Preis für Chefarzt Dr. Klaus-Martin Kreusel

Berlin, 13. Oktober 2011

PD Dr. Klaus-Martin Kreusel (mi), Katrin Maier und Prof. Thomas Reinhard
Foto: eventfotografen.com/DOG

Privatdozent Dr. Klaus-Martin Kreusel, Chefarzt der Klinik für Augenheilkunde in den DRK Kliniken Berlin | Westend, ist der Theodor-Axenfeld-Preis 2011 im Oktober 2011 verliehen worden. Ausgezeichnet wurde die herausragende Publikation „Familienuntersuchungen bei Patienten mit „Angiomatosis retinae“, welche 2009 in den „Klinischen Monatsblättern für Augenheilkunde“ des Georg Thieme Verlages erschienen ist.

Chefarzt Dr. Kreusel und sein Team betreuen unter anderem Patienten mit dem so genannten Von-Hippel-Lindau-Syndrom (VHL), das auch als Retino-cerebelläre Angiomatose bezeichnet wird. Dies ist eine seltene, erbliche Tumorerkrankung. Die Patienten entwickeln gutartige, geschwulstähnliche Gewebsveränderungen (Angiome) vornehmlich im Bereich der Netzhaut des Auges und des Kleinhirns.

Bei Patienten mit Angiomen auf der Netzhaut ist eine humangenetische Untersuchung auf das Vorliegen des Von-Hippel-Lindau-Syndroms erforderlich, so Kreusel. „Bei jedem Patienten mit einem retinalen Angiom lassen wir diese Untersuchung durchführen und im Falle einer positiven Diagnose werden nach Möglichkeit auch die Familien mituntersucht“, sagt er. In Deutschland gibt es etwa 2.000 Von-Hippel-Lindau-Patienten, in Berlin etwa 100. Die VHL-Patienten sind, wie viele andere Patienten mit seltenen Erkrankungen, in krankheitsbezogenen Selbsthilfegruppen organisiert, die wiederum Mitglied in der Achse e.V. sind, der Allianz chronischer seltener Erkrankungen. Zusammen mit der Achse, die ebenfalls auf dem Gelände der DRK Kliniken Berlin Westend beheimatet ist,werden seit einigen Jahren regelmäßig solche Patiententreffen an diesem Standort durchgeführt.

Kreusel betont, dass er es als seine Aufgabe sieht, über die Behandlung der Augentumoren hinaus die Patienten bei der Vertretung ihrer krankheitsspezifischen Anliegen zu unterstützen. Er betrachtet es als seinen Auftrag, wie der Titel der Publikation bereits sagt, Familienuntersuchungen bei Patienten mit dieser seltenen Augenerkrankung durchzuführen. Es hat sich einiges getan bei der Behandlung chronischer Erkrankungen, so Kreusel, aber die Diagnose solcher seltenen Erkrankungen fällt offenbar vielerorts noch schwer oder unterbleibt ganz. Aber die Patienten profitieren von einer frühen Diagnose.

Das so genannte Von-Hippel-Lindau-Gen ist erst Anfang der 90er Jahre beschrieben worden. Kreusel selbst beschäftigt sich bereits seit 1996 mit der Erkrankung, Anlass war eine Patientin, die spontan einen solchen Augentumor gebildet hatte. Es ist bedeutsam, über diese seltene Erkrankung noch mehr zu informieren und aufzuklären, sagt der Augenmediziner.

In Gedenken an den Augenarzt Theodor Axenfeld (1867 – 1930) würdigt der Georg Thieme Verlag in Stuttgart herausragende Arbeiten aus der Zeitschrift „Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde“ mit einem Preis. Die mit 1500 Euro dotierte Auszeichnung wird alle zwei Jahre auf der Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft verliehen.

Theodor Axenfeld übernahm 1899 die Schriftleitung der Klinischen Monatsblätter für Augenheilkunde von Carl Wilhelm Zehender (1819 – 1916), dem Gründer der Zeitschrift. Unter Axenfelds Leitung entwickelte sich die Zeitschrift zum damals meist gelesenen ophthalmologischen Periodikum Deutschlands.

DRK Kliniken Berlin | Westend
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