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„Ja, ich würde hier einziehen“

Berlin, 09. Februar 2016

Alte Menschen zu pflegen ist gesellschaftlich kein besonders anerkannter Job. Für Sibylle Albrecht-Bienge, Gesundheits- und Krankenpflegerin in den DRK Kliniken Berlin | Pflege & Wohnen Mariendorf, ist es ihr Traumberuf: ein Besuch in der Pflegeeinrichtung.


Schwester Sybille schreibt die Pflegepläne


"Sara 3000", eine Stehhilfe in der Pflegeeinrichtung


Schwester Sybille bezieht das Bett eines Bewohners neu

Um 5 Uhr morgens, wenn sich andere nochmal gemütlich umdrehen und weiterschlafen, dann begrüßt Sibylle Albrecht-Bienge ihren Tag mit einem tiefschwarzen Aufwach-Kaffee. Die 53-Jährige ist Gesundheits- und Krankenpflegerin in den DRK Kliniken Berlin | Pflege & Wohnen Mariendorf. In der Pflegeeinrichtung an der Britzer Straße können bis zu 159 Bewohner betreut werden. Sibylle Albrecht und ihre Kolleginnen von den beiden Wohnbereichen „In der Galerie“ und „Im Rosengarten“ pflegen und betreuen täglich 65 betagte, kranke Menschen. Diese leiden unter zu hohem Blutdruck, sind zuckerkrank, haben morsche Knochen, hatten schon mal verstopfte Gefäße, manche vergessen sich und ihr Leben. Topfit ist hier niemand mehr. Alle brauchen Hilfe – beim Essen, beim Waschen, beim Aufstehen, beim Gehen, beim zur Toilette gehen, beim Erinnern. Um 6.45 Uhr beginnt der Dienst von Schwester Sibylle. Von den Kolleginnen und Kollegen, die in der Nacht für die Bewohner da waren, erfährt sie, ob es besondere Vorkommnisse gab, ob es einem Bewohner schlecht geht, ob jemand zum Arzt muss.

Im Krankenhaus bleiben Patienten heutzutage nur noch kurz, können meist schnell wieder nach Hause. In einer Pflegeeinrichtung sind die Bewohner oft bis zum Lebensende. Es ist für viele das letzte Zuhause. Manche leben Jahrzehnte dort. „Viele Angehörige haben ein schlechtes Gewissen“, erlebt Schwester Sibylle. Wer gibt schon gerne seine Mutti ins Heim? Doch für Sibylle steht fest, dass es meist das Beste sei, sowohl für die betagten Menschen als auch für die Angehörigen. Denn in einer Pflegeeinrichtung wie der in Mariendorf werden die Bewohner bestens nach neuesten Pflegekriterien rund-um-die-Uhr versorgt. Sie selbst würde sich nicht von ihren Kindern zu Hause pflegen lassen wollen, sagt Sibylle. Da gebe es schon eine „Schamgrenze“. Wenn sie eines Tages pflegerische Hilfe braucht, dann würde sie auch in eine Pflegeeinrichtung gehen wollen. Und dann macht sie ihrer Einrichtung das schönste Kompliment, das man machen kann: „Ja, ich würde hier einziehen.“

Als erstes werden die Bewohner morgens gewaschen. Bei manchen bezieht Schwester Sibylle das Bett neu. Einige Bewohner können duschen oder ein Vollbad nehmen, je nach Konstitution. Die Schwester hilft beim Anziehen, verteilt Medikamente und das Frühstück. Manche brauchen Unterstützung beim Essen. Das Brot muss mundgerecht vorbereitet werden, das Getränk in eine Schnabeltasse gefüllt und die Schnabeltasse zum Mund geführt werden. Andere sind noch so mobil, sodass sie mit ihrem Rollator in einen der Gemeinschaftsräume gehen und dort gemeinsam essen können. Schmutzige Wäsche und Abfall wird eingesammelt. Schwester Sibylle hat viel zu tun und ihre Aufgaben wachsen ständig. Puls und Blutdruck messen, bei manchen auch die Blutwerte kontrollieren. Schwester Sibylle hat schon viel geschafft, bevor sie zusammen mit ihren Kolleginnen dazu kommt, um zu frühstücken.

Bewohner werden begleitet, wenn sie zur Sitztanz- oder zur Malgruppe in den unteren Stock möchten. Mit einer praktischen Stehhilfe, die den lustigen Namen „Sara 3000“ trägt, hilft Schwester Sibylle sehr gehandicapten Bewohnern beim Toilettengang. Zwischendurch muss die Krankenschwester alles dokumentieren. Dann sitzt sie an ihrem Computer und notiert akribisch, wieviel jeder getrunken und gegessen hat, Blutdruck- und Pulswerte, Medikamente und und und, zwei bis drei DIN A4-Seiten lang ist so ein Pflegeplan bei jedem Bewohner. „Wir müssen viel mehr dokumentieren als die Schwestern und Ärzte im Krankenhaus“, sagt Sibylle. Nimmt ein Bewohner sehr ab, müssen sieben Tage, 24 Stunden, alle Kalorien notiert werden, die der Bewohner zu sich genommen hat. Mit hochkalorischen Puddings versucht die Schwester dann, ihren Schützling wieder aufzupäppeln.

Doch nicht nur die Schwester kontrolliert ständig den Zustand ihrer Bewohner. Auch externe Behörden oder Gutachter prüfen, ob die Schwester alles richtig macht und ob es den Bewohnern gut geht. Einmal im Jahr kommt ohne Vorankündigung der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) vorbei und überprüft den pflegerischen und körperlichen Zustand von neun Bewohnern und deren Pflegedokumentationen. Auch die Feuerwehr und das Gesundheitsamt schauen regelmäßig vorbei, kontrollieren zum Beispiel, ob der Brandschutz eingehalten wird und ob die hygienischen Bedingungen den vorgegebenen Standards entsprechen.

Es ist schon Mittagszeit. Schwester Sibylle teilt das Essen aus und hilft, wenn nötig, bei Toilettengängen, stellt ein Bett höher, spricht mit Angehörigen. Viele ihrer Schützlinge haben eine hohe oder die höchste Pflegestufe, brauchen entsprechend viel Fürsorge und Pflege. Wenn ihr Dienst um 15.03 Uhr vorbei ist, dann muss sie sich oft noch um Organisatorisches kümmern. Als Wohnbereichsleitung ist sie auch Chefin und dafür zuständig, dass die drei Schichten ihrer beiden Bewohnerbereiche mit ausreichend Personal besetzt sind. Stolz ist Schwester Sibylle auf ihr „tolles Team“. Traurig ist sie darüber, dass ihr Beruf so wenig Anerkennung in der Gesellschaft genießt. „Wir machen hier hochprofessionelle Pflege“, sagt sie stolz und setzt noch hinterher. „Mein Beruf ist toll.“ Das können die Bewohner der Mariendorfer Pflegeeinrichtung sicher bestätigen.