Eröffnung einer Ausstellung in den DRK Kliniken Berlin | Westend am 15. Juni 2011

Berlin, 07. Juni 2011

Einladung zur Eröffnung der Dokumentationsausstellung „70. Jahrestag des Entzugs der Approbationen aller jüdischen Ärztinnen und Ärzte 1938“.

Am Mittwoch, den 15. Juni, findet um 18 Uhr im Foyer Hochhaus, Ebene 22, die Eröffnung der Ausstellung zum „70. Jahrestag des Entzugs der Approbationen aller jüdischen Ärztinnen und Ärzte 1938“ mit Vortrag statt.

Das bei seiner Eröffnung als Musterkrankenhaus weit gerühmte Westend Krankenhaus hat im Jahre 2004 sein 100-jähriges Bestehen gefeiert. Aus diesem Anlass wurden der „Historische Weg“ mit den vor den Gebäuden stehenden Informationstafeln zur Medizin- und Bau-Geschichte der Klinik installiert und die Festschrift „100 Jahre Kliniken Westend 1904 – 2004“ veröffentlicht.

Bei den neuen Recherchen zur geplanten Ausstellung über die Medizin- und Architektur­geschichte haben sich weitere Erkenntnisse ergeben, wie die DRK Kliniken Berlin | Westend von der nationalsozialistischen Gesundheitspolitik betroffen war.

Hier wurden, wie auch in einigen anderen Berliner Krankenhäusern, gemäß dem im Juli 1933 erlassenen „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ Zwangs­sterilisationen durchgeführt. Der jüdische Arzt Dr. Alfred Peyser musste emigrieren und der chirurgische Chefarzt Prof. Dr. Arthur Woldemar Meyer beging zusammen mit seiner jüdischen Frau 1933 Selbstmord. Alle bisherigen Rechercheergebnisse machen uns immer wieder deutlich, wie wichtig der Blick in die Geschichte ist.

Der Förderverein „Kunst im Westend“ ist stolz, die Dokumentationsausstellung „70. Jahrestag des Entzugs der Approbationen aller jüdischen Ärztinnen und Ärzte 1938“ von der Bundesärztekammer für einige Wochen übernehmen zu können. Mit der Ausstellung soll ein wichtiges Stück Geschichte für alle Mitarbeiter, Besucher und Patienten in Erinnerung gerufen werden. Der Förderverein unterstützt damit auch die Geschichtsarbeit in den DRK Kliniken Berlin | Westend, die ein Teilbereich der Arbeit des Fördervereins ist.

Einführung:

Frau Ursula Ebell und Dr. Hansjörg Ebell, München,
Kuratoren und Initiatoren der Ausstellung

Vortrag:

Dr. Rebecca Schwoch, Institut für Geschichte und
Ethik der Medizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf,
Vom jüdischen Deutschen zum „fremdrassigen Element“
- Zur Verfolgung jüdischer Ärzte im Nationalsozialismus

Die Ausstellung ist für sechs Wochen, bis Ende Juli
im Foyer Hochhaus, Ebene 22 und in der

Eingangshalle der Frauenklinik zu sehen.