Die schwer verbrannte Fahima aus Afghanistan wird in der Kinderklinik der DRK Kliniken | Westend rekonstruktiv operiert

Berlin, 15. November 2007

Fahima wurde Opfer eines Raketenangriffs der Taliban bei dem sie schwerste Verbrennungen erlitt. Das 5jährige Mädchen wird bei uns seit acht Monaten regelmäßig von dem plastischen Chirurgen, Prof. Dr. Frank Peter von der Organisation PLACET operiert.

Von: Angela Kijewski

Fahima ist aus einem tadschikischen Dorf aus dem Norden Afghanistans zu uns gekommen. Die Organisation "Kinder brauchen uns" hat sie gebracht. Vor 8 Monaten wurde ihr Haus mit Raketen beschossen und fing Feuer. Der Vater zog das Kind aus den Flammen. Sie überlebte kaum und erlitt schwere Verbrennungen von ca. 60 % der Körperoberfläche.
Das kleine Mädchen hatte grossflächige entstellende und stark funktionsbehindernde Narben am gesamten Körper. Der rechte Arm und das rechte Bein waren von offenen infizierten Wunden bedeckt, beide Kniegelenke waren durch die Narben krumm gezogen und Fahima konnte weder stehen noch laufen. Ihr rechter Arm und die Hand sind bis heute bewegungsunfähig.
Prof. Dr. Frank Peter hat Fahima bis jetzt 12 Mal an den Beinen operiert, um die schlimmsten Kontrakturen zu lösen.
Die DRK Kliniken Berlin stellen OP-Räume, Anästhesie, Unterbringung und pflegerische Versorgung unentgeltlich zur Verfügung. Über die liebevolle Betreuung durch unsere Kinderkrankenschwestern der Station 5b, findet Prof. Peter immer wieder lobende Worte.
Fahima wird von allen Mitarbeitern rührend umsorgt. Manchmal ist die Sprachbarriere ein Problem aber das Kind lernt durch die Kommunikation mit den Pflegekräften recht gut deutsch. Dennoch ist es sicher nicht leicht für ein Kind dieses Alters ohne ihre Eltern und in fremder Umgebung die schmerzhaften Behandlungen zu überstehen. Aber Fahima ist eine kleine Persönlichkeit, dass sieht jeder, der ihr in die Augen geschaut hat, sie wird es schaffen und bald wieder nach Hause zurückkehren.
Mit Unterstützung kann sie jetzt schon ein wenig laufen, die Wunden im Gesicht sind größtenteils verheilt. Im Oktober besuchte Fahima sogar in Begleitung den Berliner Zoo und lachte dabei übers ganze Gesicht.

Vor 6 Jahren saßen zwei Chirurgen nach einer gelungenen aber sehr anstrengenden Operation zusammen und sprachen darüber, dass der eben operierte Patient großes Glück hatte. Diese Überlegung führte sie zu dem Gedanken, dass nicht vielen Menschen auf der Welt solche Hilfe zuteil wird, und mündete schließlich in die Idee, daran etwas zu ändern.
Prof. Peter und sein Kollege wurden aktiv und gründeten 2001 die Organisation PLACET (Plastisch-chirurgisches Centrum für Terroropfer) mit dem erklärten Ziel, Opfern von Terror, Krieg, Folter, ethnischer Verfolgung oder Minen mit den Möglichkeiten der plastisch-rekonstruktiven Chirurgie zu helfen. Prof. Peter setzte sich mit unserem Geschäftsführer Herrn Prof. Kersting, dem Chefarzt der Unfallchirurgie, Dr. Schauwecker, und dem damaligen Chef der Allgemeinchirugie, Prof. Gögler, zusammen und stieß mit seinem Anliegen auf offene Ohren. Das Projekt wurde bewilligt und seitdem nutzt Prof. Peter unsere Einrichtung als Standort von PLACET.

"Menschen helfen Menschen", der Leitgedanke der DRK-Schwestenschaft Berlin beweist hier aufs Neue seine Aktualität.

Am Donnerstag, 15.11.2007, sendet das ARD-Mittagsmagazin um 13:00 Uhr anlässlich der Entscheidung des deutschen Bundestages über den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr, einen kurzen Bericht über Fahima und Prof. Peter.

Informationen zu PLACET finden Sie im Internet unter www.placet-berlin.de