Neue Entwicklungen bei Hüftprothesen

Berlin, 24. Juni 2011
Neue Entwicklungen bei Hüftprothesen beim Tribologieforum am 24. Juni 2011

Neue Entwicklungen bei Hüftprothesen beim Tribologieforum am 24. Juni 2011

Rund 70 Fachkollegen aus den Kliniken und Vertreter aus Industrie und Forschung

Rund 70 Fachkollegen aus den Kliniken und Vertreter aus Industrie und Forschung

Professor Dr. med. Michael Faensen und Dr. med. Thilo John

Professor Dr. med. Michael Faensen und Dr. med. Thilo John

Tribologie Forum in den DRK Kliniken Berlin | Westend

Sind künstliche Hüftgelenke richtig eingesetzt, verschaffen sie den Patienten mehr Lebensqualität und -freude. Sind sie indes falsch implantiert, bekommen die Patienten gesundheitliche Probleme. Auch die unterschiedlichen Materialien von Prothesen und Gleitflächen werden in der medizinischen Fachwelt immer wieder neu diskutiert. Beim Tribologie Forum am 24. Juni 2011 in den DRK Kliniken Berlin | Westend  ging es um diese Themen, konkret um Gleitflächen der Hüftendoprothetik. Die Tribologie (Reibungslehre) hat eine entscheidende Bedeutung für die Lebensdauer der Prothese. 

Auf Einladung vom Professor Dr. med. Michael Faensen, Leiter des Zentrums für Oberflächenersatz und Dr. med. Thilo John, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie im Westend, waren rund 70 Fachkollegen aus den Kliniken und Vertreter aus Industrie und Forschung in den großen Hörsaal gekommen, um sich über den neuesten Stand der medizinischen und technischen Forschung zu informieren.

So wies Dr. John darauf hin, dass die so genannte Standzeit einer  Prothese heute das entscheidende Kriterium ist. Die Überlebenszeit eines Implantats werde aber eben auch durch den Abrieb bestimmt. Heutzutage ist es aber durchaus möglich, dass eine Prothese 20 Jahre hält. Die Patienten, die heute ein neues Hüftgelenk bräuchten, sind sehr unterschiedlich und reichten vom sportlichen, dynamischen Typ bis zur betagten, gebrechlichen Seniorin. Kaum eine Operation ist jedoch so erfolgreich wie die der Pfannenprothese. Um künstliche Hüftgelenke zu testen gibt es so genannte Hüftsimulationen. Auch eine gesunde und vitaminreiche Ernährung hat Einfluss auf die Haltbarkeit der Hüftprothesen.

Dr. Uwe Hanisch vom Institut für Pathologie des Carl-Thiem-Klinikums in Cottbus stellte anschließend die unterschiedlichen Material-Paarungen der beiden Komponenten vor. So gibt es im Wesentlichen vier unterschiedliche Implantat-Typen, die aus Metall und Metall, aus Polyethylen und Keramik, aus Polyethylen und Metall oder aus Keramik und Keramik bestehen.

Im Laufe des eintägigen Symposiums wurden zudem die klinischen Ergebnisse von allen Gleitflächen-Typen referiert und diskutiert.