Medizin trifft Menschen: "Keine Angst vor meiner Blase"

Berlin, 23. September 2011

Blasenschwäche, auch Harninkontinenz genannt, ist nicht nur lästig, sondern für die meisten Betroffenen ein Tabuthema. In Deutschland leiden mehr als fünf Millionen Menschen an Blasenschwäche und dennoch stehen die Patienten mit dem Problem oft schamhaft allein da. Viele Betroffene fühlen oft sogar einen enormen Leidensdruck, der die Lebensqualität wesentlich einschränkt. Die Patienten ahnen häufig gar nicht, wie sie mit modernen konservativen und operativen Methoden erfolgreich behandelt werden können.


Um offen mit dem Thema umzugehen und über die unterschiedlichen Formen von Harnkontinenz und die vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten zu sprechen, haben die DRK Kliniken Berlin | Köpenick am 22. September im Rahmen ihrer Aufklärungsreihe zu der Info-Veranstaltung im Vitanas Senioren Centrum Bellevue in Berlin-Köpenick eingeladen.


Oberarzt Holger Jank von der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Standort Köpenick klärte zu Beginn über die verschiedenen Ursachen bei Männern und Frauen auf. Er machte deutlich, dass Harninkontinenz nicht nur eine Alterskrankheit ist, sondern auch junge Männer und Frauen betroffen sein können. Inkontinenz ist die fehlende oder mangelnde Fähigkeit des Körpers, den Blaseninhalt sicher zu speichern und selbst zu bestimmen, wann und wo er entleert werden soll. Unwillkürlicher Urinverlust sind die Folgen, so Herr Jank. Der Oberarzt stellte die zwei häufigsten Formen der Blasenschwäche und ihre Symptome vor: Die Dranginkontinenz (so genannte überaktive Blase) und Belastungsinkontinenz (oder auch Stressinkontinenz) und wies auch auf die psychologische Bedeutung für die Betroffenen hin. Oft fehlt den Betroffenen eine umfassende Aufklärung und gute Beratung über neue Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten.
Im Anschluss gab Frau Babette Barth von der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe nützliche Tipps und Tricks für den Alltag. Auch sie betonte, dass viele Betroffenen aus Scham nicht über ihre Blasenschwäche sprechen und so keine Kontinenzhilfe bekommen.


Kerstin Libera, Beckenbodentherapeutin der DRK Kliniken Berlin | Köpenick, referierte in ihrem abschließenden Vortrag über Hilfe zur Selbsthilfe "Was kann ich tun?“. Frau Libera veranschaulichte am Modell die Beckenbodenmuskulatur und wie die Betroffenen schon mit einfachen Änderungen ihrer Sitzhaltung wieder kontinent werden können.
Mehr als 30 Besucher nutzten das Forum 2011 „Medizin trifft Menschen“, um sich im offenen Umgang mit der Thematik über Ursachen, Formen, Diagnostik, Therapien und Versorgung von Blasenschwäche zu informieren.


Die Veranstaltung zeigte wieder einmal: Ds Zugehen auf die Menschen direkt vor Ort in angenehmer Atmosphäre löst Ängste und ebnet somit den Weg für eine effektive Aufklärung ohne Tabu.
Die sich anschließende Diskussionsrunde hat gezeigt, wie nötig und sinnvoll die Verbreitung von aktuellen Erkenntnissen auf diesem Gebiet ist.


Unter dem Motto „Medizin trifft Menschen – Keine Angst vor meiner Blase“ startete die Frauenklinik der DRK Kliniken Berlin | Köpenick im Januar 2011 ein ganz neues Konzept der Aufklärung. Mit dem Forum 2011 für Betroffene, Angehörige und Pflegepersonal widmen sich Spezialisten einmal im Monat dem Tabuthema Harninkontinenz.


Der nächste Vortrag „Medizin trifft Menschen – Keine Angst vor meiner Blase“ findet am 19. Oktober 2011 um 16:30 Uhr im Stephanus-Seniorenzentrum Zur Brücke (Wendenschlossstraße 35, 12559 Berlin) statt.