Ein buntes Fest in einer weißen Zeltstadt

Berlin, 10. Juni 2013

Zum Tag der offenen Tür am 8. Juni 2013 besuchten viele Gäste, darunter auch Generaloberin Brigitte Schäfer, das Westend





Eine weiße Zeltstadt verwandelt die Aue in den DRK Kliniken Berlin | Westend in eine edle Eventmeile. Geschmückt sind die weißen Plastikhäuschen mit dicken roten Schleifen – passend zum Design der DRK Kliniken Berlin. Jede Klinik präsentiert sich an diesem Samstag, den 8. Juni 2013 – am Tag der offenen Tür – einmal unter freiem Himmel.

Einige Impressionen von diesem besonderen Ereignis:

„Kann ich hier ein paar Stecknadeln für meine Poster bekommen?“ fragt eine Krankenschwester am Stand der Unternehmenskommunikation. Es ist 12 Uhr am Samstag und schon viel los in der Zeltstadt im Westend. Poster werden an die Stelltafeln gepinnt, Flyer ausgelegt, Kollegen gesucht und gefunden. Allgegenwärtig sind Rene Borchert und Corinna Körner, die jedem unter die Arme greifen.

Gegen 14 Uhr: Die Krankenhausleitung, der Ärztliche Leiter Dr. med. Ralph Schoeller, Martina Parow (PDL) und  Dirk Klebingat (Verwaltungsleiter) begrüßen alle Mitarbeiter und Gäste zum Tag der offenen Tür. Schoeller scherzt, er habe gehört, dass heute sogar Teddys geröntgt und verarztet werden. „Die Neurochirurgen haben gesagt, dass sie einen Kopf öffnen wollen: Freiwillige vor...“
Heute ist kein ernster Klinikalltag, bei dem es um Krankheiten, Behandlungen und Therapien geht, sondern ein fröhliches Fest bei schönstem Sonnenschein mit viel Infotainment.

Dr. Schoeller bedankt sich für die finanzielle Unterstützung der Veranstaltung durch die Geschäftsführung und betont, wie stolz er sei, an einem solch schönen denkmalgeschützten Klinikstandort arbeiten zu dürfen. Auch die besondere Rolle, der Schwesternschaft als Träger der Kliniken wird unterstrichen, ebenso wie das zentrale Motto: Menschen helfen Menschen. Auch Oberin Doreen Fuhr und der Geschäftsführer der DRK Kliniken Berlin, Ralf Stähler, wünschen allen gutes Gelingen beim Tag der offenen Tür.

Ein Trommelwirbel zerreißt die Stille. Ayo Nelson-Homiah stammt ursprünglich aus Gambia und kann nicht nur selbst  perfekt  trommeln, sondern auch Kindern in Windeseile das Trommeln beibringen.

Noch ein Trommelwirbel und schon steht die Generaloberin des Verbandes der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V., Brigitte Schäfer, nebst Ehemann und Sprecherin Alexandra-Corinna Rieger auf der Aue. Doreen Fuhr, Oberin der DRK-Schwesternschaft Berlin e.V. , begrüßt den prominenten Besuch. Interessiert schaut sich Brigitte Schäfer die einzelnen Zelte der DRK-Schwesternschaft und der Kliniken an, um sich dann die neuen Räume der Ausstellung "Schwesternschaftsjahre 1875 bis heute“ von Thomas Wolter und Doreen Fuhr zeigen zu lassen. Darin sind neue Exponate ausgestellt wie die Kinderschuhe der Gründerin der ersten Berliner Rot-Kreuz-Schwesternschaft Hedwig von Rittberg.
Ein Raum trägt den Titel „Baustelle“. Hier soll die Geschichte der anderen Berliner Klinikstandorte der DRK-Schwesternschaft noch vorgestellt werden.
22 Zelte stehen an diesem Tag auf dem Klinikgelände. Eines davon ist vom Bildungszentrum. Manuela Ricci und Daniela Köhler haben Infomaterial und Bücher ausgelegt. In der Nachbarschaft präsentiert sich die Median-Apotheke. Mit viel Info-Material und knallroten Luftballons macht die Achse e.V. auf die Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen auf sich aufmerksam. Gleich daneben hat Dr. Anne Marie Freybourg ihren Stand mit der „Kunst im Westend“. Dr. Freybourg hat schon ein Führungsschild geschultert und geleitet Interessierte durch die Ausstellungen des Standortes.
Mit ganzer Kraft dreht ein Junge Schrauben in ein „Rückgrat“. „Um einen Schädel aufbohren zu können braucht es viel Kraft“, erklärt Dr. Sven Mularski einem Gast, der nun beherzter den rotierenden Bohner auf die Melone ansetzt. Die Neurochirurgen des Zentrums für Wirbelsäulenchirurgie machen Medizin anschaulich.

Rettungsequipment hat die Berliner Feuerwehr im Gepäck, das Team demonstriert wie die futuristisch wirkenden Schutzanzüge und die Löschfahrzeuge funktionieren.

Eine Intensivstation zum Anfassen hat die Klinik für Anästhesie, Schmerztherapie, Intensiv- und Notfallmedizin aufgebaut. Auf der Erde liegt eine Puppe namens „Herr Schmidt“, die dringend wiederbelegt werden muss und immer wieder Herzdruckmassagen bekommt. Welcher Rhythmus dabei richtig ist, wird jedem Besucher gezeigt. In einem Bett wird eine andere Puppe künstlich beatmet.

