Offizielles Statement von Frau Oberin Schäfer-Frischmann zur aktuellen Situation der streikenden Ärzte an unseren Kliniken

Berlin, 11. September 2009

In den letzten Tagen wurde in den verschiedenen Medien immer wieder über die gescheiterten Tarifverhandlungen für den ärztlichen Dienst der DRK Kliniken Berlin berichtet.

Seit Ankündigung des Streiks sind von Seiten der DRK-Schwesternschaft Berlin e. V., als alleiniger Träger der DRK Kliniken Berlin und ihren mehr als 3.500 Beschäftigten, davon mehr als 1.000 DRK-Schwestern, umfangreiche Maßnahmen ergriffen worden, um die Versorgung unserer Patienten einschließlich der Notfallversorgung in jedem Falle sicherzustellen.

Der Marburger Bund versucht mit diesem Streik, überdurchschnittliche Vergütungserhöhungen für die Berufsgruppe der Ärzte zu erreichen. Für uns ist das Vorgehen des Marburger Bundes nicht nachvollziehbar angesichts der gesamten Entwicklung, die sich gegenwärtig im Gesundheitswesen abspielt.
Die Forderung einer derartigen Gehaltssteigerung – immerhin bis zu 15 % in einzelnen Einstufungen – ist insbesondere gegenüber den  anderen Berufsgruppen in den Kliniken unverantwortlich und sozial ungerecht. Der Marburger Bund lässt mit seinen Forderungen die Wettbewerbs- und Arbeitsplatzsicherung sowie den Interessenausgleich zwischen den einzelnen Berufsgruppen vollkommen außer acht.

Die DRK-Schwesternschaft Berlin e. V., als Träger der DRK Kliniken Berlin, vertritt den Grundsatz, dass alle beschäftigten Berufsgruppen partnerschaftlich miteinander umgehen. Dazu gehört auch, dass bei Tariferhöhungen nicht eine Berufsgruppe überdurchschnittlich bevorzugt wird. Gleichwohl haben wir aufgrund der Wettbewerbersituation im ärztlichen Bereich einer überproportionalen Erhöhung der Gehälter der Ärzte zugestimmt.

Die jüngst von der Geschäftsführung der DRK Kliniken Berlin mit der Gewerkschaft ver.di umgesetzte Tarifsteigerung liegt dementsprechend bereits weit über den gegenwärtig geltenden Vergütungsstrukturen in anderen öffentlichen Unternehmen, beispielsweise der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Aus diesen Gründen sind die Forderungen des Marburger Bundes aus unserer Sicht nicht gerechtfertigt. Uns fehlt jedes Verständnis für die jetzige Form der Auseinandersetzung.

Seit mehr als 130 Jahren – mit all seinen Höhen und Tiefen – haben wir als Schwesternschaft unsere Patienten bestmöglich betreut. Seien Sie gewiss, diesem Anspruch werden wir nach wie vor treu bleiben.

Die DRK-Schwesternschaft Berlin e. V. ist über die derzeitige Entwicklung und die daraus resultierenden Aktionen seitens des Marburger Bundes und der Ärzteschaft sehr betroffen.  
Wir hoffen sehr, dass es durch den Ärztestreik nicht zu weiteren sozialen Verwerfungen zwischen den Berufsgruppen in den DRK Kliniken kommt.


Oberin H. Schäfer-Frischmann

Vorsitzende der DRK-Schwesternschaft Berlin e. V.