Neue Therapien gegen Brustkrebs

Berlin, 04. Juli 2011
Dr. Bettina Henke, Dr. Jörg Schreier und Dr. Anke Kleine-Tebbe bei der Eröffnung des Symposiums

Dr. Bettina Henke, Dr. Jörg Schreier und Dr. Anke Kleine-Tebbe bei der Eröffnung des Symposiums

Rund 60 Besucher kamen zu der Fachveranstaltung

Rund 60 Besucher kamen zu der Fachveranstaltung

Frau Dr. Kleine-Tebbe und Frau Dr. Heike Jacob-Mey

Frau Dr. Kleine-Tebbe und Frau Dr. Heike Jacob-Mey

Brustkrebs ist weltweit die häufigste bösartige Tumorart der Frau. Im Jahr 2008 sind 2.726 Berlinerinnen am Mammakarzinom erkrankt, laut der Berliner Senatsgesundheitsverwaltung. Die DRK Kliniken Berlin bieten den betroffenen Frauen in ihren beiden Brustzentren im Klinikum Westend und  Köpenick eine optimale Versorgung an. Hier arbeiten Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen wie Operateure, Radiologen, Pathologen und Therapeuten eng zusammen, um für jede Frau eine individuell abgestimmte Therapie anzubieten.

Um sich über den aktuellen Stand der Forschung und Wissenschaft auszutauschen, hat das Brustzentrum Köpenick unter der Leitung der dortigen Chefärztin Dr. med. Anke Kleine-Tebbe am 2. Juli 2011 zum 3. Mamma-Sommer-Symposium geladen. Rund 60 Mediziner, Therapeuten sowie Vertreter der Forschung und Industrie haben an der Fachveranstaltung in Adlershof teilgenommen.

Nach der Begrüßung durch Dr. Kleine Tebbe und Dr. med. Jörg Schreier, Chefarzt der Abteilung für Gynäkologie der DRK Kliniken Berlin | Köpenick, hat die Leiterin der Abteilung Mammographiediagnostik des Diagnostikums Berlin, Dr. med. Heike Jacob-Mey, erläutert, wann welche Diagnostik sinnvoll ist. So gelten als Indikatoren für ein Mammographiescreening unter anderem, dass die Frau zwischen 50 und 69 Jahre alt ist, eine positiver Tastbefund, eine Entzündung oder Sekretion vorliegt, dass es eine positive Familienanamnese gibt oder dass sie an einem anderen Karzinomen leidet. Klinische Untersuchungen finden zum Beispiel per Ultraschall, MRT, minimal-invasive Diagnostik wie Gewebeentnahme (Biopsie) oder jetzt auch mit hochmoderner 3-D-Sonographie statt. Dabei kann die Brust erstmals komplett erfasst werden. Bei allen Verfahren arbeiten Radiologen, Pathologen und Operateure eng zusammen. Die rasante Entwicklung in der Diagnostik demonstrierte Jacob-Mey anhand von Röntgenbildern aus den 70er Jahren und digitalen Mammograpfieaufnahmen von heute.

Zu den Methoden der neuesten Generation zählt die 3-D-Tomosynthese, die wenig belastende Einzelaufnahmen der Brust ermöglicht. Bei allen Fortschritten in der Medizin hängt der Erfolg der Therapie für die Patientin jedoch entscheidend von der Zusammenarbeit und der Kommunikation aller Beteiligten ab, sagte die Ärztin.

Dr. med. Christiane Richter-Ehrenstein, Oberärztin des Brustzentrums der Charité am Campus Charité Mitte, erläuterte neue Erkenntnisse über die Medizin unterstützende Maßnahmen. So haben neue Tests und Studien ergeben, dass je nach Biologie des Tumors auf bis zu 20 Prozent Chemotherapie verzichtet werden kann. Etwa 15 bis 20 Prozent der erkrankten Frauen leiden indes unter sehr aggressiven Tumorformen.

Für die betroffenen Frauen ist es nach einer solch niederschmetternden Diagnose ganz wichtig, mit der Angst fertig zu werden. Susan Kaufmann ist psychologische Psychotherapeutin des Brustzentrums der DRK Kliniken Berlin | Köpenick und steht den Patientinnen stets mit Rat und Hilfe zur Seite. Die Diplompsychologin hat zum Leben mit der Angst referiert und Bewältigungsmöglichkeiten aus psychoonkologischer Sicht skizziert. So führt eine solch traumatische Erfahrung zu ganz unterschiedlichen Reaktionen und Formen der Bewältigung wie Angst, Ablehnung, aktives Vermeiden, Relativieren oder Herunterspielen. Der soziale Status der Patientin, ihr Umfeld, persönliche Erfahrungen und Ressourcen spielen ebenfalls eine Rolle dafür, wie die Patientin mit der Erkrankung umgeht. Die Krankheitsbewältigung findet meist in einem Prozess statt, der mit einem Schock beginnt, dann in Zorn und Trauer und schließlich in Akzeptanz übergeht. Eine richtige Krankheitsverarbeitung gibt es allerdings nicht, stellte Kaufmann klar.

Die Angst bei den Patientinnen rührt zumeist daher, dass sie ihre körperliche Unversehrtheit, ihre Identität, das Selbstbild und die Autonomie verlieren und dass ihnen soziale Isolation droht.  Von daher ist es wichtig, den Frauen eine aufnahmebereite Zuwendung entgegenzubringen. Frauen dürfen Ängste haben und diese auch akzeptieren. Da Wissen Angst mindert, werden die Frauen umfassend über die Erkrankung informiert. Auch Entspannungstechniken und Selbsthilfegruppen werden angeboten.

Die Biologie des Tumors rückte dann bei der Chefärztin für Pathologie der DRK Kliniken Berlin, Dr. med. Cornelia Radke, in den Mittelpunkt ihres Vortrages. Sie beschrieb die besonderen Subtypen des Tumors und betonte, wie wichtig die Tumorbiologie für die Diagnose des Mammakarzinoms ist.

Solche Fachveranstaltungen wie das Mamma-Sypmopsium sind wichtig für den Austausch der Fachmediziner und Experten untereinander über moderne Therapien. Dadurch profitieren auch die betroffenen Patientinnen. 

Brustzentrum an den
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Salvador-Allende-Str. 2-8
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Brustzentrum an den
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