Leiko Ikemura – Ausstellung „Das unbekannte Archiv“

Berlin, 29. September 2016

Eine Ausstellung des Fördervereins „Kunst im Westend – eine Initiative der DRK Kliniken Berlin | Westend“ e.V. zu sehen auf der Chirurgie und Unfallchirurgie, Station 1b und 4b sowie im Casino und auf dem Gang zum Casino, Ebene 22 im Hochhaus Dauer: 21.9.2016 bis Ende Februar 2017


Kuratorin Dr. Anne Marie Freybourg


Vorsitzende des Fördervereins PD Dr. Bernd Frericks


Zum ersten Mal stellt in den DRK Kliniken Berlin | Westend in der Reihe der „Großausstellungen“ mit international bekannten Künstlern eine Künstlerin aus. Das mag überraschen und man fragt sich, ob es überhaupt erwähnenswert ist. Im Vorgespräch erklärte die Kuratorin Frau Dr. Anne Marie Freybourg, dass es heute viele Künstlerinnen gäbe, die Zeiten der Zugangsbeschränkungen von Frauen an Kunstakademien zum Glük über 100 Jahre zurückliegen, aber trotzdem es für Künstlerinnen nach wie vor sehr, sehr schwierig ist, an die Spitze der Top-Künstler zu gelangen. Auch in der Kunst gibt es für Frauen also so etwas wie die bekannte „Gläserne Decke“, die Frauen in Unternehmen hindert, in die höchsten Führungspositionen aufsteigen zu können.

Umso mehr ist der Förderverein froh, mit Leiko Ikemura eine international renommierte Künstlerin gefunden zu haben, die auch noch sofort bereit war, im Krankenhaus auszustellen. Ikemura, in Japan geboren und zum Kunststudium nach Europa gekommen, hat 21 Jahre lang als Professorin für Malerei an der Berliner Universität der Künste gelehrt. Leiko Ikemura hat gerade eine große Ausstellung ihrer Werke im Staatsmuseum von Nevada, USA eröffnet und hat gleich im Anschluß die Ausstellung im Westend mit dem Westendteam eingerichtet.

Sie findet die Herausforderung im Krankenhaus auszustellen großartig. „Im Museum ist der Alltag ausgesperrt und es herrscht eine ganz der Kunst gewidmet Atmosphäre. Hier im Krankenhaus herrscht der Ernst des Lebens. Hier muss sich die Kunst ganz anders als im Museum bewähren.“ Die Künstlerin hat deshalb für die Ausstellung ihr bisher unbekannntes Archiv geöffnet und stellt viele Arbeiten aus, die bisher nicht öffentllich gezeigt wurden. „Das Krankenhaus ist so ein intimer Ort zwischen Leben und Tod, hier kann ich diese sehr persönlichen Bilder, Zeichnungen und Aquarelle zeigen.“

Bei der Eröffnung am letzten Mittwoch, 21.9. im Casino betonte der Vorsitzende des Fördervereins, Herr PD Dr. Bernd Frericks, wie wichtig für die Patienten die Kunst im Krankenhaus ist. „Die Patienten befinden sich ja meist in einer sehr fragilen Situation, körperlich wie psychisch. Und da ist es sehr gut, wenn sie in der Begegnung mit der Kunst auf andere Gedanken kommen können, sich auf eine andere Welt, nämlich die des Künstlers, einlassen können.

Die Kuratorin des Fördervereins hielt eine das Publikum begeisternde Rede, in der sie das künstlerische Anliegen von Leiko Ikemura präzise und analytisch, gleichzeitig aber auch einfühlsam beschrieb. Die Künstlerin brachte in ihrer Ansprache zum Ausdruck, wie spannend und bereichernd sie es findet, hier im Krankenhaus auszustellen.

Beim anschließenden Rundgang durch die Ausstellung begegneten wir auf der Chirurgie einer älteren Patientin. „Ich habe ja die Bilder schon beim Aufbau gesehen und mich gefragt, was das soll. Aber jetzt gucke ich mir die Bilder schon seit einigen Tagen an und ich gewinne immer mehr Freude daran.“ Besser kann es nicht sein: Kunst im Krankenhaus.