Bilder von Frauen

Berlin, 03. Dezember 2015

Kunstwerke, die nichts können müssen und gerade darum bei der Genesung helfen. Ein Besuch der Ausstellungseröffnung im Brustzentrum Köpenick.


Künstler und Kursleiter Daniel Sambo-Richter und Chefärztin des Brustzentrums Dr. med. Anke Kleine-Tebbe



Möwen kreisen kreischend über der schäumenden Gischt. Man spürt förmlich, wie einen die frische Brise packt, das wilde Meer, die Freiheit und der innere Aufbruch, wenn man sich das mit Acryl gemalte Bild auf Papier anschaut. Gemalt hat es eine Patientin unseres Brustzentrums in Köpenick. Das Werk trägt den Titel „Hoffnung“.

Etwas weiter hängt ein Opus, das mehrere Interpretationen zulässt. Es könnten Sternschnuppen sein, ein Himmel voller Sterne und jeder Stern zieht einen Schweif hinter sich her. Es könnten aber auch riesige Krebszellen sein. Der Titel heißt „Multilokulär“. Auch dieses Bild hat eine Patientin gemalt.

Die neue Ausstellung im Brustzentrum in den DRK Kliniken Berlin | Köpenick zeigt Bilder von Frauen, die an einer lebensbedrohlichen Erkrankung leiden oder gelitten haben und mit dem Griff zum Pinsel auch ein stückweit ihr Leben wieder in die eigenen Hände genommen haben. Die Ausstellung trägt den Titel: „Auswege“.

Seit zwei Jahren malen Brustkrebspatientinnen in unserer Köpenicker Klinik einmal in der Woche unter der fachmännischen Anleitung von Künstler Daniel Sambo-Richter Werke. Es ist ein zusätzliches, besonderes Angebot – abseits der hervorragenden medizinischen, pflegerischen und psychoonkologischen Betreuung, die die Frauen ohnehin in dem zertifizierten Fachzentrum erhalten. Die Kunstgruppe trägt den Titel: „Malen heißt Leben.“

Bei der Eröffnung der nun erstmals präsentierten Ausstellung am Dienstag, den 1. Dezember betonte die Chefärztin des Brustzentrums Dr. med. Anke Kleine-Tebbe, dass Sie mit dem Malunterreicht den Patientinnen die Möglichkeit geben wollte, „die inneren Kräfte zu mobilisieren und das Gemüt zu stabilisieren“. Ihr großer Dank gehe an die Geschäftsführung der DRK Kliniken Berlin, die durch ihre Unterstützung ein solches Projekt erst ermöglicht habe.

Der Künstler und Kursleiter Daniel Sambo-Richter umschrieb, dass bei seinen Künstlerinnen durch die schwere und lebensbedrohliche Erkrankung einiges im Leben aus der Balance geraten sei. Dem kreativen Bedürfnis einen Ort und Raum zu lokalisieren, das sei sein Ansatz.

„Ich bin immer wieder beeindruckt von der Kraft und Vitalität und Unterschiedlichkeit der Bilder“, schwärmt Sambo-Richter. Es gibt keinen Zwang oder Müssen bei diesem künstlerischen Schaffen. „Diese Bilder müssen nichts müssen.“ Die Kunst muss nicht immer funktionieren oder perfekt sein. Auch das sei eine Form der Freiheit, die sich im Alltag so nicht immer leben lässt. In der Kunst schon. So wird die Malerei auch ein stückweit Therapie.

Und, so ganz nebenbei, sind auch noch Kunstwerke entstanden. Eine Malerin hat schon ein Bild verkauft. Zu bestaunen sind die Bilder noch bis zum 31. März 2016 im Haus 5.3. im Eingang Brustzentrum.
Ein Besuch lohnt sich.

Anschrift:
DRK Kliniken Berlin | Köpenick
Salvador-Allende-Straße 2-8
12559 Berlin
Kontakt: Sekretariat des Brustzentrums
Tel.: (030) 3035 - 3501