Hilfe für einen gesunden Schlaf

Berlin, 21. Juli 2014

Prof. Dr. med. Peter Dorow


Dr. med. Mi-Ri Maschek

Für eine gesunde Balance im Leben ist ein erholsamer Schlaf genauso wichtig wie die ausgewogene Aktivität am Tag. Manch einer „ringt“ um Schlaf, weil er einfach nicht zu kommen scheint, wenn man ihn am nötigsten braucht. Wer kennt nicht die Erzählungen, in denen man von einem Raum in den nächsten schweift, weil der notwendige Schlaf einfach nicht einzukehren scheint.

Jeder kennt auch die Geschichten um das Schnarchen. Da werden sinnbildlich ganze Wälder abgesägt, der Mensch neben dem Schnarchenden kann nicht einschlafen, der Schnarcher wird einsam. Schnarchen kann aber auch das Symptom einer gefährlichen Apnoe-Erkrankung (obstruktives Schlafapnoe-Syndrom) sein. Dabei steigt der Blutdruck, das rechte Herz vergrößert sich, das Risiko einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu bekommen erhöht sich. Morgens fühlt man sich zerschlagen und unausgeschlafen.

Die Lautstärke reicht vom leisen Röcheln bis zu einer Lautstärke von 90 Dezibel, was dem Geräusch eines Presslufthammers entspricht. In der Altersgruppe der über 60-Jährigen Schnarchen ca. 60 Prozent Männer und 40 Prozent Frauen.

Eine genaue Diagnose des nicht erholsamen Schlafes wird im Schlafmedizinischen Zentrum der DRK Kliniken Berlin | Mitte gestellt. Hier erfolgt die Diagnostik nach einem vierstufigen Plan. Zuerst werden die Beschwerden in einem ausführlichen Gespräch erfasst. Dabei helfen strukturierte Fragebögen. Bei der körperlichen Untersuchung wird sowohl nach Ursachen, als auch Folgen eines nicht erholsamen Schlafes gefahndet. Es wird die Anatomie der oberen Atemwege betrachtet. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Untersuchung des Herz-Kreislaufsystems. Dazu gehören der Blutdruck und bei Auffälligkeiten auch weitere Untersuchungen, wie Ultraschall vom Herz und Belastungs-EKGs. Danach wird entschieden, ob eine weitere Diagnostik im Schlaflabor oder mittels eine transportablen Gerätes zu Hause erfolgen soll. Bei der Polygraphie oder Polysomnographie werden verschiedene Biosignale kontinuierlich erfasst und aufgezeichnet.

Bei Diagnose einer schweren obstruktiven Schlafapnoe wird im Schlafmedizinischen Zentrum die Indikation zur Einleitung einer nicht-invasiven Beatmungstherapie nach dem CPAP (continuous positive airway pressure) Prinzip gestellt. Diese Therapie stellt die effektivste Therapiemethode dar. Dabei wird dem Patienten eine Maske angepasst, über die in der Nacht durch ein kleines Gerät ein Druck aufgebaut wird, der die Engstellung der Atemwege verhindert.

Es gibt eine Vielzahl an Masken, mit der mögliche Nebenwirkungen verhindert werden können. Im Schlaflabor erfolgt die Einstellung und die Schulung auf die CPAP Therapie. Die Beatmungstherapie muss kontinuierlich jede Nacht angewendet werden. Bei einer leichten bis mittelgradigen Form einer obstruktiven Schlafapnoe kann eine orale Schiene zu einer Besserung der Erkrankung und einer Reduktion des Schnarchens führen.

Eine weitere Therapieoption zur Behandlung des Schnarchens sind operative Eingriffe. Ist das Schnarchen als Folge anatomischer Veränderungen, kann eine Operation zu einer Verbesserung führen. Dies trifft insbesondere bei Nasenatmungsbehinderungen zu, die ihre Ursache in der Anatomie haben. Hierbei steht eine Vielzahl unterschiedlicher Operationsmethoden zur Verfügung.

Ist das Schnarchen Folge einer obstruktiven Schlafapnoe, bleibt der Erfolg einer Operation meist aus. Wird eine Insomnie (Schlafstörung) als Ursache für die „schlaflosen Nächte“ diagnostiziert, so steht auch hier eine Vielzahl von Maßnahmen zur Verfügung, die jedoch konsequent und manchmal langwierig eingeübt und durchgeführt werden müssen.

Wichtig ist vor allem das Bewusstsein, dass für ein gesundes Leben ein erholsamer Schlaf genauso wichtig ist wie ausgewogene Ernährung oder sportliche Aktivität.

Bei Problemen eines nicht erholsamen Schlafes steht das Team des Pneumologischen und Schlafmedizinischen Zentrums der DRK Kliniken Berlin | Mitte gerne hilfreich zur Verfügung.

Autoren und Ansprechpartner:
DRK Kliniken Berlin | Mitte
Prof. Dr. med. Peter Dorow
Ärztlicher Leiter der Kliniken
Pneumologisches und Schlafmedizinisches Zentrum
und Oberärztin Dr. med. Mi-Ri Maschek
Pneumologisches und Schlafmedizinisches Zentrum
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