Rege Teilnahme beim Patientenabend

Berlin, 01. Dezember 2011

Dr. Ralph Schoeller begrüßte die Zuhörer in den DRK Kliniken Berlin | Westend


Viele Gäste informierten sich beim Patienteninformationsabend
Fotos: DRK Kliniken Berlin

Über 60 Gäste folgten der Einladung zum Patienteninformationsabend zu dem Thema „Herz unter Druck“ im Rahmen der Herzwochen 2011 der Deutschen Herzstiftung und kamen vergangenen Mittwochabend in den Hörsaal in die DRK Kliniken Berlin | Westend.

Der Ärztliche Leiter des Standortes und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin Schwerpunkt Kardiologie, Dr. Ralph Schoeller, begrüßte die Besucher und stellte in einleitenden Worten die Ursachen von Bluthochdruck und die gegenwärtigen Entwicklungen und Behandlungskonzepte vor. Dr. Schoeller informierte darüber, dass es allein in Berlin acht verschiedene Forschungsgruppen gibt, die sich mit der arteriellen Hypertonie beschäftigen.
Fast die Hälfte aller Deutschen leidet unter zu hohem Blutdruck: Er kommt bei rund 44 Prozent der Frauen und 51 Prozent der Männer vor und dennoch wird das Thema in der Öffentlichkeit noch nicht stark wahrgenommen. Informationsveranstaltungen wie diese tragen zur Aufklärung der Betroffenen bei.

Oberarzt Dr. Oliver Senf nahm die Zuschauer im ersten Referat anschaulich mit auf einen Rundgang durch den menschlichen Blutkreislauf. Dr. Senf erklärte den Unterschied zwischen systolischem und diastolischem Blutdruck und beschrieb die Geschichte der ersten Blutdruckmessgeräte. Er klärte zudem über die Ursachen und den Verlauf der Hypertonie auf. Im Anschluss konnte Oberarzt Dr. Senf interessierte Fragen aus dem Publikum u.a. zur richtigen Salzzufuhr und inwiefern Saunagänge den Blutdruck beeinflussen, beantworten.

Im folgenden Vortrag referierte Dr. Mira Dugas über die Folgen und Risiken des Bluthochdrucks mit einer anschaulichen Präsentation illustriert. Die Assistenzärztin thematisierte dabei, dass es bei zu hohem Blutdruck häufig zu Durchblutungsstörungen von Herz, Gehirn und Nieren kommt. Das Herz reagiert auf zu hohen Blutdruck mit Luftnot, Wassereinlagerung in den Beinen und Leistungsminderung. Folgekrankheiten der Hypertonie sind Herzrhythmusstörungen bis hin zum Schlaganfall. Bei Hypertonie wird die Gefäßverkalkung der Herzkranzgefäße gefördert – die Patienten leiden unter Angina Pectoris, koronaren Herzerkrankungen oder erleiden schlimmstenfalls einen Herzinfarkt. Dr. Duga klärte darüber auf, dass es nicht vernünftig ist, den Bluthochdruck mehrmals täglich zu Hause selbst zu messen, denn der Blutdruck unterliegt normalen Schwankungen, die die Patienten zu Hause nicht sofort erkennen können.

Ihr Teamkollege, Dr. Christian Lingemann, berichtete über Diagnose und Behandlung der Hypertonie. Er verwies darauf, dass viele Betroffene ihren zu hohen Blutdruck meist nicht spüren. Daher ist die regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks wichtig; bereits ab dem Schul- und Jugendalter sollte man den Blutdruck messen, ab dem 40. Lebensjahr einmal jährlich. Der optimale Blutdruck liegt bei 120 / 80 mmHg, so Dr. Lingemann. Der Assistenzarzt ging dann auf die verschiedenen Messinstrumente und -arten ein. Am Besten sei es, den Blutdruck regelmäßig, aber nicht zu häufig, zu messen, ein Blutdruckbuch zu führen und ärztliche Kontrollen durchzuführen.
Die Zuhörer stellten anschließend interessierte Fragen, u.a. wie und wo man Blutdruckmessgeräte aus dem privaten Gebrauch eichen lassen kann.

Dr. Alexander Dyck erläuterte im letzten Vortrag detailliert, wie man die Hypertonie mit Medikamenten, neuen Therapieformen, aber auch einem geänderten Lebensstil behandeln kann. Er stellte die verschiedenen Medikamente, deren Wirkung und Dosierung zur Behandlung des Bluthochdrucks vor.
Er verwies aber auch darauf, dass eine Lebensstiländerung allein (regelmäßige sportliche Aktivitäten, gesunde Ernährung z. B. mit der so genannten Mittelmeerküche, wenig bis keinen Alkohol- und Nikotinkonsum etc.) einen mäßigen Bluthochdruck durchaus senken kann. Dr. Dyck
hat im Anschluss einige Fragen der Besucher auch zu Wechselwirkungen der Medikamente und neue, operative Therapieformen beantwortet.

Der Chefarzt der Abteilung moderierte die Veranstaltung humorvoll und  unterstütze seine Assistenten.

Die Diskussion mit dem Publikum war lebhaft, es gab viele interessierte Fragen und gegen 20:30 Uhr wurde die Veranstaltung beendet. Viele der Besucher gaben eine positive Rückmeldung.