DRK Kliniken Berlin entwickeln das Berliner Transitionsprogramm für chronisch kranke Jugendliche

Berlin, 01. November 2009

Das deutschlandweit einmalige Projekt wird von den Krankenkassen finanziert und der Robert-Bosch-Stiftung gefördert. Es soll anhand zweier exemplarischer Erkrankungen ein effizientes Programm für den Übergang von Jugendlichen in die Erwachsenenmedizin entwickeln.

Der Übergang von der Kinder- und Jugendmedizin in die Erwachsenenmedizin wird als Transition bezeichnet und findet im Alter von 18 - 20 Jahren statt. Vielen chronisch kranken Jugendlichen gelingt es nicht, einen kontinuierlichen Übergang in die Erwachsenenmedizin zu organisieren.
Sie verlieren den Kontakt zur notwendigen Spezialbetreuung und stellen sich oft erst dann wieder vor, wenn – möglicherweise vermeidbare – Komplikationen aufgetreten sind. Langjährige Bemühungen zur Vermeidung von Krankheitsfolgen können so in kurzer Zeit zunichte gemacht werden.

Seit dem 1. Juli 2009 wird an den DRK Kliniken Berlin für Jugendliche mit Diabetes mellitus Typ 1 und Epilepsie aus Berlin und Brandenburg im Alter von 16 bis 20 Jahren ein "Transitionsprogramm" angeboten.

Zum Berliner Transitionsprogramm gehört eine Zeit der Vorbereitung, der Übergang selber und die erste Zeit danach. Durch diese ca. zwei Jahre soll das Programm Jugendliche mit Diabetes und Epilepsie und ihre Eltern begleiten.
Das Berliner Transitionsprogramm ist das erste Programm dieser Art, das von den Krankenkassen finanziert wird.
Kernelemente des Programms sind vier Transitionsgespräche zwischen Patienten und Spezialisten, in denen systematisch fünf Lebensbereiche besprochen werden, die für einen erfolgreichen Übergang wichtig sind. Bei Defiziten werden Hilfsangebote organisiert. Bei Bedarf werden gemeinsame Sprechstunden von Kinder- und Jugendspezialisten und Erwachsenenspezialisten oder auch Fallkonferenzen mit allen behandelnden Ärzten und Therapeuten organisiert.
Den Patienten steht ein Fallmanager zur Seite, der nicht nur mithelfen soll ausgemachte Termine einzuhalten und notwendige medizinische Maßnahmen mit zu organisieren, sondern auch Hilfe bei der Suche nach weiterbehandelnden Erwachsenenmedizinern, Anlaufstellen für gesetzliche Hilfen, Informations- und Schulungsmöglichkeiten anbietet.

Das Berliner Transitionsprogramms soll anhand zweier exemplarischer Erkrankungen ein effizientes Programm für den Übergang von Jugendlichen in die Erwachsenenmedizin entwickeln, in einer Pilotregion implementieren, evaluieren und für die Ausbreitung auf weitere Indikationen und Regionen vorzubereiten.

Das Ziel ist es, nach der Erprobungsphase, die im Rahmen der Transition notwendigen Leistungen in die Regelversorgung zu übernehmen und so die Grundlage für eine breite Implementierung zu schaffen.
Zur Zeit können alle Versicherten der TK, AOK Berlin und BKK VBU die Leistungen des Programms nutzen, im Einzelfall auch Versicherte der Taunus BKK und KKH-Allianz.

Das Programm wird wegen seiner grundsätzlichen Bedeutung für die Versorgung chronisch kranker Menschen von der Robert Bosch Stiftung gefördert.

Das inhaltliche Konzept wurde von Prof. Dr. Walter Burger, Leiter des Diabeteszentrums für Kinder und Jugendliche und PD Dr. Arpad von Moers, Chefarzt der Kinderklinik der DRK Kliniken Berlin entwickelt und wird vom IGES Institut GmbH wissenschaftlich begleitet.

Weitere Infos: Telefon: 030 - 3035 4492
www.drk-kliniken-berlin.de/Berliner_Transitionsprogramm