17. Kardiologisches Seminar - Eine traditionsreiche Fortbildungsveranstaltung zum Thema "Kardiologie im Alter" am 15.10.2008 im Westend

Berlin, 23. Oktober 2008

Ein hoch informativer Abend für die zahlreichen Ärzte aus Klinik und Praxis zu einem wichtigen und schwierigen medizinischen Thema.

Von: Angela Kijewski




Das Kardiologische Seminar von Chefarzt Dr. Schoeller ist im Westend schon seit vielen Jahren eine feste Institution. Dieses Jahr zum 17. Mal, stand der Abend unter dem Titel "Kardiologie im Alter".
Die Innere Medizin und speziell die Kardiologie beschäftigt sich täglich in Praxis und Klinik mit den Herausforderungen die Diagnostik und therapeutische Möglichkeiten beim älteren, multimorbiden Patienten darstellen.

Nach der herzlichen Begrüßung durch Herrn Dr. Schoeller ging der Pharmakologe, Prof. Dr. Kreutz, aus der Charité auf die bisher viel zu wenig beachteten Besonderheiten der medizinischen Verordnungen bei alten und sehr alten Menschen ein und erläuterte, wie Multimorbiditäten die Nebenwirkungen vieler Medikamente ganz erheblich beeinflussen.

Ein besonders beachteter Beitrag stellte das Thema 'Gendermedizin', "Schlagen Frauenherzen auch im Alter anders?" dar. Frau Prof. Regitz-Zagrosek, von der Charité, informierte zum neuesten Stand über den Unterschied in Diagnostik und Therapie von männlichen und weiblichen Herzpatienten.

Dann kam die Chirurgie zu Wort: Prof. Dr. Falk, aus dem Herzzentrum Leipzig, zeigte spektakuläre Bilder und stellte neue Techniken und Verfahren bei Eingriffen am Herzen vor. Ohne Eröffnung des Brustkorbes, sondern lediglich durch Minischnitte sind heute Bypässe oder ein perkutaner Herzklappenersatz auch bei sehr alten Leuten durchführbar.

Im Anschluss referierte Herr Dr. Schoeller über Koronarinterventionen im Alter und stellte Beispiele aus der eigenen Klinik von zw. 80 und 90 Jährigen vor. Dr. Schoeller konnte sehr respektable Ergebnisse bei den sehr alten Menschen präsentieren. "Viele der Eingriffe, hätte man sich vor wenigen Jahren nicht getraut, doch heute sind sie nicht nur machbar, sondern auch sinnvoll" sagte Dr. Schoeller.

Der Referent vom Städtischen Klinikum Brandenburg, Herr Prof. Dr. Oeff, stellte aktuelle Therapiemöglichkeiten beim, inzwischen zur Volkskrankheit avancierten Befund, Vorhofflimmern vor und diskutierte die Frage nach der Erfordernis von Antikoagulantien.

Ein weiteres Highlight am Ende waren die vom renommierten Sportmediziner, Herrn Prof. Dr. Dickhuth, aus der Uniklinik Freiburg, präsentierten Altersrekorde von 50 bis 70jährigen, die nur wenige Zuhörer im Auditorium erreicht hätten. Dass Vieles auch im hohen Alter möglich ist wurde eindrucksvoll belegt.

Das Seminar erstreckte sich über ganze vier Stunden, ohne Pause, non-stop waren die Zuhörer unter Informationsbeschuss: ein echter Härtetest, den aber alle Gäste gerne durch hielten, wodurch einmal mehr die Verbundenheit zur Abteilung Schoeller deutlich wurde.
Danach gab es aber auch die Möglichkeit zum entspannten kollegialen Austausch bei 'Speis u. Trank'.