Klassenausflug

Berlin, 01. Dezember 2015

Schülerinnen der 9. Jahrgangsstufe des Humboldt-Gymnasiums lernten einen Vormittag den Beruf der Krankenschwester und des Arztes live im Westend kennen.


Schülerinnen besuchen die Zentrale Notaufnahme


DRK Kliniken Berlin | Westend


Die Neuntklässlerinnen im Bildungszentrum für Pflegeberufe (biz)


Fragerunde im Hochhaus

Wie arbeiten eigentlich Schwestern und Ärzte im Krankenhaus? Wie sagt ein Arzt einem Patienten, dass er schwer krank ist? Und was muss man eigentlich können, um Menschen gesund zu pflegen?

Solche und viele weitere Fragen konnten Schülerinnen der 9. Jahrgangsstufe des Tegeler Humboldt-Gymnasiums heute mal denen stellen, die sich damit auskennen, den Ärzten und Krankenschwestern bei uns im Westend. Die 16 Schülerinnen, alle im Alter zwischen 13 und 14 Jahren, hatten sich bewusst dafür entschieden, einmal eine Klinik kennenlernen zu wollen. Zur Wahl standen an dem Tag dieser Projektwoche noch ein Besuch der Börse, der Messe Berlin oder der SPD. Viele Mädchen entschieden sich also für das Krankenhaus. Alle wollen gerne das Abitur machen, mehrere planen ein Medizinstudium.

Begrüßt werden die Teenager von Pflegedienstleiterin Martina Parow, die zunächst über das Klinikgelände führt und die Geschichte und das Profil des Klinikstandortes, des Unternehmens und des Gesellschafters erläutert. Dann geht es in die Zentrale Notaufnahme.

Von Abteilungsleiterin Susanne Schreiber, Oberärztin Juliane Gonzaga Silveira und Oberarzt Christian Petzold lernen die jungen Gäste u.a., dass es internistische und chirurgische Fälle gibt, dass Kinder in der Kindernotaufnahme behandelt werden und Patienten immer nach der Schwere der Erkrankung versorgt werden (Triage). Im Untersuchungsraum zeigt Oberarzt Petzold die verschiedenen Gipsvarianten, je nach Verletzung. Die Schülerinnen erfahren, dass im Schockraum auch Narkosen verabreicht werden.

„Was ist denn, wenn sich zwei Patienten, die hier in einem Zimmer liegen, nicht vertragen?“ möchte eine Schülerin beim Blick in ein Untersuchungszimmer im internistischen Bereich wissen. Die Oberärztin erklärt, dass die Patienten in der Notaufnahme eigentlich selten länger bleiben und entweder in das Krankenhaus auf eine Station verlegt werden oder manche nach der Behandlung auch entlassen werden können.

Viele Mädchen interessieren sich für den Berufsalltag und die Ausbildung der Oberärztin. Sie erfahren, dass der Dienst in der Notaufnahme anstrengend, abwechslungsreich und befriedigend ist. Auch Schwester Susanne Schreiber erzählt, wie sie Abteilungsleiterin in der Notaufnahme wurde und wie vielseitig der Pflegeberuf ist. Der Beruf der Krankenschwester sei ein Beruf, bei dem man immer gebraucht werde und der sozial sei. „Für mich ist es mein Traumberuf geworden“, sagt Susanne Schreiber.

„Wir war es, als Sie einem Patienten sagen mussten, dass er eine schlimme Krankheit hat?“, fragt eine Schülerin die Oberärztin. Im Studium werde man auf solch schwierigen Gespräche schon vorbereitet, aber man brauche doch oft etwas Zeit vor dem Gespräch, um die richtigen Worte zu finden, erklärt die Ärztin.

Weiter geht der Klassenausflug durch die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe. Die jungen Gäste hören, dass etwa 2500 Kinder bei uns im Westend jährlich auf die Welt kommen und sogar winzige, viel zu früh Geborene hier bestens versorgt werden können auf der Neonatologie.

Und wie wird man eigentlich Krankenschwester? Wie lange dauert die Ausbildung? Solche Fragen können die Neuntklässlerinnen im Bildungszentrum für Pflegeberufe (biz) loswerden. Vizeschulleiterin Gudrun Fiehöfer erklärt ausführlich die drei Ausbildungswege im biz zur Gesundheits- und Krankenpflegerin, zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin und zum Operationstechnischen Assistenten.

Neu ist für viele, dass man auch Pflege studieren kann. Noch nicht nachgedacht hatten einige darüber, dass eine dreijährige Pflegeausbildung eine gute Grundlage für ein Medizinstudium sein kann. Zum Besuch im biz gehört zudem ein Blick hinter die Kulissen in die Schulungsräume. Dort liegen in den Betten Plastikpuppen, so genannte Dummys, an denen die künftigen Krankenschwestern lernen können, wie man einen Kranken wäscht, wie man einen Blasenkatheter legt oder wie man den Patienten kräfteschonend umbettet.

Die Zeit vergeht wie im Flug. Doch für einen Abstecher in das Hochhaus reicht es gerade noch. Dort, in der achten Etage, haben die Schülerinnen nicht nur einen fantastischen Blick über Berlin, sondern können bei Saft und Keksen nochmal Frau Parow „Löcher in den Bauch fragen“.

So möchte eine Schülerin wissen, ob es auch Patienten gibt, die nicht bei uns versorgt werden können. Frau Parow erläutert, dass u.a. keine Transplantationen in unseren Kliniken stattfinden und dass wir auch keine Kinderonkologie anbieten.

Ein anderes Mädchen interessiert sich für die Arbeitszeiten in der Klinik und erfährt, dass im Krankenhaus immer gearbeitet wird – im Drei-Schicht-System an sieben Tagen die Woche an 365 Tagen im Jahr.

Nach so vielen Informationen haben die Schülerinnen in der Schule noch eine Gemeinschaftsaufgabe vor sich. Alles, was sie bei uns gelernt haben, sollen sie in einem großen Plakat veranschaulichen, damit die anderen Klassenkameraden, die heute bei der SPD oder der Messe Berlin waren auch wissen, wie das so ist, das Arbeitsleben bei uns im Krankenhaus.