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DRK Kliniken Berlin | Westend

Förderverein Kunst
c/o Verwaltungsleitung

Spandauer Damm 130
14050 Berlin
Wegbeschreibung

Tel.: (030) 3035 - 4805
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Vorsitzender

Priv.-Doz. Dr. med. Bernd Frericks

Kuratorin und Programmverantwortliche

Dr. Anne Marie Freybourg
Kunstpraxis Berlin

"früh.jetzt" - Druckgraphik

Die Ausstellung mit frühen und ganz neuen Druckgraphiken des deutschen Künstlers Georg Baselitz knüpft daran an, dass in den DRK Kliniken Berlin | Westend eine frühe Malerei von Baselitz als Kunst-am-Bau zu sehen ist.

Es ist für ein Krankenhaus und seinen Kunstverein schon etwas besonderes, eine Ausstellung mit Werken dieses international berühmten Künstlers zeigen zu können. Für die Eröffnung konnte als Redner Prof. Dr. Günther Gercken, Hamburg, gewonnen werden. Er ist ein in der Forschung angesehener Biochemiker und begann schon als junger Wissenschaftler, Kunst zu sammeln. Damals hat er sich auch für das Werk des damals ebenfalls jungen Künstlers Georg Baselitz begeistert.

Gercken wurde seit seiner Pensionierung als Hochschullehrer ein Experte für expressionistische und moderne Druckgraphik und hat die Gäste der Eröffnung sehr sachkundig und anschaulich in die Feinheiten und Herausforderungen dieses Mediums eingeführt.

Zudem konnte er aus der langen Kenntnis des künstlerischen Werdegangs von Georg Baselitz ein sehr lebendiges Portrait dieses Künstlers zeichnen und klar machen, dass das scheinbar Ungehobelte in den Bildern Baselitz’ als ein bewusster Akt der Rebellion gegen Konventionen und künstlerischem Akademismus zu verstehen ist.

Beim anschließenden Rundgang durch die Ausstellung konnte man besonders an dem 36-teiligen Mappenwerk „Bäume“ von 1974 die zeichnerische Vielfalt und Feinheit dieser Serie bewundern.

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Künstlergespräch: Georg Baselitz

Aus Anlass der Ausstellung „früh.jetzt“ mit frühen und neuen Druckgraphiken des international berühmten deutschen Künstlers Georg Baselitz in den DRK Kliniken Berlin | Westend kam der heute 75-jährige Künstler zu einem Künstlergespräch in den Hörsaal des Krankenhauses. Als Gesprächspartner hatte der Förderverein „Kunst im Westend“ Prof. Dr. Uwe Schneede, den langjährigen Museumsdirektor der Hamburger Kunsthalle, eingeladen.

Zu Beginn rekonstruierten die beiden Gesprächspartner noch einmal die Geschichte des kleinen Kunst-am-Bau Wettbewerbes, der 1971 anlässlich der Eröffnung des Neubaus des Hochhauses stattgefunden hatte und den Baselitz, damals noch ein blutjunger und überhaupt noch nicht bekannter Maler, für sich entscheiden konnte.

Baselitz findet das Werk „Lebenskraft“ (19970/71), das er speziell für die Situation im Krankenhaus konzipiert hatte und jetzt seit über 40 Jahren zum ersten Mal wiedergesehen hat, nach eingehender kritischer Prüfung malerisch wie auch inhaltlich immer noch überzeugend.

Vielleicht war es die besondere Atmosphäre im voll besetzten Hörsaal und die für einen Künstler ungewohnte Situation, in einem Krankenhaus ein Künstlergespräch zu führen. Jedenfalls war Georg Baselitz, den man in der Öffentlichkeit bisher eher als provokativen Künstler-Selbstdarsteller kannte, äußerst offen und nachdenklich in dem fast einstündigen Gespräch.

Baselitz gab bereitwillig Auskunft darüber, wie er nach neuen Schritten und Entwicklungsmöglichkeiten für seine Kunst sucht; wie vor einigen Jahren die Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte und mit der deutschen Geschichte für ihn ganz wichtig war und dies sein Selbstverständnis als Künstler verändert und geschärft hat; wie es ist, wenn man älter wird, jedoch der Kunstbetrieb immer noch vom Künstler erwartet, ständig etwas Neues zu liefern.

Es wurde für alle Zuhörer deutlich, wie intensiv und herausfordernd es ist, als Künstler mit dem Ziel zu arbeiten, etwas zu schaffen, was hoffentlich Bestand für die Kunstgeschichte haben wird. Eine Mitarbeiterin des Hauses sagte zum Abschluss: „Das war das absolute Highlight des Jahres.“

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