Alles über Şeker und Zucker

Berlin, 20. August 2015

Diabetesberaterin Gülcan Celen hilft in den DRK Kliniken Berlin | Mitte Zuckerkranken auf Deutsch und auf Türkisch.


Diabetesberaterin Gülcan Celen hilft Zuckerkranken auf Deutsch und Türkisch

„Şeker“, das heißt übersetzt „Zucker“ und ist Türkisch. „Şeker“ ist auch das häufigste Wort, das Diabetesberaterin und Diätassistentin Gülcan Celen benutzt, wenn sie in den DRK Kliniken Berlin | Mitte an der Drontheimer Straße 39 - 40 im Raum A.021 sitzt und sich mit den diabeteskranken Klinikpatienten unterhält.  

Das fällt Gülcan Celen nicht schwer, denn sie spricht fließend Türkisch, obwohl sie in Reinickendorf geboren ist. Die 37-jährige Diabetesberaterin und Diätassistentin gehört zu der dritten Generation türkischsprachiger Menschen, die in Berlin leben. „Für meine Eltern musste ich immer viel vom Deutschen ins Türkische übersetzen“, erzählt sie. Vor allem die Zutaten in Lebensmitteln lernte sie schon früh für ihre Mutter ins Türkische zu übersetzen.  

So entstand dann auch die Leidenschaft für den Beruf der Diätassistentin. Sie arbeitete zuvor an den Charité und ist seit Januar 2015 an den DRK Kliniken Berlin | Mitte tätig und berät Typ-2-Diabetiker, sowie Typ-1-Diabetiker und Patienten mit anderen Diabetesformen.  

Gülcan Celen kennt die Mentalität türkischsprachiger Menschen: „Die Frauen sind Meisterköchinnen und zaubern in der Küche ganz intuitiv wundervolle Gerichte“, erzählt sie. Nur leider wird oftmals zu viel Öl verwendet. Und auch der vor Zuckerwasser nur so triefende typische Nachtisch und die Weißmehlprodukte (Backwaren) sind sehr ungünstig. Mit vielen kleinen Zuckerstückchen veranschaulicht die Diabetesberaterin ihren Typ-2-Diabetikern, wie viel Zucker in der türkischen Nachspeise stecken.  

Analphabetismus stellt in erster Linie kein Hindernis dar, da dies nichts mit dem Zahlenverständnis zu tun hat. Oft kommt es jedoch vor, dass während der Beratung die Zuordnung der Zahlen geübt wird, um den Umgang mit einem Insulinschema zu gewährleisten. Auch leben viele türkischsprachige Menschen ein halbes Jahr in der Türkei und ein halbes Jahr in Deutschland. Die fachgerechte Aufbewahrung des Insulins und das Verhalten in besonderen Situationen sind zum Beispiel oft ein Thema. Auch die Fastenzeit spielt eine Rolle bei der Diabetesberatung, wobei Gülcan Celen immer wieder betont, dass der Koran ausdrücklich darauf hinweist, dass chronisch Kranke vom Fastenmonat ausgenommen sind.  

Aber auch deutschsprechende Diabetiker lassen sich von Gülcan Celen in gesunder Ernährung und im korrekten Selbstmanagement ihrer Diabeteserkrankung unterrichten. An den älteren Patienten liebt sie vor allem deren geregelte Mahlzeiten und die Vorliebe für dunkles Brot.  

Jede Beratung egal mit Migrationshintergrund oder nicht ist erst dann erfolgreich, wenn sie individuell gestaltet und an den einzelnen Menschen angepasst ist.  

In der Küche zeigen sich deutliche Unterschiede: Deutschsprechende Patienten kochen am liebsten nach einem Kochrezept, türkischsprachige Patienten können alles ohne Rezeptbuch aus dem Effeff. Bewegungsmangel ist aber oftmals bei beiden Patientengruppen ein Problem.

Kontakt:

DRK Kliniken Berlin | Mitte
Klinik für Angiologie, Diabetologie und Abhängigkeitserkrankungen
Gülcan Celen
E-Mail: g.celen@drk-kliniken-berlin.de
Tel.: 030 / 3035-6000
Drontheimer Straße 39-40
13359 Berlin