Viele Besucher beim 14. Deutschen Lungentag

Berlin, 21. September 2011

14. Deutsche Lungentag in den DRK Kliniken Berlin | Mitte


Chefarzt und Ärztlicher Direktor Professor Peter Dorow eröffnet den Lungentag


Interessierte Besucher konnten moderne Atemmasken ausprobieren

„Gesunder Schlaf“ – zu diesem Thema kamen am Samstag, den 17. September 2011, mehr als 100 interessierte Gäste zum Patienten- und anschließenden Arztseminar in die DRK Kliniken Berlin | Mitte. Im Rahmen des Deutschen Lungentages führte Prof. Dr. Peter Dorow, Chefarzt des Pneumologischen und Schlafmedizinischen Zentrums und Ärztlicher Leiter der DRK Klinken Berlin | Mitte mit seinem Team bereits zum 14. Mal das traditionelle Patienten- und Arztseminar durch.

Ein gesunder Schlaf ist die Voraussetzung, um fit und vital in den Tag zu starten. Doch immer mehr Menschen leiden unter Schlafstörungen wie zum Beispiel Schnarchen und nächtlichen Atemstillständen. Viele Besucher nutzten das Patientenseminar, um sich über dieses Krankheitsbild zu informieren.

Professor Peter Dorow eröffnete den Lungentag mit einleitenden Worten über die Schlafmedizin. Mit diesem noch recht jungen Fachgebiet der Medizin beschäftigen sich die DRK Kliniken Berlin | Mitte bereits seit mehr als 20 Jahren.

Ein ganz besonderes Krankheitsbild der Schlafforschung ist die obstruktive Schlafapnoe (OSAS), die beim diesjährigen Lungentag vorgestellt wurde. Patienten mit dieser Krankheit leiden an Atemstillstand während des Schlafes. Der obere Teil der Luftröhre fällt zusammen und es kommt zur Behinderung der Atemwege. Durch den Sauerstoffmangel im Körper leiden 90 Prozent aller Patienten mit OSAS an Tagesmüdigkeit.

Eine unbehandelte Schlafapnoe kann vermehrt chronische Gesundheitsstörungen, ein erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko zur Folge haben, so der Chefarzt des Pneumologischen und Schlafmedizinischen Zentrums, Professor Peter Dorow, während der Eröffnungsrede.

Oberärztin Dr. Katrin Pilz stellte in ihrem anschließenden Vortrag eindrucksvoll die Geschichte der häufigsten Behandlungsform des OSAS vor: Die CPAP-Therapie. Bei dieser Behandlung wird mittels einer Maske ein kontinuierlicher Atemwegsüberdruck erzeugt, wodurch die Atemstillstände verhindert werden. Oberärztin Dr. Pilz erläuterte mit anschaulichen Bildern erster CPAP-Geräte auch die Geschichte dieser Therapie. Bereits in der Antike haben sich die Menschen vor über 5.000 Jahren intensiv mit dem Schlaf beschäftigt, was die griechische Herkunft des Wortes Apnoe für Atempausen erklärt. Die Pneumologie hingegen hat eine jüngere Geschichte: Vor 150 Jahren entstanden mit der Entwicklung der Luftfahrt zwar die ersten Beatmungsgeräte, doch die Schlafapnoe war bis in die 80er Jahre ein kaum beachtetes Krankheitsbild. Erst mit der Entdeckung der Hirnströme entwickelte sich die Schlafmedizin und erste Schlaflabore entstanden – so auch in den DRK Kliniken Berlin | Mitte, wo 1988 das Schlafmedizinische Zentrum gegründet wurde. Professor Dorow und sein Team haben seitdem richtungweisendes in der Schlafmedizin geleistet und können auf mehr als 20 Jahre Therapieerfahrung zurückblicken.

Dass nicht nur Männer, sondern auch Frauen von OSAS betroffen sein können, erklärte Oberarzt Dr. Matthias Franz in seinem anschließenden Vortrag. In Deutschland sind ein bis zwei Prozent der Frauen und zwei bis vier Prozent der Männer im mittleren Lebensalter vom OSAS betroffen, also etwa 800.000 Menschen. OSAS tritt am häufigsten zwischen dem 44. und 54. Lebensjahr auf. Die geschlechtsspezifischen klinischen Symptome sind jedoch sehr verschieden: Männer, die unter OSAS leiden, neigen mehr zum Schnarchen und spüren oft eine Tagesmüdigkeit. Frauen hingegen schnarchen weniger, klagen jedoch über morgendliche Kopfschmerzen und depressive Phasen, so dass die Symptome oft fehldiagnostiziert werden. Auch die Fettverteilung, der Hormonspiegel und anatomische Unterschiede des Rachenbereiches haben Einfluss auf die Erkrankung von Männern und Frauen an OSAS, so Dr. Franz.

Über die kardiologischen Aspekte des OSAS referierte Dr. Katrin Pilz im Abschluss. Bei den Atemstillständen muss das Herz mehr leisten als in normalen Schlafphasen, so dass es in der Nacht zu akuten Störungen wie Bluthochdruck, koronarer Herzerkrankheit bis hin zu Herzrhythmusstörungen kommen kann. Frau Dr. Pilz unterstrich ihren Vortrag mit Studien und Beispielen aus dem Schlaflabor.

Das obstruktive Schlafapnoesyndrom ist ein wichtiges Krankheitsbild, das aufgrund der Risikofaktoren und Folgeerkrankungen zu einer medizinisch bedeutsamen Schlafstörung zählt, so die Zusammenfassung von Professor Dr. Peter Dorow.

Im Anschluss fand eine intensive Diskussion mit den Gästen statt, die sich u. a. für weitere Therapiemöglichkeiten interessierten. Oberärztin Dr. Pilz konnte darüber aufklären, dass das regelmäßige Musizieren mit Blasinstrumenten wie Trompete oder Saxophon keine Therapieform bei OSAS ist. Im Anschluss an das Patientenseminar konnten die Besucher sich ihren Blutzucker und Blutdruck bei Schwestern der DRK Kliniken Berlin-Schwesternschaft messen lassen. Christine Baermann und das Team aus dem Schlafmedizinischen Zentrum demonstrierten die modernen Atemmasken für die CPAP-Therapie.


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