und der Stellenwert, den Sicherheit und Beteiligung der Patienten haben, sehr genau nachvollzogen werden kann.

Aus den Befunden der individuellen Tracer werden Fragestellungen gewonnen, die durch Systemtracer untersucht werden. Würde z.B. bei der Untersuchung der individuellen Tracer bemerkt werden, dass eine auffallende Zahl an Patienten eine Infektion im Krankenhaus bekommen haben, wird das Hygienesystem systematisch untersucht. Sind bei mehreren Patienten die Anordnungen der Medikamente nicht eindeutig nachzuvollziehen, wird der Umgang mit Medikamenten systematisch untersucht.

Zusätzlich gibt es Fragestellungen, die für die Organisation der Patientenbehandlung bedeutsam sind, sich aber nicht an konkreten Fällen sondern nur in Interviews überprüfen lassen. Dabei hat die Unterstützung für die Durchsetzung von JCI Zielen durch die Unternehmensführung einen zunehmenden Stellenwert bekommen  Es wird der Stellenwert, den Patientensicherheit in den Beratungen von Aufsichtsrat und Geschäftsführung einnimmt, hinterfragt.

Die zentralen Verfahren der DRK Kliniken Berlin
Um die Anforderungen der Standards umzusetzen, sind seit 2001 in Arbeitsgruppen Verfahren erarbeitet worden. In diesen werden Prozesse und Abläufe beschrieben, die sich auf einzelne Standards oder auf Standardgruppen beziehen. Diese Verfahren haben den Charakter von Dienstanweisungen und sind durch die Geschäftsführung in Kraft gesetzt worden.

Zentrale Verfahren beschäftigen sich mit

  • Diagnostik und Behandlung vom Erstkontakt der Patienten mit der Klinik bis zur Entlassung
  • Umgang mit Medikamenten
  • Umgang mit Schmerzen
  • Umgang mit Narkose und Sedierung
  • Sicherstellung von Aus- und Weiterbildung

Die Verfahren sind im Intranet veröffentlicht und werden dort regelmäßig aktualisiert. Für alle Verfahren sind Verantwortliche benannt, die überwachen sollen, ob es Änderungsbedarf gibt.

Die Zuordnung der Verfahren zu den JCI Standards und deren grundsätzliche Zielsetzung lassen sich im Dokument „Zusammenfassung der Standardinhalte“ nachlesen. Bei der Erarbeitung der Verfahren wurde versucht, eine Balance zwischen Regelungstiefe und Genauigkeit der Beschreibungen einerseits und Umfang der Gesamtdokumentation andererseits zu finden. Ziel ist es, wichtige, die Patientensicherheit beeinflussende Prozesse ausreichend genau zu beschreiben, nicht aber jeden einzelnen Arbeitsschritt zu regeln. Gute medizinische Praxis und Verständnis für sinnvolle Abläufe soll nicht durch Regelungen ersetzt werden.

Die größten nachhaltigen Erfolge
Seit sich die DRK Kliniken Berlin mit den JCI Standards beschäftigen, sind wichtige Verbesserungen in unseren Kliniken erzielt worden. Einige sind inzwischen Selbstläufer, um andere muss weiterhin kontinuierlich geworben werden.

Dokumentation: In der Vorbereitung auf die erste Zertifizierung wurde das System der Dokumentation und die Archivierung der Krankenakten grundsätzlich neu geordnet. Bis zum Jahr 2000 hatten die Kliniken im Wesentlichen eine „Lose Blatt Sammlung“ als Krankenakten vorzuweisen, denen eine Ordnung bzw. eine systematische Ablage der Dokumente fehlte.  Infolge dessen wurden neue Akten angeschafft und eine unternehmensweit einheitliche Sortierung der Dokumente und Befunde wurde festgelegt. Die Vollständigkeit der Dokumentation und die Auffindbarkeit der Patientenakten haben sich seitdem drastisch verbessert.

Umgang mit Medikamenten: Es ist inzwischen zur Selbstverständlichkeit geworden, dass keine abgelaufenen Medikamente mehr auf den Stationen gefunden und Medikamente angemessen gelagert werden. Weitgehend durchgesetzt wurde ebenfalls, dass Medikamentenanordnungen nicht mehr von Pflegekräften abgeschrieben werden müssen, damit werden Übertragungsfehler größtenteils vermieden. Das Medikamentenverteilungs-system wurde in zwei Phasen zur heutigen Praxis verändert und stellt unter den gegebenen Voraussetzungen eine maximale Sicherheit dar.

Fehlermanagement: Seit der ersten Zertifizierung sind Verfahren zur Meldung von Sentinel Events und von Medikationsirrtümern etabliert. Zusätzlich wurde 2003 das POP (Prozess Optimierungs Protokoll), ein Meldesystem für Probleme, die nicht auf dem herkömmlichen Weg gelöst werden können, eingeführt. Die Meldungen werden analysiert, und es sind umfangreiche Verbesserungen zur Korrektur von Fehlerquellen durchgesetzt worden. In der weiteren Entwicklung hat die Fehlerkommission die Zusammenführung der einzelnen Fehlermeldesysteme übernommen.

Triagesystem: Um die Vorgabe zu erfüllen, dass Notfälle sofort erkannt werden, haben wir seit 2001 in unseren Rettungsstellen ein „Triagesystem“ eingeführt. Pflegekräfte schätzen den Zustand der Patienten auf Grund physiologischer und anamnestischer Daten ein und organisieren die Reihenfolge, in der Patienten behandelt werden. Es wird sichergestellt, dass Notfälle vor anderen Patienten behandelt werden. In anderen Krankenhäusern etablieren sich ähnliche Systeme erst seit kurzer Zeit.

Festlegungen zum Aufnahmebefund: Unsere Kliniken haben definiert, welche Untersuchungsbefunde bei Patienten erhoben werden müssen, die bei uns behandelt werden. Da dies für unterschiedliche Fachabteilungen unterschiedlich ist, gibt es insgesamt 7 fachspezifische Untersuchungsbögen.

Team Time Out: Im Gegensatz zu anderen Krankenhäusern, die bei der Einführung eines Verfahrens zur Eingriffsverwechselung, wie es u.a. das Aktionsbündnis Patientensicherheit empfiehlt, erhebliche Schwierigkeiten feststellen, haben die DRK Kliniken Berlin es geschafft, ein praktikables Verfahren zu entwickeln und umzusetzen.

Eine Checkliste ist Hauptbestandteil dieses Verfahrens. Die Checkliste ist in vier Phasen unterteilt und reicht von der Überprüfung der Aufklärungen und der Markierung des Eingriffs-ortes bis hin zum letzten wesentlich Schritt um eine Eingriffsverwechslung zu vermeiden - dem Team Time Out.