Sehr kreativ geht es bei der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie zu. Kinder basteln aus Sand und Luftballons sogenannte Wutbälle, schnuppern Gerüche, schmecken  Nahrungsmittel und ertasten Gegenstände – kein Kinderspiel. Im Geschicklichkeitsparcours kann sich jeder mal probieren.
„Möchtest du einen Gipsarm haben?“, fragt ein Vater und die Tochter nickt begeistert. Komischerweise wollen sich die meisten Kinder die rechte Hand verbinden lassen und den Gips unbedingt mindestens bis Montagabend dranlassen…. Die Zentrale Notaufnahme macht sogar Gipsarme in rosa.

Künstlerisch geht es auch bei den Radiologen zu. Die „Durchleuchter“ haben kurzerhand Früchte in CT und MRT geschoben und Kunst daraus gemacht. „Raten Sie mal, was Sie da auf dem Bild sehen?“, spornt Chefarzt PD Dr. med. Bernd Frericks die Phantasie der Besucher an. Sogar eine kostbare, sehr alte Geige wurde durchleuchtet. Das Instrument hatte allerdings ein ernsthaftes Problem, wie das Bild zeigt: ein Holzwurm hatte sich durch das 50.000 Euro teure Instrument gefressen.

Wie sieht es eigentlich mit der Gesundheit aus? Wie ist der Blutzuckerwert? Solche Fragen beantwortet das Team der Klinik für Innere Medizin – Schwerpunkt Gastroenterologie. Besucher lassen sich ihre Werte in ihre Gesundheitspässe eintragen.

Der Chef des Zentrums für Strahlentherapie, Dr. med. Andrej Stupavsky informiert über Behandlungen von den Tumoren in der Strahlentherapie.
Zum Kuscheln ist es bei den Hygienikern und Mikrobiologen. Ein Kind nimmt giftgrüne und rote Kuscheltiere in die Hand. Die Plüschviecher sind eigentlich gefährliche Typhus- und TBC-Erreger. Beim Wissensquiz kann man eine Handlotion gewinnen.
Im Hörsaal wird über immer neue Krankheiten informiert. Gerade referiert Kinderkrankenschwester Corinna Kottwitz-Gundermann Besucher darüber, woran man erkennt, dass das Kind krank ist.

Von der künstlerischen Seite präsentiert sich die Wiegmann Klinik. Besucher können Bilder malen, sich Tonfiguren anschauen und über die Klinik informieren.
Schlange stehen am Stand der Klinik für Augenheilkunde: „Einen schönen guten Tag“, begrüßt Chefarzt Dr. Klaus-Martin Kreusel die nächste Besucherin, die gerne ihren Augeninnendruck messen lassen möchte.

Viele Infos zur Ersten Hilfe gibt der Geschäftsführer der Rettungsdienst Berlin gGmbH, Heiko Jünger, der selbst samt Rettungsfahrzeug und Team gekommen ist.
Viele Besucher strömen weiter auf den Campus und informieren sich an den Ständen.  
„Hier sehen Sie ein Karzinom.“ Professor Dr. med. Thomas Steinmüller, Chefarzt der Klinik für Chirurgie, zeigt Besuchern im Darm-Modell Funktionsweise und Erkrankungen des inneren Organs. Die Kardiologen demonstrieren nebenan im Herz-Modell, was die menschliche Pumpe so alles leistet oder bei Erkrankung eben nicht mehr schafft. Sogar der echte Sound des Herzschlages ist im Riesen-Modell zu hören. Nebenan haben die Kardiologen an ihrem Stand noch viel Infomaterial ausgelegt und zeigen, wie ein Stent aussieht.
„Möchten Sie mal nähen wie ein Chirurg?“ fragen die Chirurgen. Zahlreiche Besucher lassen sich auf das Experiment ein, verarzten eine aufgeschlitzte Banane oder mühen sich mit der laparoskopischen Chirurgie ab.

„Der Teddy sieht wirklich sehr krank aus“. Am Stand der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin kommen die Plüschtiere in das „Röntgengerät“, wahrweise werden Herz und Lunge abgehört, die Ohren untersucht und auch schon mal ein Teddyfuß eingegipst.
Entspannung erwartet die Besucher am Stand der Physiotherapie. Dort gibt es kostenlose Rücken- und Nacken-Massagen. Eine tolle Abwechslung.

Gummibärchen herausoperieren ist nicht trivial und kann bei der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe geübt werden. Wer es geschafft hat, bekommt eine Urkunde.
OP-Zeit im Saal 12. Ein gerupftes Hähnchen liegt auf dem OP-Tisch und wird zum wiederholten Mal aufgeschnitten und wieder zugenäht. Das Tier merkt von der Prozedur nichts mehr, da es schon längst tot ist, aber die Besucher sind begeistert und üben gerne ihre Fähigkeiten beim Zunähen. Narkoseärzte und Chirurgen antworten auf alle Fragen.
Derweil informiert die Schwesternschaft an ihrem Stand über den Träger, das Leitbild und die Einrichtungen. Eigentlich ist man ja froh, wenn man nach einer kurierten Erkrankung wieder das Krankenhaus verlassen kann. Doch an diesem Tag sind auch viele ehemalige Patienten ins Westend gekommen und das ist eigentlich das schönste Kompliment, das die MitarbiterInnen erhalten können.

Und nicht nur in die OP-Säle haben Besucher und ehemalige Patienten geschaut, es gab Führungen in das Brustzentrum, in die Pathologie, zur Endoskopie und, und, und…

Nach dem Tag der offenen Tür wird im Kochhaus noch kräftig gefeiert und getanzt beim Mitarbeiterfest, zu dem die Klinikleitung eingeladen hatte.

Ein gelungener Tag der offenen Tür am Spandauer Damm 130.