Neue Waffe gegen Krebs

Berlin, 15. Juni 2015

Oberarzt Dr. med. Patrick Stübs und Patient Kurt Hartmann

Aus heiterem Himmel bekam Kurt Hartmann plötzlich starke Bauchschmerzen und Schweißausbrüche. Mit der Feuerwehr wurde der 68-jährige Notfallpatient aus Treptow in die DRK Kliniken Berlin | Köpenick transportiert und lag kurz darauf bei Oberarzt Dr. med. Patrick Stübs auf dem Operationstisch.

Die Diagnose des Mediziners: Darmverschluss aufgrund eines Darmtumors. Lebensgefahr! Der Chirurg Stübs entfernte 30 Zentimeter des Verdauungsorgans und Teile des den Darm umgebenden Bauchfells. Aber der Tumor hatte bereits gestreut. In einer zweiten Operation entfernte Stübs erneut winzige Krebsherde und nutzte dann eine ganz neue Methode der Krebsbekämpfung: Die Chemotherapie während der OP. Das Verfahren heißt HIPEC, im Fachjargon hypertherme intraperitoneale Chemotherapie.

Kurz nachdem der Onko-Chirurg bei der zweiten Operation die kleinen, noch sichtbaren Krebszellen herausgeschnitten hat, wird der gesamte Bauchraum mit einer auf 41,5 Grad erwärmten Chemotherapie-Lösung 30 bis 60 Minuten gespült. Der Patient liegt dabei immer noch in Vollnarkose. Die Spül-Flüssigkeit wird erhitzt, weil sie dann besser auf das Gewebe einwirkt und mehr eindringt, erklärt Stübs. Nach der notwendigen operativen Entfernung aller betroffenen Stellen und dem Bauchverschluss wird die Lösung über zuvor eingelegte Schläuche in das Körperinnere eingeführt und dann wieder abgesaugt.

Mit der hyperthermen Chemotherapie sollen möglichst alle Krebszellen abgetötet werden. „Früher hat man die Tumore herausgeschnitten, den Bauch wieder vernäht und erst danach die Chemotherapie angefangen“, sagt Stübs. Nun kann man mit der ersten medikamentösen Anti-Krebs-Therapie schon während der Operation beginnen. Mit der neuen HIPEC-Methode, die in einigen onkologischen Zentren wie in Köpenick derzeit etabliert wird, erhoffen sich die Mediziner eine effektivere Bekämpfung der Krebsabsiedlungen (Metastasen) und somit eine Verlängerung der Lebenszeit der Patienten.

Herr Hartmann hat nach der HIPEC-Methode noch zusätzlich eine klassische, intravenöse Chemotherapie bekommen. Diese ist in drei Wochen vorbei. Der Rentner sagt, es gehe ihm gut. Und er freut sich, wenn er jetzt mit seiner Frau noch ein paar schöne Jahre genießen kann. Die Prognose dafür, so Doktor Stübs, ist gut.

Kontakt:
Dr. med. Patrick Stübs
Oberarzt, Onko-Chirurg
Klinik für Chirurgie
Tel.: 030 / 3035 - 3856
Fax: 030 / 3035 - 3858
p.stuebs@drk-kliniken-berlin.de
DRK Kliniken Berlin | Köpenick
Salvador-Allende-Straße 2 – 8
12559 Berlin