Reges Interesse am Onko-Forum des Brustzentrums Köpenick

Berlin, 06. Juni 2012

Das Brustzentrum Köpenick informierte beim Onko-Forum über „Soziale Unterstützung bei Krebs“


Breast-Care Nurse Heidrun Proppe steht den Patientinnen zur Seite

Großes Interesse weckte das Thema „Soziale Unterstützung bei Krebs“. Die Chefärztin des Brustzentrums, Dr. med. Anke Kleine-Tebbe, und die onkologische Fachschwester Heidrun Proppe begrüßten die knapp 20 Teilnehmerinnen zu der Veranstaltung im Rahmen des Onko-Forums am Brustzentrum Köpenick am Dienstag, 5. Juni 2012 ab 17 Uhr. Diesmal hatte Schwester Heidrun nicht nur eingeladen, sondern auch die komplexen Informationen über Hilfen und finanzielle Entlastungen bei einer Krebserkrankung zusammengestellt.

Schwester Heidrun zeigte zuerst, wie vielfältig die finanziellen Belastungen im Zusammenhang mit der Behandlung einer Krebserkrankung sind. Die Betroffenen müssen unter anderem Zuzahlungen zur Krankenhausbehandlung und Anschlussheilbehandlung, aber auch zu Hilfs- und Heilmitteln und Fahrkosten tragen. „Da kommt einiges zusammen“, sagte Schwester Heidrun. Sie wies aber gleich darauf hin, dass Krebspatienten maximal ein Prozent ihres Bruttoeinkommens für Zuzahlungen ausgeben müssen. Denn sie können bei ihrer Krankenkasse geltend machen, dass sei eine chronische Erkrankung haben, die kontinuierliche Betreuung erfordert und bei der eine lebensbedrohliche Verschlimmerung droht.

Soziale Unterstützung bei Krebs soll auch die Reha bieten. Schwester Heidrun informierte über die verschiedenen Reha-Formen von der Anschlussheilbehandlung über die onkologische Reha / Nach- und Festigungskur bis hin zur stufenweisen Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess nach dem sogenannten "Hamburger Modell". Zur Teilhabe am Arbeitsleben können auch Leistungen beantragt werden, wenn eine sozialmedizinische Stellungnahme vorliegt. Schwester Heidrun empfahl zudem, den Rehasport zu nutzen. „Wir sind stolz, dass wir am Brustzentrum jetzt einmal wöchentlich eine Walkinggruppe mit qualifizierter Trainerin anbieten“, sagte sie.

Auch über das Schwerbehindertenrecht informierte die Fachkrankenschwester. Sie wies darauf hin, wie wichtig es ist, dass aus den schriftlichen Unterlagen für den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) der Grad der Beeinträchtigung durch die Erkrankung deutlich hervorgeht. Denn: „Die Entscheidung erfolgt meist nach Aktenlage“, sagte sie. Ein Schwerbehindertenausweis bringt im Beruf einige Vorteile, zum Beispiel erweiterten Kündigungsschutz und Anspruch auf Teilzeittätigkeit. Aber auch Steuerermäßigungen und Ermäßigungen beim Nahverkehr und bei Eintrittsgeldern sind von Vorteil.

In Sachen Pflegebedarf warnte Schwester Heidrun vor falschem Ehrgeiz bei der Begutachtung durch den MDK. Sie wies auch auf die neue Möglichkeit hin, dass pflegende Angehörige bis zu sechs Monate Anspruch auf Freistellung vom Beruf gegen den Arbeitgeber geltend machen können.

Mit Blick auf die wirtschaftliche Existenzsicherung bei einer Krebserkrankung riet die Brustkrankenschwester dazu, den Antrag auf Erwerbsminderungsrente nicht zu spät zu stellen, wenn absehbar ist, dass die Arbeitsunfähigkeit länger als 18 Monate innerhalb von drei Jahren dauern wird.

Schwester Heidrun sprach auch das Thema Palliativversorgung an. Auf Nachfrage vieler Teilnehmerinnen gab sie ganz konkrete Tipps zum Vorgehen bei der Vorsorge für das Lebensende und zu weiteren Infos über Palliativ- und Hospiz-Angebote.

Schließlich zeigte Schwester Heidrun auch, welche Einrichtungen weitere Beratung bieten. Nicht zu unterschätzen ist das kostenlose und umfassende Angebot des sozialpsychiatrischen Dienstes bei den Bezirksämtern. Auch Kranken- und Rentenversicherungsträger, der Sozialdienst und die Psychoonkologen in den Kliniken und Selbsthilfegruppen empfahl sie als Anlaufstationen. Schwester Heidruns Fazit: „Es gibt viele Anlaufstellen, aber das Problem ist: Man muss sich um alles selbst kümmern, und wenn man krank ist, ist man damit manchmal überfordert.“

Um die Patientinnen dabei zu unterstützen, begleitet das gesamte Team des Brustzentrums Köpenick die Patientinnen vor, während und nach der Behandlung und bietet Kontakte zu weiterführenden Hilfsangeboten an.

Die nächste Veranstaltung im Rahmen des Onko-Forums findet am Dienstag, den 3. Juli 2012, statt. Dipl.-Med. Frank Schüler, Facharzt für Radiologie wird über die „Strahlentherapie“ sprechen.

Kontakt:

DRK Kliniken Berlin | Köpenick
Brustzentrum

Salvador-Allende-Straße 2-8
12559 Berlin
Tel.: (030) 3035 - 3501

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