Stimmungsvolles Figurenfest im Westend

Berlin, 10. Oktober 2011

Jennifer Kirchner, Oberin Heidi Schäfer-Frischmann und Ralf Stähler


Dieter Brusberg erläutert die Skulpturen im Park


"Mare" von Ludwig G. Schrieber aus dem Jahre 1959
Fotos: DRK Kliniken Berlin

Rund 120 Kunstfreunde und Interessierte sind am vergangenen Freitag, den 07. Oktober 2011, auf Einladung der Stiftung „Figuren im Park“ zum zweiten Figurenfest in die DRK Kliniken Berlin | Westend gekommen. Figuren im Park, das sind mehr als 30 zum Teil großformatige Skulpturen deutscher Künstler wie Dietrich Klinge, Rolf Szymanski, Wilhelm Loth und Berndt Wilde. Die Skulpturen stehen auf dem Gelände des Westend und sind für Patienten, Mitarbeiter und Besucher der Klinik ein steter Quell der Freude und eine schöne Abwechselung von Krankheit und Klinikalltag. Damit die Figuren im Park, die bisher Leihgaben sind, an ihrem Ort erhalten bleiben können, wurde die Stiftung 2009 gegründet. Ziel des zweiten Figurenfestes war es denn auch, zum einen den Besuchern die Sammlung moderner Plastiken nahe zu bringen. Zudem bestand die Möglichkeit, Kleinplastiken und Grafiken der Künstler Szymanski und Klinge zu Sonderpreisen zu erwerben. Der Erlös sowie Spenden dienten dem Ankauf von Großplastiken, dieses Mal von Wilhelm Loth und Berndt Wilde.

Professor Dr. Ernst Kraas, Mitglied des Stiftungskuratoriums und Mediziner der DRK Kliniken Berlin | Westend, begrüßte zunächst die Gäste im Hörsaal mit den Worten: Kunst als Therapie zu bezeichnen, das ist auch im Krankenhaus noch immer ein Experiment mit offenem Ausgang. Der Reiz der Skulpturen ist es, dass sie mit den Besuchern in den Dialog treten. Denn zu jeder Jahreszeit strahlen sie unterschiedliche Erscheinungsbilder aus, so Kraas.

Beim ersten Figurenfest war es gelungen, mit dem Verkauf der Kleinplastiken 34.000 Euro einzunehmen und letztlich eine Großfigur zu erwerben.

Viele Patienten, so Kraas, sagen, dass sie eine Ablenkung durch die Figuren erleben - auch eine Ablenkung vom Klinikalltag.

Ralf Stähler, Geschäftsführer der DRK Kliniken Berlin, erinnerte daran, dass sich 2003 die ersten Figuren auf dem Klinikgelände ansiedelten. Dabei handelt es sich um Leihgaben der Galerie von Dieter Brusberg. Besonders spektakulär war bereits damals die archaische Figurengruppe von Dietrich Klinge auf ihrem Platz auf der Parkaue. Es war die gute Idee von Professor Kraas, den Galeristen Dieter Brusberg zu besuchen und die gemeinnützige Stiftung „Figuren im Park“ ins Leben zu rufen, sagte Stähler. Sie ergänzt perfekt das Ausstellungsprogramm des Fördervereins "Kunst im Westend". Mittlerweile stehen 38 figürliche Skulpturen auf dem Gelände der Klinik und das zweite Figurenfest ist ein Anlass, die Sammlung der Figuren im Park zu unterstützen, so der Geschäftsführer der Kliniken.

Noch bevor die Gäste, zu denen unter anderen der Künstler Rolf Szymanski, Professor Dr. Yoshiki Hiki, Chirurg aus Japan, der ehemalige Berliner Schulsenator Walter Rasch und der ehemaliger Berliner Gesundheitsstaatssekretär Detlef Orwat gehörten, Kunst erleben und erwerben konnten, hatte der Geschäftsführer Ralf Stähler bereits die Kleinplastik „Die Hand“ von Dietrich Klinge gekauft und somit das Vorhaben der Stiftung tatkräftig unterstützt.

Adolf Muschg, ehemals Präsident der Berliner Akademie der Künste, Schweizer Schriftsteller und Festredner beim zweiten Figurenfest, erinnerte in seinem Festvortrag „Kunst als Therapie?“, dass man ja eigentlich nie gern in ein Krankenhaus gehe. Aber er habe den Eindruck, dass die „Götter in Weiß“ sehr menschlich geworden sind. Und die Zeit, dass im Zimmer zwölf „der Magen“ liege, sei ja auch vorbei. Heute sehen die Krankenhäuser und Ärzte die Patienten ganzheitlich. „Die Medizin hat sich auf eine ganzheitliche Betreuung spezialisiert“, sagte Muschg. Und: Jeder von uns könne Patient werden. Der Schweizer Schriftsteller ging soweit so weit zu sagen: „Jeder ist ein Leben lang Patient.“ Auch in der Literatur spiele Krankheit eine zentrale Rolle, am eindrucksvollsten in Thomas Manns „Zauberberg“. Dort sei die Tuberkulose die Generalmethapher einer Gesellschaft, die kurz vor dem Ersten Weltkrieg steht. Aber wenn es etwas gebe, was alle Krankheiten letztlich gemeinsam haben, dann dies: „Sie sind nicht schön“, sagte Muschg.

Von der Schönheit der Kunst indes konnten sich anschließend bei strahlender Herbstsonne die Gäste des zweiten Figurenfestes inspirieren lassen. In geführten Gruppen unter der Regie von Dr. Anne Marie Freybourg, Professor Dr. Ernst Kraas und Dieter Brusberg wandelten die Besucher in der Parkaue und im Rosengarten zwischen den Gebäuden auf dem Campus des Westend und erlebten einen Kunst-Nachmittag mit profunden Erläuterungen.

In der Aula des Bildungszentrums für Pflegeberufe der DRK-Schwesternschaft Berlin e.V. schließlich konnten Kunstfreunde Miniaturausgaben der Plastiken von Szymanski und Klinge erwerben. Der Verkauf ist noch nicht abgeschlossen. Die Sonderpreise gelten noch bis zum 20. Oktober 2011.

Interessenten können sich weiterhin an die

Stiftung "Figuren im Park"
DRK Kliniken Berlin | Westend
Spandauer Damm 130 in
14050 Berlin
oder unter
Tel.: 030/3035 - 4805
E-Mail: i.wachs@drk-kliniken-berlin.de

wenden.

Weitere Informationen, auch zum Förderverein "Kunst im Westend", finden Sie hier.