Nachwuchsmediziner im Westend

Berlin, 24. Mai 2016

Am Dienstagvormittag besuchte eine Schulklasse die ZNA im Westend. Nach bestandener Pulskontrolle wurde auch ein Teddy erfolgreich operiert.


Oberarzt Christian Petzold beim Anlegen der Gipsschiene


Oberärztin Juliane Gonzaga Silveira checkt den Puls der Kinder


Operationsbereit!


Selbst angelegte Gipsschienen

Lautes, aufgeregtes Gemurmel und 22 wuselige Kids: Am Mittwochvormittag besuchte die Klasse Flex B der Nelson-Mandela-Schule die Zentrale Notaufnahme in den DRK Kliniken Berlin | Westend. Nachdem Chefarzt Dr. med. Daniel Schachinger zusammen mit Oberärztin Juliane Gonzaga Silveira bereits Anfang Mai sämtliche vierte Klassen der Waldgrundschule in den Maßnahmen der Wiederbelebung trainiert hatten - das Projekt steht im Rahmen der bundesweiten Aktion "100 Pro Reanimation" (www.einlebenretten.de) - , begrüßten am heutigen Tag Oberarzt Christian Petzold und Oberärztin Juliane Gonzaga Silveira die Schüler und Schülerinnen.

„Was macht denn so ein Chirurg?“, fragt Oberarzt Christian Petzold in die Runde. „Menschen aufschneiden“, schallt es ihm prompt entgegen. Die Sechs-bis Achtjährigen sind gut aufgelegt und glänzen mit dem ersten Fachwissen, auch wenn die Bruchstellen in den Röntgenbildern nicht immer gleich erkannt werden. Das Skelett in der Ecke macht ihnen jedenfalls keine Angst, schließlich steht ein ähnliches in der Schule. Angefasst wird es trotzdem nur vorsichtig. Wenn sich Kinder in diesem Alter etwas brechen, dann ist es meist der Arm. Das wissen die Kinder ebenso wie der Chirurg. Prophylaktisch wird deswegen der Unterarm eingegipst. Während der mitgereiste Lehrer zur Freude der Kinder als „Versuchskaninchen“ hinhalten muss, dürfen sich die Kinder danach partnerweise selbst Gipsschienen anlegen. Schwierigste Frage dabei: Soll der Verband rot oder blau werden?

Frisch vergipst geht es von der chirurgischen zur internistischen Seite, wo Oberärztin Juliane Gonzaga Silveira die Kinder als allererstes ihre eigene Lunge und den Herzschlag mit der Hand auf dem Brustkorb fühlen lässt. Dass man den Puls auch am Handgelenk messen kann wissen die Kleinen bereits. „Das ist aber nicht immer so einfach, deswegen haben wir Monitore dafür“, erklärt die Internistin und steckt ihren Finger in die Klemme. Andächtig beobachten die Kinder den Verlauf der Pulskurve, schnell stellt sich heraus, dass ihr kindliches Herz viel häufiger schlägt als das eines Erwachsenen. Anschließend fühlt sich jedes Kind wie ein richtiger Arzt: Mit einem Stethoskop wird der Freund oder die Freundin abgehört. Was sagt die Lunge, was der Magen und was gab’s zum Frühstück? Zeit für ein bisschen Quatsch ist aber auch, so hört Nicolas den Kiefer von Maxi ab. Was er da wohl gehört hat?

Den Höhepunkt bildete zweifelsfrei die erfolgreiche Operation eines Teddys. Anamnese durch Oberarzt Christian Petzold: Der Teddy lag bereits einmal unter dem Messer, hat aber in seiner Abwesenheit Büroklammern gegessen. Klar, dass die raus müssen. Fix werden Mundschutz, Haube und Handschuhe ausgeteilt und der Teddy narkotisiert. Während das eine oder andere Kind noch mit Gips und Mundschutz kämpft, öffnet der Chirurg mit einem geübten Schnitt die Bauchdecke. Zweiundzwanzig Assistenten und Assistentinnen greifen munter zu Pinzetten und erlösen den Teddy von seinen Qualen. Das Zunähen übernimmt dann wieder der Fachmann, der mit wenigen geübten Handgriffen die Bauchdecke wieder schließt.

Am Ende verlassen zwanzig vergipste Kinderarme fröhlich schwatzend das Krankenhausgelände. Traumberuf: Arzt.

P.S. Die Begeisterung war so groß, dass sich bereits weitere Klassen angemeldet haben.

Kontakt:
DRK Kliniken Berlin | Westend
Zentrale Notaufnahmen (ZNA)
Chefarzt Dr. med. Daniel Schachinger, MBA
Spandauer Damm 130
14050 Berlin
Tel.: (030) 3035-4004
E-Mail: zna-westend@drk-kliniken-berlin.de