Wenn die Milch gefährlich wird…

Berlin, 02. Dezember 2011

Selbst so gesunde Lebensmittel wie Kuhmilch, Hühnereier oder Kiwis können für Kinder gefährlich werden, nämlich dann, wenn sie unter einer Nahrungsmittelallergie leiden. Doch wie erkennt man eine Allergie? Und woher weiß man zum Beispiel, ob das Kind allergisch bereits auf den Körperkontakt mit dem Lebensmittel etwa mit Milch reagiert oder ob es nur allergisch reagiert, wenn es die Milch getrunken hat?

Rund um diese und weitere Fachfragen drehte sich das 4. Nahrungsmittelallergie- und Anaphylaxie-Kränzchen, zu dem Professor Bodo Niggemann, Leiter des Zentrum für pädiatrische Allergologie und Pneumologie im Hedwig-von-Rittberg-Zentrum für Kinder und Jugendliche, und Ernährungsfachkraft Mandy Ziegert vor allem Fachkollegen aus dem niedergelassenen Bereich am 30. November in das Westend eingeladen hatten.

Anhand von Patientenbeispielen erläuterten Professor Niggemann und Frau Ziegert, woran sie erkennen, was für eine Allergieform vorliegt und wie die beste Therapie aussieht. Meist sind Nahrungsmittelallergien an Hautveränderungen wie Quaddeln, roten Flecken oder Ekzemen erkennbar. Die Kuhmilchallergie kommt bei Kindern nach wie vor am häufigsten vor, sagte Niggemann. Dies ist vor allem deshalb relevant, weil Milch mit dem Protein und dem kritischen Nährstoff Calcium für die Kinder ernährungsphysiologisch das wichtigste Nahrungsmittel ist.

Niggemann: „Kiwis kann man weglassen, aber die Kuhmilch nicht.“ Je nach Allergie und Kind entscheiden die Ärzte sich für eine strenge Diät (im Fall der Kuhmilch mit einer entsprechenden Ersatznahrung) oder im Einzelfall auch für ein langsames Gewöhnen an das Nahrungsmittel. Die niedergelassenen Kinderärzte stellten interessiert Fragen zu den Themen und den Beispielen.

Zum Schluss referierte noch die Charité-Medizinerin Birgit Ahrens und ihre Kollegin Johanna Bellach über die neue PEAP-Studie (Peanut Allergy Prevention) der Charité. Dabei werden zwei Kindergruppen im Alter zwischen 5 bis 30 Monaten untersucht, die an atopischer Dermatitis leiden und keine Erdnuss-Sensibilisierung erhalten haben. Eine Gruppe isst drei Mal die Woche Erdnuss-haltige Nahrungsmittel, die andere nimmt keine Erdnüsse zu sich.

Auch im kommenden Jahr wird es wieder ein Fachsymposium rund um das Thema Nahrungsmittelallergien bei Kindern geben.