Malen in Mariendorf

Berlin, 03. November 2015

Jeden Montag trifft sich die Malgruppe in der Senioreneinrichtung der DRK Kliniken Berlin | Pflege & Wohnen Mariendorf und ist kreativ. Das Malen fördert nicht nur das Zusammengehörigkeitsgefühl, sondern auch Konzentration und Fingerfertigkeit.


Die Malgruppe in Mariendorf


Bewohnerin Marion Haughton beim Malen


Bewohnerin Gertrud Drust in ihrem Zimmer

Betritt man das sonnendurchflutete Zimmer von Gertrud Drust, dann muss man nicht lange raten, welche Leidenschaft die Bewohnerin hat. An den Wänden hängen viele farbenfrohe und detailreiche Bilder, auf denen Blumensträuße, Papageien und Eichhörnchen abgebildet sind. Ein Bild zeigt den Berliner Dom in präziser Schönheit und Eleganz. Alles mit Tusche und feinsten Pinseln gemalt. Gertrud Drust ist Bewohnerin in der Pflegeeinrichtung der DRK Kliniken Berlin in Mariendorf und begeisterte Malerin. Jede freie Minute scheint sie ihrer Passion zu widmen. Und was läge da näher, als eine Malgruppe zu betreuen?!

Jeden Montag um 10 Uhr werden im Speisesaal in Mariendorf die Tuschkästen aufgeklappt, Wassergläser aufgestellt, Pinsel eingetunkt, Filz- und Buntstifte und weiße Papierblätter bereit gelegt. Heute ist es wieder soweit. Gertrud Drust, immerhin schon 92 Jahre alt, fünf Herzoperationen und acht implantierte Gefäßstützen in den Herzgefäßen, packt zusammen mit ihrer Kursleitungskollegin Elke Haughton - Pflegekraft im Rahmen der Sozialen Betreuung - engagiert alle Malutensilien auf die Tische. Heute malt jeder, was er gerne möchte.

Else Przytarski (ebenfalls 92) macht etwas, wofür zerstreuteren Gemütern eindeutig die Geduld und das ruhige Händchen fehlen würde. Mit Akkuratesse malt sie Mandalas aus. Mit einem rosafarbenen Filzstift verschönert sie kleine weiße Felder in den detailreichen Ausmalbildern. Nie übermalt sie die kleinen Felder, arbeitet sehr konzentriert. „Diese Malarbeit übt wunderbar die Feinmotorik und fördert die Konzentrationsfähigkeit“, lobt Elke Haughton. Sie sieht viele Vorteile für die Senioren in der Malstunde. „Das Malen fördert den Zusammenhalt und die Konzentration, übt die Fingerfertigkeit, ist eine schöne Abwechslung und macht einfach Spaß.“ „Mich beruhigt das Malen“, ergänzt Bewohnerin Else Przytarski.

„Sie können auch gerne mein Bild nachmalen“, ermuntert Gertrud Drust ihre Malschüler und legt ein selbstgemachtes Werk, ein buntes Sonnenblumenbild, auf die Mitte des Tisches. Doris Herbst (72) ist begeistert von den Formen der gelben Blumen, möchte ihre Sonnenblumen aber lieber in roter Farbe malen und greift zum entsprechenden Buntstift. Ihr mache diese künstlerische Aufgabe einfach „Freude“, sagt sie.

Marion Haughton (82), Mutter von Kursleiterin Elke Haughton, sitzt ebenfalls am Tisch. Die zierliche Bewohnerin erzählt, dass sie an einem Lungenemphysem erkrankt ist. Deshalb braucht sie zusätzlich Sauerstoff. Ein dünner Schlauch bläst Luft in ihre Nasenlöcher. Doch die schwere Erkrankung und die Gewissheit, dass die kommende Zeit kürzer sein wird als die vergangene scheinen für einige Minuten vergessen. Konzentriert bastelt sie an einem neuen Geburtstagskalender. Jedes Monatsblatt bekommt ein eigenes Motiv. Im November fahren Kinder auf einem Schlitten den Berg hinab. Auch Tannenzweige mit Kerzen, ein auf dem Meer schaukelndes Boot und Blumenwiesen schmücken die einzelnen Monate. Alles mit hauchzarten Pinselstrichen gemalt. „Ich möchte mir mit dem Geburtstagskalender einfach selber eine Freude bereiten“, sagt die Künstlerin.

Herbert Wendelmuth (86) ist nicht nur begeisterter Autor für den Mariendorfer, die Heimzeitschrift, sondern auch Akkordmaler, wie sich herausstellt. Heute hat er innerhalb von einer Dreiviertelstunde schon drei Bilder gemalt. Im Moment bekommt eine Ente von ihm einen roten Schnabel.

Eigentlich ist die Malstunde nur ein Mosaiksteinchen im bunten Stundenplan-Puzzle der Bewohner. Neben der Malstunde gibt es noch Bastelgruppen, Skatturniere, Kochgruppen, Handarbeitsstunden, Singen, Gedächtnistraining, Kaffeeklatsch und, und, und. „Wenn man alle Angebote bei uns mitmachen möchte, dann wird der Terminplan sehr eng“, sagt Elke Haughton und lacht.

Gertrud Drust ist zufrieden mit den kreativen Ergebnissen ihrer Malgruppe und hat sich jetzt erst einmal zurückgezogen. In ihrem Zimmer im Wohnbereich „An der Küste“ setzt sie sich in ihren gemütlichen Lehnstuhl und schaut in den Park hinaus, der derzeit sein farbenfrohes Herbstkleid übergestreift hat. Hier sitzt die Seniorin am liebsten, und malt. Was auch sonst?!

Kontakt:
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Kaufmännische Leitung & Heimleitung
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