Podiumsdiskussion mit Angela Merkel und 6 weiteren Gesprächspartnern, darunter Chefarzt Prof. Kentenich zur Eröffnung des neuen Standortes des Familienhilfsangebots "wellcome" in Berlin-Charlottenburg

Berlin, 14. April 2008

Als Schirmherrin des Projektes "wellcome" hat Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag im Haus der Familie in Berlin-Charlottenburg einen neuen Standort für ein Angebot eröffnet, das jungen Familien hilft.

Von: Angela Kijewski

Die Kanzlerin wurde begrüßt von Monika Thiemen, der Bezirksbürgermeisterin von Charlottenburg-Wilmersdorf, Alfred Böckel, dem Geschäftsführer der Einrichtung "Geburt und Familie" sowie von Rose Volz-Schmidt, der Gründerin des Projekts "wellcome".
Als Podiumsgäste waren die Bezirksstadträte Martina Schmiedhofer und Reinhard Naumann geladen, sowie Sigrid Klebba, Vorstandsvorsitzende der Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin und der Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe in den DRK Kliniken Berlin | Westend, Prof. Kentenich.

Die Bundeskanzlerin sagt zu ihrem Engagement für "wellcome": "Das Konzept überzeugt mich. Die praktische und lebensnahe Hilfe für junge Familien ist ein gutes Beispiel für eine Kultur des Hinsehens."
Das Projekt ist ein Angebot zur Entlastung von Müttern und jungen Familien, denen nach der Geburt kein funktionierendes familiäres Netz oder ein hilfsbereiter Freundeskreis zur Verfügung steht.

Das Baby ist da, die Freude ist riesig - und nichts geht mehr. Babystress pur, aber keine Hilfe weit und breit.
"Das Umfeld für Mutter und Kind hat sich komplett verändert" sagte Frau Volz-Schmidt: "Immer öfter sind Eltern, Geschwister und Bekannte über das ganze Land verstreut". Die eigene Erfahrung als Mutter in der Großstadt Hamburg, fernab von ihren Eltern, brachte Rose Volz-Schmidt auf die Idee zur Gründung von "wellcome".

"Die Frauen in unserer Geburtsklinik bekommen heutzutage meist nur ein einziges Kind" berichtet Professor Kentenich in der Gesprächsrunde. Die erforderlichen Erfahrungen und Kenntnisse werden in einer zunehmend kinderarmen Gesellschaft nicht mehr im alltäglichen Kontakt mit Freunden, Nachbarn und Familie vermittelt."Ein Baby zu bekommen ist heute eben leider nicht mehr "ganz normal", weder für die Mütter noch für das gesellschaftliche Umfeld".

Wer nach der Geburt dringend Hilfe braucht, bekommt sie von "wellcome". Eine ehrenamtliche Mitarbeiterin kommt zwei bis drei Mal pro Woche für einige Stunden ins Haus und entlastet die junge Mutter in den ersten Monaten. Die Familien zahlen für die Hilfe vier Euro pro Stunde, sofern sie dazu in der Lage sind. Wer nicht so viel zahlen kann, bekommt die Hilfe trotzdem, da am Geld die Hilfe nicht scheitern darf. Das Projekt "wellcome" möchte einen Beitrag leisten zu einer Gesellschaft, in der Kinder willkommen sind.

Mittlerweile sind bundesweit mehr als 600 Ehrenamtliche für junge Familien im Einsatz. Die Ehrenamtlichen, die Hilfe im Übergang leisten und sich nach ein paar Wochen oder Monaten wieder von den Familien verabschieden, sind zwischen zwanzig und siebzig Jahre alt. "Sie sind der wahre Schatz von ,wellcome ", so die Initiatorin Rose Volz-Schmidt.

Ein bunter Kinderchor brachte der Bundeskanzlerin im Anschluss an die Diskussion noch ein Ständchen und überreichte ihr ein Blumenträußchen.

Informationen zu wellcome finden Sie unter:
www.wellcome-online.de