"Heilen, was gestört ist, aber nicht, was zerstört ist"

Berlin, 18. Oktober 2012

Zahlreiche Patientinnen und Patienten folgten der Einladung vom Brustzentrum der DRK Kliniken Berlin | Westend zum Patientinnentag.


Viele Patienten folgten der Einbladung des Brustzentrums Westend


Chefärztin des Brustzentrums Köpenick, Dr. med. Anke Kleine-Tebbe, (li) und Dr. med. Ursula Makowiec, leitende Ärztin des Brustzentrums im Westend


Nach den Vorträgen wurden Schnupperkurse wie Yoga angeboten

Das ganze Team des Mamma-Zentrums stellte beim diesjährigen Patientinnentag das Konzept der Integrativen Onkologie vor. Die Leitende Ärztin des Brustzentrums Westend, Dr. med. Ursula Makowiec, begrüßte die anwesenden Patientinnen und Patienten in der vollbesetzten Aula des Bildungszentrums für Pflegeberufe. Dr. Makowiec wies darauf hin, dass die Heilungschancen bei Brustkrebs gut sind, das Brustzentrum ergänzt die Behandlung von Mammakarzinom durch die komplementäre Therapie.

Eine ganzheitliche Behandlung kann genutzt werden, um die auftretenden Nebenwirkungen zu behandeln und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern. Die verschiedenen Methoden der integrativen Onkologie unterstützen die Selbstheilungskräfte und tragen zum Heilungsprozess bei, so Frau Dr. Makowiec. Sie betonte, dass die Behandlung nur mit Arzneimitteln und Therapien erfolgt, die wissenschaftlich geprüft sind. Die Naturheilkunde stellt dabei keinen Ersatz der Therapie dar, sondern dient als Zusatz der Behandlung.

Nach der Einführung in das Thema durch Frau Dr. Makowiec gab Babette Müller, Diätassistentin in den DRK Kliniken Berlin | Westend, nützliche Tipps rund um das Thema Gesunde Ernährung. Unter dem Titel „Was lege ich in meinen Einkaufswagen“ ging Frau Müller auf verschiedene Aspekte wie die Lebensmittelauswahl, Zubereitung, Mahlzeitenfolge, Nährstoffverhältnis, Mengen und Esskultur ein. Mit dem Motto „Eat food, not too much, mostly plants“ veranschaulichte die Diätassistentin die Wichtigkeit der enthaltenen Nährwerte in Lebensmitteln. Fazit des Kurzvortrages war, dass gerade Krebs-Patientinnen auf gesunde Ernährung achten sollten – eine einfache Regel lautet „Gutes Essen ist immer mehr als die Summe seiner Teile“.

Im Anschluss ging es sportlich zu: Die Koordinatorin der beiden Brustzentren der DRK Kliniken Berlin, Dr. med. Anke Kleine-Tebbe, rief zu einer Aufwärmübung auf. Alle Gäste des Patientinnentages ließen sich von den Stühlen reißen und machten zusammen mit der Chefärztin die kleine sportliche Einlage mit viel Spaß und Elan mit. Diese Übung war Einleitung für den Vortrag „Bewegung und Sport bei Brustkrebs“. Frau Dr. Kleine-Tebbe ging darauf ein, wie sich sportliche Aktivität auf den Körper auswirkt. Positive Effekte von Sport können weniger Knochen- und Gelenkbeschwerden, seltenere Hitzewallungen und Schlafstörungen und eine verbessere Leistungsfähigkeit sein. Besonders wichtig ist, so die Chefärztin vom Brustzentrum Köpenick, das Sport bei den Patientinnen das allgemeine Wohlbefinden steigert. Oft hapert es an der Nachhaltigkeit – die Erkenntnisse werden nicht langfristig umgesetzt. Nur 20 Prozent der Deutschen treiben regelmäßig Sport. Doch Frau Dr. Kleine-Tebbe rief auf, den inneren Schweinehund zu überwinden und den nächsten Morgen gleich mit ein bisschen Sport zu beginnen.

„Wer sich auch nur einen Augenblick ganz lassen könnte, dem würde alles gegeben.“ – mit diesen Worten von Meister Eckhart leite Brigitte Gerstner, Sozialpädagogin im Westend ihren Vortrag anschließend ein. Unter dem Titel „Stressreduktion durch Entspannung“ stellte sie verschiedene Entspannungsverfahren und deren Wirkung den Patientinnen vor. Auch hierbei geht es darum, dass die Patientinnen ihre Selbstheilung durch Wohlgefühl unterstützen können.

Im anschließenden Vortrag ging es um „Akupunktur als ganzheitliche Begleittherapie bei Brustkrebs“. Die Assistenzärztin im Brustzentrum, Dr. med. Johanna Stör, gab den Teilnehmerinnen einen kurzen Überblick über die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Die Ärztin, selbst ausgebildete TCM Therapeutin, veranschaulichte, wie Akupunktur als Regulationstherapie wirkt. Mit Hilfe der dünnen Nadeln, die Frau Dr. Stör zum Anschauen und Ausprobieren im Raum verteilte, kann man „heilen, was gestört ist, aber nicht, was zerstört ist“, so die Assistenzärztin.

Danach dankte Dr. Makowiec ihrem Team vom Brustzentrum: Dr. med. Nadine Pohl, Oberärztin; Dr. med. Anke Kleine-Tebbe, Koordinatorin der Brustzentren der DRK Kliniken Berlin; Schwester Petra Rehpenning, Abteilungsleiterin; Angelika Wall, Brustkrankenschwester sowie vielen weiteren Mitarbeiterinnen.

Anschließend wurden alle anwesenden Patientinnen und Patienten zu Schnupperkursen eingeladen. Hier konnten die Teilnehmer in 20 bis 30minütigen Kursen das Erlernte gleich anwenden.
Der Patientinnentag fand großen Anklang und die Teilnehmer haben gelernt, dass sie „selbst etwas tun können“, um wieder gesund zu werden.