„Partnerschaft ist ein wichtiger Teil von Lebensqualität"

Berlin, 07. Juni 2012
Die Onkologie-Schwester Sabine Haneberg gab hilfreiches Tipps

Die Onkologie-Schwester Sabine Haneberg gab hilfreiche Tipps

Oberärztin Dr. med. Mi-Ri Kim leitete in die Informationveranstaltung des Lungenkrebszentrums ein

Oberärztin Dr. med. Mi-Ri Kim leitete in die Informationveranstaltung des Lungenkrebszentrums ein

Lebensqualität und Partnerschaft bei Krebs und begleitender Therapie standen im Zentrum einer Informationsveranstaltung, zu der unser Lungenkrebszentrum am 6. Juni ab 16 Uhr in den Tagesraum der DRK Kliniken Berlin | Mitte eingeladen hat. Nach der Begrüßung durch Oberärztin Dr. Mi-Ri Kim zeigte Schwester Sabine Haneberg den Patienten die vielfältigen Facetten des Themas und gab viele hilfreiche Tipps.

Lebensqualität ist sehr individuell. Das stellte Schwester Sabine gleich zu Beginn klar. Ein Patentrezept für Zufriedenheit gibt es nicht. Frau Beispiel ist lustig und vergnügt, obwohl sie eine schwere Arthrose hat. Herr Brummel ist kerngesund, und fühlt sich doch nie wohl. „Man kann nicht an der Schwere der Erkrankung die Lebensqualität bestimmen“, sagte die onkologische Fachschwester. Auch wenn es ums Abwägen zwischen Lebensqualität und Lebensverlängerung geht, muss jeder sein eigenes Gleichgewicht finden.

Generell gilt aber: „Partnerschaft ist ein ganz wichtiger Teil von Lebensqualität“, so Schwester Sabine. Außerdem verändert eine Krankheit den Betroffenen und das hat Auswirkungen auf seine sozialen Beziehungen. Die Referentin verwies auf körperliche Veränderungen wie zum Beispiel Empfindungsstörungen, starke Gewichtsabnahme oder sexuelle Einschränkungen. Unter psychosozialen Aspekten stellen unter anderem Versagensängste und plötzliche Hilfsbedürftigkeit nicht nur den Patienten, sondern auch seine Partnerschaft vor neue Herausforderungen. Solche Veränderungen vollziehen sich laut Schwester Sabine in allen Phasen einer Krebserkrankung. „Auch wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist, gibt es noch mal Veränderungen“, sagte sie. Dann sind Patienten oft belastet von Finanznöten und Existenzängsten, die Auswirkungen auf das eigene Rollenverständnis aber auch auf die sozialen Kontakte haben.

Nach diesen unterhaltsam präsentierten theoretischen Erläuterungen, gab Schwester Sabine jede Menge konkrete Tipps: „Der wichtigste Punkt überhaupt ist, offene Gespräche mit dem Partner, den Familienangehörigen oder den engsten Freunden zu führen“, sagte sie und warnte davor, dass nahestehende Menschen ohnehin merken, dass etwas anders ist als sonst und das leicht falsch interpretieren, wenn sie den Grund nicht kennen. Wenn der Partner dann mehr über die Erkrankung wissen will, soll der Patient das nicht blockieren, sondern das Interesse wertschätzen, auch wenn er selbst es gar nicht so genau wissen will, riet die Schwester. Eine Möglichkeit sind dann Informationsbroschüren. Weitere Tipps von Schwester Sabine: Patienten sollten ihre Wünsche und ihren Hilfebedarf klar artikulieren. Partner und Angehörige wollen gern helfen und warten oft darauf, um etwas gebeten zu werden. Der Lebensqualität zuträglich ist zudem die Kontaktpflege im Freundeskreis. Genauso wichtig aber ist es, sich Zeit für Entspannung zu geben. Wenn in der Partnerschaft Sex spontan nicht mehr zustande kommt: Warum nicht verabreden? Aber vielleicht bekommt auch Zärtlichkeit eine ganz neue Rolle. Ein kosmetischer Rat: Ein Bad und Kleiderwechsel nach dem Krankenhausbesuch helfen, den Klinikgeruch abzustreifen. „Lösungen sind individuell zu suchen, je nachdem wie die Umstände und Lebensgewohnheiten sind“, so der abschließende Rat von Schwester Sabine, bevor Oberärztin Dr. Kim noch auf die Ansprechpartner beim Sozialdienst und in der Psychoonkologie in den DRK Kliniken Berlin | Mitte verwies.

Kontakt des Lungenkrebszentrums:

DRK Kliniken Berlin | Mitte
Drontheimer Straße 39 - 40
13359 Berlin

Tel.: (030) 3035 - 6405