Beim großen Kunstfest "Ein Tag im Juni" mit prominenten Gästen und vielen Besuchern beteiligte sich sogar die Sonne engagiert und dauerhaft

Berlin, 15. Juni 2010



Jetzt kennen ihn alle - zumindest alle Teilnehmer von "Ein Tag im Juni" - William Carlos Williams, der amerikanische Landarzt, Lyriker und Romancier, zu dessen Ehren die Verwaltungsleitung des Krankenhauses Westends mit Unterstützung der erfahrenen Kunstkuratorin, Frau Dr. Anne Freybourg, das große Kunstfest am letzten Freitag bravourös inszenierte.

Den Auftakt bildete um 14 Uhr das Berlin-Leipzig-Quartett mit Dr. Jörg Kleine-Tebbe (ja, richtig, der Bruder von Frau Dr. Anke Kleine-Tebbe, Brustzentrum-Köpenick) mit einem Mix aus der amerikanischen Jazzgeschichte. Im Festzelt auf der Aue startete dann die erste Lesung des Tages aus einem Roman von William Carlos Williams – "White Mule" von 1937. Schwester Dörte-Zizke, leitende Schwester aus dem Aufnahmezentrum, war die Freude am wohl geübten Vortrag an zu merken.

Um 15 Uhr dann wurde der Kunstevent offiziell eröffnet von einem der Geschäftsführer der DRK Kliniken Berlin, Alexander-David Pillokat. Herr Pillokat begrüßte Gäste und Teilnehmer, insbesondere den derzeitigen amerikanischen Botschafter in Berlin, Philip D. Murphy. Herr Pillokat dankte ganz herzlich den Freunden und Förderern von ’Kunst im Westend’, die sich mit großer Leidenschaft und Überzeugung für die Symbiose von Gesundheitsversorgung und der Ausstellung und Integration von Kunst einsetzen.
Dass dieses Engagement sich in einem ausgezeichneten Ruf für unser Haus spiegelt, zeige sich immer wieder in den Umfragen, so hob Herr Pillokat heraus.
Mit den besten Grüßen von Frau Oberin Schäfer-Frischmann, die leider verhindert war, übergab Herr Pillokat dann das Mikrofon an den US-Botschafter Philip D. Murphy.
Im selben Bundesstaat geboren, wie William Carlos Williams, New Jersey , bekundete Herr Murphy seine Verbundenheit mit dem großen Dichter und Landarzt der kleinen Leute. "I instantly agreed to come to your festival, when I heard it’s about Doc Williams", sagte er und schnippte mit den Fingern. Während seine sonnenbebrillten Bodyguards das Festzelt sicherten, berichtete Herr Murphy mit amerikanisch lockerem Charme über die Bedeutung von William Carlos Williams für die amerikanische Literaturgeschichte. Es gibt kein Schulbuch in den Vereinigten Staaten, in dem nicht mehrere Gedichte des Dichters als Beispiel für die Avantgarde der 20 und 30er Jahre zu lesen sind.

Für den nächsten Höhepunkt nahm das zahlreiche Publikum in den Sitzreihen des traditionsreichen Hörsaals Platz. Der bekannte Theater-, Film- und TV-Schauspieler, Otto Sander las, sichtbar gehandicapt durch eine Schulterverletzung, Gedichte und Geschichten von William Carlos Williams. Mit wohlklingender Stimme und geschulter Intonation verstärkte Herr Sander den sinnlich betonten Eindruck der Texte, die die Alltagserfahrungen des Landarztes bebensnah beschreiben. Sein Vortrag wurde vom Auditorium mit viel Applaus belohnt.

Ab 16 Uhr traten dann Westend-Ärzte, Prof. Herbert Kentenich und Professor Bodo Niggemann, in einen öffentlichen Dialog mit dem Dichter und Verleger Michael Krüger aus München über medizinische Erfahrungen und deren Übersetzung in lyrische Form.

Der sich anschließende Vortrag des Ulmer Medizinhistorikers, Professor Heiner Fangerau, beleuchtete die Medizin in den USA in den 20er und 30er Jahren, illustriert an dem, auch verfilmten, Arztroman von Sinclair Lewis "Arrowsmith" von 1925.
Für den vorletzten Programmpunkt wechselte noch mal der Schauplatz: Im Festzelt auf der Aue las Michael Kellner, Übersetzer und Dichter, aus der Autobiographie von Williams Carlos Williams.

In der Aula der Schwesternschule wurde etwas später auch gelesen, aber diesmal von den Verfasserinnen selbst. Schwesternschülerinnen präsentierten ihre Ergebnisse aus einem Lyrikworkshop – mit großem Erfolg. Die entstandenen Gedichte und auch die sehr natürliche Art der Vortragenden fand viel Beifall und bewundernde Worte.

Echte Ärzte – die Rockband – gaben als letztes Highlight ab 20:30 Uhr ihr Konzert ebenfalls in der Aula. Dicht gedrängt bejubelten die Fans die, wie der Name schon sagt, tatsächlich nur aus sechs echten Ärzten bestehende Band, darunter der Chefarzt unserer Kinderklinik, Dr. Arpad von Moers und unser pädiatrischer Pneumologe, Professor Bodo Niggemann. Ein schöner musikalischer Abschluss für ein sehr gelungenes Fest.