Ventile für die kranke Lunge

Berlin, 20. September 2014

Am 20. September 2014 findet der 17. Deutsche Lungentag unter dem Motto „Gesunde Lunge - Grundlage des Lebens“ statt. Die DRK Kliniken Berlin | Mitte sind in der Versorgung von Lungenkranken exzellent aufgestellt, denn sie verfügen über ein von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziertes Lungenkrebszentrum und über ein Pneumologisches und Schlafmedizinisches Zentrum und damit über besondere Expertise auf dem Fachgebiet der Atemwegs- und Lungenkrankheiten.

Eine weit verbreitete Erkrankung der Atemwege ist die COPD, die chronisch obstruktive Atemwegserkrankung. Sie ist charakterisiert durch eine Atemwegseinengung. Verursacht wird COPD in erster Linie durch Zigarettenkonsum. Bei der Ausatmung ist der Atemfluss eingeschränkt. „Dies führt zu einem Luftstau und damit zu einer zunehmenden Atemnot. Die Folge ist eine eingeschränkte Belastbarkeit, verringerte Aktivität und daraus resultiert eine Verschlechterung der Lebensqualität“, erläutert Prof. Dr. med. Peter Dorow, Ärztlicher Leiter der Kliniken. Im Verlauf der Erkrankung kommt es zu einer Überblähung der Lunge, es entwickelt sich ein Emphysem. Am Anfang der Erkrankung ist der Selbstreinigungsmechanismus der Lunge gestört. Die in den Bronchien sitzenden Flimmerhärchen werden zerstört. Die Folge ist ein unzureichender Transport des Sekrets und eine erhöhte Verweildauer des Schleimes. Daraus resultieren eine zunehmende Infektionsgefahr, Infekte und Schleimhautveränderungen. Zu diesem Zeitpunkt besteht ein chronischer Husten, es entwickelt sich eine Atemnot und ein Emphysem.

Die häufigste Ursache der COPD ist das Rauchen. In Deutschland rauchen über ein Viertel der Bevölkerung im Alter über 14 Jahre. Der Raucheranteil bei den Männern liegt mit 31 Prozent etwas höher als bei den Frauen (25 Prozent). Zur Behandlung der COPD, Gefäßerkrankungen, Bronchialkarzinomen ist ein konsequenter Nikotinstopp erforderlich. Ein erfolgreicher Rauchstopp erfordert keine langwierige Vorbereitung. „Spontane Aufhörversuche sind insbesondere erfolgreich, wenn sie professionell begleitet werden“, sagt Professor Dorow. Ein ärztliches und therapeutisches Beratungsgespräch kann die Aufhörmotivation verstärken. Eine Kombination von medikamentöser Behandlung und Unterstützung durch ein Tabakentwöhnungsprogramm kann dem Patienten helfen.

In den DRK Kliniken Berlin | Mitte werden Antiraucherkurse durchgeführt. Professor Dorow hat sich mit seiner Arbeitsgruppe auf die Implantation von Ventilen bei der schweren Form der COPD mit Emphysem spezialisiert. Ziel der Ventilimplantation ist es, den Anteil überblähter Areale des Lungengewebes zu reduzieren und so eine verbesserte ventilatorische Funktion und Reduktion der Atemnot zu erzielen. Die Implantation der Ventile erfolgt durch ein Bronchoskop. Es ist somit ein endoskopisch minimal-invasives Verfahren.

In den DRK Kliniken Berlin | Mitte ist eine Ventilsprechstunde eingeführt worden. Mit der Möglichkeit einer endoskopisch durchgeführten Lungenvolumenreduktion können die zum Teil erheblichen Belastungen eines chirurgischen Eingriffes reduziert werden. Die Ventile lassen Luft bei der Ausatmung abströmen, bei der Einatmung wird jedoch der Luftstrom nicht weitergeleitet. Somit werden die entsprechenden Areale der kleinen Atemwege blockiert. Es entwickelt sich eine sogenannte Atelektase und die überblähten Lungenareale fallen zusammen. Sollte eine Ventilimplantation nicht möglich sein, führt Professor Dorow mit seinen Mitarbeitern andere Behandlungsverfahren durch. Die nicht-invasive Beatmung, Sauerstofftherapie, Vaporisierung des Lungengewebes, Implantation von Spiralen (Coils). Es handelt sich um Spiralen, die aus Nitinol-Draht hergestellt sind. Das Besondere dieses Materials ist, dass die Ursprungsform wieder angenommen wird. Die von Spiralen sind in der Lage Luftsäcke zu verkleinern, somit kann besser ausgeatmet werden und die Atemnot reduziert sich.

Die in den DRK Kliniken Berlin | Mitte durchgeführte bronchoskopische Lungenvolumenreduktion ist ein neues Verfahren, welches in einigen ausgewählten Fällen bei schwerer COPD mit schwerem Lungenemphysem angewandt werden kann. Es handelt sich um ein endoskopisch minimal-invasives Verfahren. Somit können unter Umständen chirurgische Eingriffe entfallen. Je nach Größe des erkrankten Lungenteiles werden zwei bis fünf Ventile mittels Bronchoskop in den entsprechenden Arealen platziert. Die Ventile öffnen sich bei der Ausatmung und verhindern das Einströmen der Luft. Die Folge ist, dass die Lungenanteile hinter dem Ventilverschluss zusammenschrumpfen, es entsteht eine sogenannte Atelektase. Somit verringert sich das Emphysem und die Atemnot reduziert sich.

Kontakt:
DRK Kliniken Berlin | Mitte
Professor Dr. med. Peter Dorow
Ärztlicher Leiter der Kliniken
Pneumologisches und schlafmedizinisches Zentrum
Tel.: (030) 3035 - 6300
Fax.: (030) 3035 - 6309
E-Mail: prof.dorow@drk-kliniken-berlin.de
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