Internationaler Tag der Seelischen Gesundheit

Berlin, 10. Oktober 2015

Chefärztin Dr. med. Dorothee Kress

Die seelische Gesundheit geht uns alle was an – vor allem dann, wenn sie nicht mehr da ist. Denn psychische Erkrankungen sind kein Randgruppenphänomen, sondern überall in der Gesellschaft zu finden.

Nach Angaben des BKK-Gesundheitsreports 2014 waren fast 15 Prozent der Diagnosen bei Arbeitsunfähigkeit auf psychische Erkrankungen zurückzuführen. Ist die Erkrankung oder Krise, in der sich ein Mensch befindet, besonders schwerwiegend, kann eine stationäre Psychotherapie sehr hilfreich sein. Doch was genau passiert eigentlich während der stationären Psychotherapie, die von der Umgebung oft als Eingeständnis des Scheiterns gesehen wird?

Den Internationalen Tag der Seelischen Gesundheit möchten wir als Gelegenheit nutzen, um die stationäre Psychotherapie in den DRK Kliniken Berlin | Wiegmann Klinik kurz vorzustellen. Gegründet im Jahre 1948 ist die Wiegmann Klinik die älteste psychosomatische Fachklinik in Deutschland. Die Klinik arbeitet tiefenpsychologisch, das bedeutet, es werden sowohl die aktuelle Situation als auch Ereignisse in der Vergangenheit und ihre Auswirkungen aufgearbeitet und biografisch eingeordnet. So lernen Patientinnen und Patienten, mit den negativen Erlebnissen und Verletzungen umzugehen, um so selbst Verantwortung dafür übernehmen und die gegenwärtige Realität besser bewältigen können.

Die Therapie hilft zu erkennen, inwieweit alte Erfahrungen mit aktuellen Verhaltensstrukturen zusammenhängen. „Die Mischung aus biografischer Arbeit und der Auseinandersetzung mit dem Hier und Jetzt ist für unsere Patientinnen und Patienten eine Chance, ihre aktuelle Situation zu korrigieren“, erklärt Chefärztin Dr. med. I.-Dorothee Kress. „Ich kenne jeden Patienten persönlich. Das hohe Maß an Verbindlichkeit, das Patienten auch in der intensiven Arbeit mit den Einzeltherapeuten erleben, ist von enormer Bedeutung und wird sehr geschätzt.“

In der stationären Psychotherapie der Wiegmann Klinik erleben die Patientinnen und Patienten ein multi-modales Setting – der Schwerpunkt liegt in der Einzeltherapie, dazu werden Körper-, Kunst-, Gestaltungs-, Musik- und Ergotherapie, Entspannungsverfahren, (Kranken-)Gymnastik und Gruppentherapien angeboten. Der Behandlungsplan basiert auf einem Grundkonzept und einer individuellen Zusammensetzung für jeden Patienten. Die Patientinnen und Patienten sind zwischen 18 und 65 Jahre alt. Die Mehrheit bilden junge Erwachsene (ca. 18 – 25 Jahre) und Erwachsene mittleren Alters (ca. 35 – 45 Jahre). Bislang sind zwei Drittel der Patienten Frauen und ein Drittel Männer mit steigender Tendenz. „Dies bedeutet nicht, dass Männer heute häufiger als früher an psychischen Erkrankungen leiden, sondern dass es eine Öffnung in der Gesellschaft gegeben hat“, betont Dr. Kress. „Das Bewusstsein ist heute viel differenzierter. Menschen mit seelischen Störungen setzen sich mit ihrer Symptomatik auseinander und holen sich professionelle Hilfe, um ihr Leben besser bewältigen zu können.“

Ansprechpartner:
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Chefärztin Dr. med. I.-Dorothee Kress
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